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Die Welt entwickeln: Engagement für internationale Solidarität und Entwicklungszusammenarbeit

Das Schweizerische Sozialarchiv führt seit 2010 die Reihe „Gäste im Sozialarchiv“ durch. Eingeladene Fachpersonen begleiten während einem Jahr die Öffentlichkeitsarbeit des Sozialarchivs und entwickeln eine Veranstaltungsreihe zu einem aktuellen, sozial und historisch relevanten Thema. 2012 steht das Engagement für bessere und gerechtere Lebensbedingungen in ärmeren Ländern der Welt im Zentrum. Die Gäste im Sozialarchiv sind die Historiker Konrad Kuhn und Lukas Zürcher.

Ziel der diesjährigen Vortrags- und Veranstaltungsreihe ist es, internationale Solidarität und Entwicklungszusammenarbeit als historisches Phänomen zu analysieren. Dabei werden geschichtswissenschaftliche Forschungen mit praktischem Entwicklungsengagement in einen Dialog gebracht.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Entwicklungsgedanke zu einem zentralen Bezugspunkt globaler Politik, nationaler Staatsführung und internationaler Solidarität. Mit der Entwicklungsidee entstand ein weltumspannender Referenzrahmen, auf den seither auch in der Schweiz unterschiedliche Akteure wie die staatliche Entwicklungszusammenarbeit, Hilfswerke und Dritte-Welt-Gruppen ihre Handlungen ausrichten. Damit setzte sich eine Einteilung der Welt in arme und reiche Länder durch, gleichzeitig entstand ein globaler Entwicklungsbetrieb. Diese weltweiten Veränderungen haben eine Geschichte, die erst seit wenigen Jahren wissenschaftlich untersucht und kontrovers diskutiert wird.

Die Veranstaltungsreihe beleuchtet das Wirken und das Selbstverständnis von Schweizer Freiwilligen in der Entwicklungszusammenarbeit der 1960er und 1970er Jahre, befragt Motivationen für das Engagement in der internationalen Solidarität, bietet Raum für eine Debatte über das Spannungsfeld zwischen Entwicklungspraxis und Geisteswissenschaft und thematisiert Probleme einer Geschichtsschreibung der globalen Entwicklungsanstrengungen. Ausserdem lädt sie dazu ein, historisches Quellenmaterial zu sichern und der Forschung zugänglich zu machen.

Die Beschäftigung mit dem Engagement für eine bessere und gerechtere Welt ist für das Sozialarchiv von Bedeutung, weil es Sammlungsort für die unterschiedlichsten Quellenbestände von entwicklungspolitischen Organisationen, Hilfswerken, Solidaritätsgruppen und Missionsgesellschaften ist.

> Bestände im Sozialarchiv zum Jahresthema

Veranstaltungen:

Bewegte Welten: Filme zur Solidarität und Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz

Dienstag, 23. Oktober 2012, 19 Uhr
Theater Stadelhofen, Stadelhoferstrasse 12, 8001 Zürich

Filme motivierten zahlreiche Menschen in der Schweiz dazu, sich in der internationalen Solidarität und Entwicklungszusammenarbeit zu engagieren. In Kirchgemeindehäusern, Schulzimmern und Tagungszentren erhielten sie eine Vorstellung von der „Dritten Welt“.
Ein Historiker und ein Filmemacher laden ein, historische Filme neu zu sehen, und geben Einblick in den Entstehungsprozess eines aktuellen Films zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit.

Filmausschnitte
„Dahomey“: Ein Film von René Gardi und Armin Schlosser, 1961
„Bananera libertad“: Ein Film von Peter von Gunten, 1971
„Sie kamen, um zu helfen“ (Arbeitstitel): Ein Film von Thomas Isler, 2013

Diskussion
Thomas Isler, Filmemacher
Felix Rauh, Historiker

Durch den Abend führen Konrad Kuhn und Lukas Zürcher, Gäste im Sozialarchiv 2012.

> Veranstaltungsflyer herunterladen (PDF, 171 KB)

Voneinander lernen? Entwicklungspraxis und Geisteswissenschaft im Dialog

Dienstag, 4. September 2012, 19 Uhr
Theater Stadelhofen, Stadelhoferstrasse 12, 8001 Zürich

Was ist gute Entwicklungszusammenarbeit? Diese Frage beschäftigt Fachpersonen aus Politik und Entwicklungspraxis seit Jahrzehnten. Neu befasst sich auch die Geisteswissenschaft mit Entwicklungszusammenarbeit. Ihr primäres Ziel ist dabei nicht die Verbesserung der Hilfe, sondern die Erforschung der Entwicklungszusammenarbeit als historische Zeiterscheinung.
Was passiert mit den Ergebnissen dieser Forschung? Nehmen die Hilfswerke und Entwicklungsorganisationen sie zur Kenntnis?
Auf dem Podium treten Entwicklungsfachleute und Historiker in einen Dialog.

Podiumsdiskussion mit:
Caroline Morel, Geschäftsleiterin Swissaid
René Holenstein, Stv. Bereichsleiter Humanitäre Hilfe, DEZA
Frank Schubert, Historiker, Universität Zürich
Daniel Speich Chassé, Historiker, Universität Luzern

Durch den Abend führen Konrad Kuhn und Lukas Zürcher, Gäste im Sozialarchiv 2012.

> Veranstaltungsflyer herunterladen (PDF, 171 KB)

Engagiert in die Welt: Schweizer Freiwillige im Einsatz für Entwicklung

Dienstag, 8. Mai 2012, 19 Uhr
Theater Stadelhofen, Stadelhoferstrasse 12, 8001 Zürich

Ausgebildet im Tessin, reisten zwischen 1964 und 1974 mehrere Hundert junge Schweizerinnen und Schweizer als sogenannte Freiwillige für einen Einsatz in Entwicklungsländer. Was motivierte sie? Was erhoffte sich die Schweiz von ihnen? Und wie reagierte die Bevölkerung in den Einsatzländern auf ihre Hilfe?
Mit Filmpräsentationen, Zeitzeuginnen-Interviews und aktuellen Forschungsergebnissen sucht die Veranstaltung nach Antworten.

Filmpräsentationen:
„Ecole des volontaires à Moghegno“
Ein Film des Diensts für technische Zusammenarbeit, 1967
„In Afrika leben und arbeiten“
Schweizer Filmwochenschau, 17.2.1965

Gespräch mit den ehemaligen Freiwilligen Vreny Schafroth und Johanna Maurer

Aktuelle Forschungsergebnisse
Patricia Hongler, Universität Zürich

Durch den Abend führen Konrad Kuhn und Lukas Zürcher, Gäste im Sozialarchiv 2012.

> Veranstaltungsflyer herunterladen (PDF, 156 KB)