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Plakat zur Ausstellung kreativer Randarbeiter/innen: Erwerbslose, IV-Bezüger/innen, Sozialempfänger/innen stellen ihre Arbeiten aus. Organisiert durch das Zürcher Arbeitslosenkomitee (ZAK), das Städtische Arbeitsamt Zürich und das Zürcher Brockenhaus. – Zürcher Brockenhaus, Dezember 1995/Januar 1996. (Bild: Peter Graf, 1991)
Plakat zur Ausstellung kreativer Randarbeiter/innen: Erwerbslose, IV-Bezüger/innen, Sozialempfänger/innen stellen ihre Arbeiten aus. Organisiert durch das Zürcher Arbeitslosenkomitee (ZAK), das Städtische Arbeitsamt Zürich und das Zürcher Brockenhaus. – Zürcher Brockenhaus, Dezember 1995/Januar 1996. (Bild: Peter Graf, 1991)

Neu im Archiv: Akten des Zürcher Arbeitslosenkomitees (ZAK)

Die Schweiz kannte in der Nachkriegszeit über Jahrzehnte hinweg praktisch keine Arbeitslosigkeit. Anfangs der 1990er Jahre kam es jedoch aufgrund einer wirtschaftlichen Krise zu einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosenquote. Das Problem rückte ins öffentliche Bewusstsein. Schweizweit entstanden zahlreiche Arbeitslosenkomitees als Selbsthilfeorganisationen der direkt Betroffenen, so auch Ende 1992 in Zürich.

Dem Zürcher Arbeitslosenkomitee (ZAK) ging es primär darum, „Auswege aus der Arbeitslosigkeit einerseits auf gesellschaftlicher Ebene und andererseits auf individueller Ebene zu finden“, wie es im Jahresbericht von 1995 heisst. Auf gesellschaftlicher Ebene setzte sich das ZAK für ein menschenwürdiges Leben von Erwerbslosen und gegen Abbaumassnahmen bei der Arbeitslosenversicherung ein. Auf individueller Ebene führte das ZAK Beratungen zu Themen wie Stellenbewerbung und Umgang mit Arbeitsämtern durch. Zudem schaffte es Möglichkeiten für Arbeitslose, einer Tätigkeit nachzugehen. So bot der Verein in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk SAH Einsatzplätze für Zwischenverdienste an, organisierte Ausstellungen für Kunstwerke von Erwerbslosen oder gab die Arbeitslosenzeitschrift „Kalter Kaffee – ganz heiss!“ heraus. Letztere wurde 1995 mit der Zeitschrift des Basler Arbeitslosenkomitees zum „Surprise“ fusioniert – einem Strassenmagazin, welches bis heute existiert.

Der im November 2011 an das Schweizerische Sozialarchiv übergebene Bestand des ZAK umfasst den Zeitraum von 1992 bis 1999. Er beinhaltet unter anderem Flugblätter, Dokumentationen, Protokolle und Korrespondenzen. Unterlagen der schweizerischen und europäischen Dachorganisation sowie anderer Arbeitslosenkomitees in der Schweiz zeugen von der Vernetzung des Vereins. Dank diesem Austausch umfasst der Bestand auch eine Sammlung von Arbeitslosenzeitungen aus verschiedenen Regionen der Schweiz.

Der Bestand kann ab sofort im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen eingesehen werden.

> www.findmittel.ch: Signatur: Ar 509

18. Januar 2012Marco Geissbühler zurück