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Rundgang durch Uster mit Ludi Fuchs

Interessierte Vereinsmitglieder konnten vor der Vereinsversammlung des Schweizerischen Sozialarchivs an einer Begehung in Uster teilnehmen. Stadtführer war Ludi Fuchs, Gast des Sozialarchivs 2010, der als ehemaliger Stadtrat von Uster bestens über die verschiedenen realisierten und projektierten Stadtentwicklungsprojekte von Uster Bescheid weiss.

Stadtrundgänge mit Mitarbeiter/-innen (18. Mai 2010) und Vereinsmitgliedern des Sozialarchivs (1. Juni 2010).

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Der Rundgang startete am Bahnhof Uster, wo seit der Eröffnung der S-Bahn im Jahr 1989 alle paar Minuten Züge ein- und ausfahren und von wo aus viertelstündlich die verschiedenen Busse die nähere Region bedienen. Die Bahnhofpassage ist Ergebnis eines Kompromisses zwischen privaten Investoren und öffentlicher Hand.

Die Umnutzung des ehemaligen Bezirksgefängnisses von Uster aus dem Jahr 1915 gestaltet sich nicht ganz einfach, es steht deshalb schon seit Längerem leer. Auf dem Areal der ehemaligen Zeughäuser finden zurzeit verschiedene Zwischennutzungen statt; auf der Brache gastiert eine Zirkusschule für Artisten. Die Zukunft der Zeughäuser mit aufgeteilten Besitzverhältnissen zwischen der Gemeinde Uster und einer privaten Immobilienfirma ist noch offen. Es wird verhandelt und Nutzungsideen werden diskutiert. Das Schulhaus „Pünt“ ist ein Bau im sachlichen Stil der 1930er Jahre mit einer wunderschönen polyfunktionalen Turnhalle. Vom Schulhausareal aus sieht man die neue Wohnüberbauung „Im Lot“, die in erster Linie für Eigentums-, aber auch für einige Mietwohnungen erstellt wurde. Durchgehende Balkone, ein grosszügiger geschützter Platz und auffällig zahlreiche Veloparkplätze prägen den äusseren Eindruck.

Auf dem Stadtrundgang wird klar, dass Uster nun mal kein historisches Erbe im Sinne eines mittelalterlichen Stadtkerns vorzuweisen hat. Uster ist vielmehr geprägt durch seine Vergangenheit als wichtiger Industriestandort (Baumwollspinnerei). Der Aabach war der „Goldbach“ für die Textilindustrie in Uster, für die Wasserkraftnutzung wurde ein Kanalsystem angelegt. Dieses versprüht heute mitten in Uster einen Hauch von Venedig. Auch der 2008 neu gestaltete Stadtpark von Uster profitiert von der beinahe idyllischen Atmosphäre am Wasser. Am Weiher markiert eine Lounge aus grünlich eingefärbtem Beton die ehemalige Grenze des Weihers. Die wieder aufgebaute Landi-Halle beherbergt heute eine Bar, die zur Hälfte von behinderten Menschen geführt wird.

Die Begehung von Arealen, die für die Stadtentwicklung von Uster von exemplarischer Bedeutung sind, endete auf der Brache „Kern Süd“, die zurzeit als Autoabstellplatz einer Garage genutzt wird. Die Türme von „Kern Nord“ markieren einen Brennpunkt im Stadtzentrum von Uster. Die Vereinsversammlung des Schweizerischen Sozialarchivs fand im Stadthaus von Uster statt, einem gelungenen Bau von Bruno Giacometti aus den frühen 1960er Jahren.

Ulrike Schelling

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