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Aktuelles Schwerpunktthema

Schwerpunktthema: Metamorphosen sozialer Sicherung

Systeme der sozialen Sicherheit entstanden im Zuge der Industrialisierung mit dem Ziel, die sich rasch ausbreitende Erwerbsarbeit abzusichern, zunächst gegenüber den vielfältigen Krankheits- und Unfallrisiken, dann auch gegen ein temporäres oder dauerndes Herausfallen aus dem Arbeitsmarkt durch Invalidität, Alter, Arbeitslosigkeit oder Mutterschaft. Diese ganz unterschiedlichen Fälle und Lebenslagen haben gemeinsam, dass sie sich negativ zur Arbeitsfähigkeit verhalten, in der die wichtigste Existenzgrundlage in einer „Lohnarbeitsgesellschaft“ gesehen wurde. Die Kollektivierung sozialer Risiken war deshalb strukturell auf den Lohnarbeitsstatus zugeschnitten und hatte unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen.
Während der Begriff „soziale Sicherheit“ auf Versicherungssysteme und staatliche Risikoabsicherungsstrategien verweist, bleibt die Formulierung „soziale Sicherung“ bewusst offen und bezieht unterschiedliche Akteure und ihre Solidaritätsvorstellungen mit ein. Neben politischen Parteien, Wirtschaftsverbänden und NGOs geraten auch Gegenbewegungen und Selbsthilfeorganisationen ins Blickfeld. Mit der Analyse von „Metamorphosen“ wird die historische Dimension der Sicherungsproblematik angesprochen. Es geht dabei nicht einfach um den Auf- und Ausbau von Systemen sozialer Sicherheit entlang eines in allen modernen kapitalistischen Industriegesellschaften erkennbaren Trends. Vielmehr liegt der Akzent auf den multipolaren Auseinandersetzungen darüber, was Sicherheit überhaupt ist und welcher Stellenwert ihr zukommt.

> Vollständiger Ausschreibungstext (PFD, 226 KB)
> Resultate der Ausschreibung 2014/15 (PDF, 17 KB)