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Jahresbericht 2014: Das Wichtigste in Kürze

Das Berichtsjahr 2014 stand im Zeichen personeller Veränderungen, inhaltlicher Kontinuität und eines weiteren Ausbaus der Dienstleistungen des Schweizerischen Sozialarchivs. Im Sommer 2014 trat Anita Ulrich nach 26-jähriger, erfolgreicher Tätigkeit als Vorsteherin des Sozialarchivs in den Ruhestand und der neue Direktor, Christian Koller, trat sein Amt an. Auch bei den Leitungen der Benutzung und der Abteilung Bibliothek gab es personelle Veränderungen.

Das Angebot an schriftlichen und audiovisuellen Quellen, wissenschaftlicher und grauer Literatur zu den Schwerpunktthemen des Sozialarchivs hat im Berichtsjahr wiederum deutlich zugenommen. Im Archiv wurden zahlreiche interessante Bestände übernommen und verzeichnet. Zu nennen sind etwa die Körperschaftsarchive der Hotel & Gastro Union, der Gewerkschaft des Christlichen Verkehrspersonals, der Schweizerischen Greina-Stiftung, der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich und der Solaragentur Schweiz sowie im Bereich Bild + Ton drei Bestände zu Piratenradios der 1970er und 1980er Jahre und 285 Interviews mit ehemaligen Verdingkindern. Mit dem Beitritt des Sozialarchivs zum schweizerischen Archivportal „Archives Online“ sind die Archivbestände des Sozialarchivs nun noch besser sichtbar und in der neuen Memobase von Memoriav ist das Sozialarchiv mit audiovisuellen Beständen vertreten. In der Bibliothek wurden rund 2’500 Monografien neu erworben und etwa 140 neue Periodika verzeichnet. Die Abteilung Dokumentation verzeichnete einen Zuwachs von knapp 2’000 Broschüren und Flugschriften.

Im Frühjahr 2014 konnte das Projekt „Sachdokumentation“ erfolgreich abgeschlossen werden. Damit sind nun alle Bestände der Abteilung Dokumentation (Broschüren, Flugblätter, Zeitungsausschnitte) erschlossen und können online recherchiert und bestellt werden. Die im Herbst eingerichtete neue Infostation im Lesesaal erlaubt den Zugriff auf verschiedene digitale Sammlungen von Schweizer Kulturinstitutionen: auf die Schweizer Nationalphonothek, auf Memobase+, das audiovisuelle Kulturgüter aus 15 Schweizer Gedächtnisinstitutionen verzeichnet, auf das Webarchiv Schweiz, auf die Videodatenbank von Schweizer Radio und Fernsehen sowie – mit einer speziellen Genehmigung – auf die „Datenbank Verdingkinder“. Ebenfalls im Herbst erfolgte der Relaunch der Datenbank Bild + Ton, welche die audiovisuellen Bestände des Sozialarchivs online präsentiert.

Das umfangreiche Angebot an Dokumenten und Dienstleistungen wurde im Berichtsjahr erneut intensiv genutzt. Die physische Ausleihe von Dokumenten bewegte sich in der Grössenordnung der beiden Vorjahre. Bei der Nutzung digitaler Angebote zeigte die Kurve nach oben.

Einen hohen Stellenwert hatten die Vermittlungsaktivitäten und die Öffentlichkeitsarbeit. Die Reihe „Gast im Sozialarchiv“ wurde mit Prof. Dr. François Höpflinger und dem Thema „Drittes Lebensalter – Eine neue Generation im Aufbruch“ fortgesetzt und brachte Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit in einen spannenden Dialog. Auf eine sehr gute Resonanz trafen auch die öffentlichen Präsentationen und Buchvernissagen, der Facebook-Auftritt und die Führungen für Studierende aller Stufen.

Der Fonds „Forschung Ellen Rifkin Hill“ hat auf seine neue Ausschreibung zum Themenschwerpunkt „Metamorphosen sozialer Sicherung“ einen guten Rücklauf von qualitativ hochstehenden und gesellschaftlich relevanten Projektvorschlägen erhalten. Insgesamt konnten für die Jahre 2015/16 sieben Projekten Förderbeiträge zugesprochen werden, darunter drei Dissertationen und zwei PostDoc-Projekten an verschiedenen Schweizer Hochschulen.

Das Schweizerische Sozialarchiv dankt allen, die es 2014 unterstützt haben: den Behörden, den Vereinsmitgliedern, den Partnerinstitutionen und -vereinigungen, den Benutzerinnen und Benutzern sowie allen Personen und Organisationen, die uns Schenkungen und Leihgaben anvertraut haben. Ein besonderer Dank geht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Jahresbericht 2014 als PDF-Dokument (2.3 MB)

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