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Buchempfehlungen der Bibliothek

Magdalena Nadolska et al.: RABE – 20 Jahre alternatives Kulturradio Bern. Bern, 2017

Das nichtkommerzielle Berner Alternativradio Radio RaBe („Radio Bern“) wurde 1996 gegründet und feierte 2016 sein 20-Jahr-Jubiläum mit verschiedenen Veranstaltungen, darunter Spezialsendungen, Konzerte und eine Ausstellung.
Nun ist das Buch zum Jubiläumsjahr erschienen und hält Rückschau auf eine bewegte Zeit. Die Geschichte des „krächzenden RaBen“ wird mit zahlreichen Abbildungen von Dokumenten, Plakaten und Zeitungsausschnitten aufgerollt, die Gründungspersonen sowie heutigen SendungsmacherInnen berichten über die Arbeit hinter den Kulissen und auf der beigelegten CD gibt es Audio-Perlen aus dem Archiv beziehungsweise „RaBe-Horst“.

> Im Tonarchivbestand der Radioschule klipp+klang (SozArch F 1032) hat es auch Audio-Dokumente von Radio Rabe.

Arlie Russell Hochschild: Fremd in ihrem Land – Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten. Frankfurt am Main, 2017

Nach dem Sieg von Donald Trump bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen im November 2016 erschien in der New York Times ein Artikel mit dem Titel „6 Books to Help Understand Trump’s Win“. Ausgewählt wurde auch das Buch der Berkley-Soziologin Arlie Russell Hochschild „Strangers in their Own Land“.
Russell Hochschild reiste für ihre Recherchen nach Louisiana ins sogenannte „geografische Herz der Rechten“ und machte sich ein Bild der dortigen Tea-Party-UnterstützerInnen. Selber eine entschiedene Anhängerin der Linken gelingt es Russell Hochschild in ihrem Buch, die Sorgen und Ängste derjenigen einzufangen, die sich vom Staat abgehängt und vergessen glauben. Doch stiess sie bei ihren Gesprächen auch immer wieder auf das „grosse Paradox“, welches sie beispielsweise im Bereich Umweltpolitik ausmacht: Obwohl in Louisiana viele Gebiete durch Giftabfälle grosser Industriekonzerne zerstört wurden, wählen viele der betroffenen EinwohnerInnen rechte Politiker, die sich gegen staatlich finanzierte Umweltschutzprogramme einsetzen. Eine eindeutige Erklärung für dieses Verhalten findet sie nicht, vermag aber die Zusammenhänge zwischen den Interessen der Bevölkerung, Wirtschaftsvertretern und Politikern auf unvoreingenommene Art und Weise aufzuzeigen.

Stephanie Kleiner, Robert Suter (Hrsg.): Guter Rat – Glück und Erfolg in der Ratgeberliteratur 1900–1940. Berlin, 2015

Als erster einer auf drei Bände angelegten Reihe zu Glücks- und Erfolgswissen im 20. Jahrhundert untersucht „Guter Rat“ die vielfältigen Beziehungen zwischen Glück und Erfolg. Im April 2013 fand an der Universität Konstanz ein von Stephanie Kleiner und Robert Suter organisierter erster Workshop zur Ratgeberliteratur zwischen 1900 und 1940 statt, dessen Ergebnisse der Band versammelt.
Glück und Erfolg können gemäss den AutorInnen als „Leitideen bei der Gestaltung individueller Lebensläufe im 20. Jahrhundert“ gelten, was die Analyse der frühen Ratgeberliteratur in acht Texten zeigt. Astrid Ackermann beispielsweise legt in ihrem Beitrag dar, wie die Glücksratgeber anfangs des 20. Jahrhunderts predigten, dass das Glück nur im Kleinen zu finden sei, zu viel Glück aber auch gefährlich sein könne. Lu Seeger schreibt über den Lebens- und Eheberater Walther von Hollander, dessen populärer Ratgeber „Das Leben zu Zweien“ 1940 erschien und einerseits mit nationalsozialistischen Ideologien korrespondierte, sich diesen andererseits aber auch entzog.
Auch im Bibliotheksbestand des Sozialarchivs finden sich Ratgeber-Klassiker aus dieser Zeit mit Titeln wie „Wege zum Erfolg“, in 15. Auflage (!) „Sich selbst rationalisieren“ oder auch – sehr eindeutig – „Mache dein Glück vor Vierzig!“.

25. Oktober 2017Susanne Brügger zurück