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Vor 65 Jahren: Bau der Berliner Mauer

«Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort – ‹unverzüglich›.» Mit diesen gestammelten Worten zu den neuen Reisebestimmungen der DDR trat das schlecht vorbereitete SED-Politbüromitglied Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz am Abend des 9. November 1989 ein welthistorisches Ereignis los, das als «Fall der Mauer» ins kollektive Gedächtnis eingegangen ist. Obwohl die in den folgenden Stunden unkontrolliert vonstattengehende Öffnung der DDR-Grenzen keineswegs nur die Übergänge zwischen Ost- und Westberlin, sondern auch die Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik betraf, konzentrierte sich das mediale Interesse sofort auf die geradezu karnevalesken Szenen an der Berliner Mauer und galt deren Abbruch in der Folgezeit als Symbol für die Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas und die Liquidation des Kalten Krieges (s. SozialarchivInfo 5/2019). In der im Herbst 1989 rasch anschwellenden Protestbewegung in der DDR hatte an den Massendemonstrationen neben den Rufen «Wir sind das Volk!», «Keine Gewalt!» und «Freie Wahlen!» der Slogan «Die Mauer muss weg!» zum Standardrepertoire gehört. Ein Demonstrationsplakat brachte die politische und wirtschaftliche Doppelkrise der DDR direkt mit der Berliner Mauer in Zusammenhang: «Bleibt die Mauer, gehn die Leute – fällt die Mauer, ist sie pleite – Ja sie hat es wirklich schwer ‹unsre› arme DDR».

Die Berliner Mauer und der «Eiserne Vorhang» stehen als befestigte Grenzhindernisse in einer langen universalhistorischen Tradition – stellen innerhalb dieser aber durch ihren Zweck, Menschen nicht aus-, sondern einzuschliessen, einen Sonderfall dar, der durch propagandistische Verkehrung ins Gegenteil («Antifaschistischer Schutzwall») nur wenig überzeugend zu übertünchen versucht wurde. Die Geschichte von Mauern und befestigten Grenzanlagen zur Abhaltung militärischer Invasionen reicht von antiken Bauwerken wie beispielsweise den «Langen Mauern», die im 5. Jahrhundert v. Chr. den Verkehrsweg zwischen Athen und seinem Hafen Piräus sicherten, oder dem im 2. Jahrhundert n. Chr. im heutigen Nordengland von den Römern errichteten Hadrianswall über mittelalterliche Stadtmauern und die ab dem 14. Jahrhundert erbaute Chinesische Mauer und ihre Vorläufer oder die französische Maginot-Linie und den deutschen «Westwall» vor bzw. im Zweiten Weltkrieg bis zur seit 2024 von den Kleinstaaten Estland, Lettland und Litauen an den Grenzen zu Russland und Belarus errichteten «Baltic Defence Line». Im 20. und 21. Jahrhundert sind dazu Bauwerke zur Verhinderung von Immigration gekommen, so ab den 1990er Jahren Zäune an einzelnen Abschnitten der amerikanisch-mexikanischen Grenze, deren Ausbau ab 2006 und von 2017 bis 2021 einige Abschnitte von Trumps Prestigeprojekt einer neun Meter hohen Grenzmauer oder die ab 1993 errichteten Zäune um die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika. Funktionale Mischformen sind die in den letzten Jahren ausgebauten nordkoreanischen Befestigungen an der Demarkationslinie zu Südkorea, die sowohl der Verhinderung von Fluchten als auch militärischen Zwecken dienen, die indischen Grenzbefestigungen in der umstrittenen Region Kaschmir, die Immigration wie auch die Infiltration bewaffneter Gruppen aus Pakistan verhindern sollen, oder die von Israel errichteten Sperranlagen um den Gazastreifen (erbaut 1994 bis 1996) und entlang der Demarkationslinie zum Westjordanland (Baubeginn 2002), die offiziell der Abwehr von Terroranschlägen dienen, aber auch die Kontrolle der Migration vereinfachen. Auf einer lokaleren Ebene kommen die «Gated Communities» hinzu, geschlossene Wohnkomplexe gehobener Gesellschaftsschichten mit verschiedenen Arten von Zugangsbeschränkungen, die (mit Vorläufern seit dem späten 19. Jahrhundert) ab den 1970er Jahren vor allem in Grossstädten Nord- und Lateinamerikas, aber auch Europas und Asiens entstehen.

Waren der Fall der Berliner Mauer und das Ende des Kalten Krieges zeitlich und kausal unmittelbar miteinander verknüpft, so stand der Bau der Mauer nicht am Anfang der Teilung Europas, sondern stellte nach anderthalb Jahrzehnten frühem Kalten Krieg deren Höhepunkt und Vollendung dar. Die unter einem besonderen Statut stehende, in vier Besatzungssektoren aufgeteilte ehemalige Reichshauptstadt Berlin hatte bis 1961 als letzte Lücke im «Eisernen Vorhang» gegolten, der den Ostblock hermetisch von Westeuropa abzuschirmen versuchte, und war mehrfach Brennpunkt internationaler und innerdeutscher Krisen und Spannungen gewesen.

Die aus der Theatersprache entlehnte Metapher des «Eisernen Vorhanges» hatte sich mit ihrer Verwendung durch Winston Churchill in seiner Rede «The Sinews of Peace» in Fulton im März 1946 definitiv in der politischen Sprache des entstehenden Kalten Krieges etabliert. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war sie mit verschiedenen Bedeutungen aufgetaucht, darunter schon kurz nach der Oktoberrevolution auch bereits im Zusammenhang mit dem bolschewistischen Russland. Um das Ende des Zweiten Weltkriegs fokussierte sich die Begriffsverwendung auf den Vorstoss der Roten Armee nach Mitteleuropa. Im Winter 1944/45 war in der nationalsozialistischen Propaganda beim Versuch, die Alliierten in letzter Minute zu spalten, mehrfach vom drohenden Niedergehen eines «Eisernen Vorhanges» in Europa die Rede. Bereits ab dem Frühjahr 1945 tauchte die Metapher aber auch in Telegrammen Churchills an US-Präsident Harry Truman sowie in der Presse neutraler Staaten wie der Schweiz und Schwedens auf. In den folgenden Monaten wandelte sich angesichts der Sowjetisierung der von der Roten Armee besetzten Gebiete die Redeweise vom dynamischen «Niedergehen» zum statischen «Vorhandensein» des «Eisernen Vorhangs» und dessen Qualität wurde zunehmend nicht mehr als simple Kommunikationsbarriere, sondern als Systemgrenze gesehen. In seiner Rede in Fulton beklagte dann Churchill, von Stettin bis Triest sei ein «Iron Curtain» über Europa niedergegangen, hinter dem in der sowjetischen Sphäre die wichtigen Metropolen Zentral- und Osteuropas lägen und wo die ehemals kleinen kommunistischen Parteien nun nach totalitärer Kontrolle strebten. Zu den hinter dem «Eisernen Vorhang» liegenden Metropolen zählte er dabei ausdrücklich auch Berlin und Wien, die unter Viermächtebesatzung standen.

Geteilte Städte als Symbole der konfliktbeladenen Nachkriegszeit

Berlin war in der Nachkriegszeit der Inbegriff einer «geteilten Stadt», freilich nicht die einzige Metropole mit einem solchen Schicksal. Während die Teilungen anderer Städte aus regionalen Konflikten mit Wurzeln in religiösen und nationalistischen Gegensätzen resultierten, war der direkt mit dem globalpolitischen Zentralkonflikt der Epoche verbundene, nicht auf soziokulturellen Gegensätzen in der lokalen Bevölkerung beruhende Fall von Berlin aber anders gelagert. Die Stadt Wien, die ab 1945 ebenfalls unter Viermächtebesatzung stand, entging dagegen dank des österreichischen Staatsvertrags von 1955 diesem Schicksal (s. SozialarchivInfo 2/2025). Globalhistorisch war das Phänomen baulich geteilter Städte in der Nachkriegszeit nicht neu. Viele Metropolen in Afrika und Asien wiesen in der Kolonialzeit eine duale Struktur auf, bei der die Wohnquartiere der europäischstämmigen Kolonisator:innen von denjenigen der Kolonisierten strikt getrennt waren und die Abgrenzung durch Mauern, Zäune oder unbebaute Pufferzonen auch baulich sichtbar war – mit Nachwirkungen weit über die Dekolonisation hinaus. Das Motiv geteilter Städte erfuhr vielfältige kulturelle Verarbeitungen. So handelte der Asterix-Band «Le Grand Fossé» von 1980 von einem zwischen den Anhängerschaften zweier verfeindeter Häuptlinge durch einen Graben geteilten keltischen Dorf, dessen Spaltung und zeitweiser Verrat an die Römer in einer Romeo-und-Julia-Geschichte erst durch die unbesiegbaren Gallier überwunden wird.

Durch den ersten arabisch-israelischen Krieg von 1948/49 war Jerusalem, das gemäss dem von der jüdischen Seite akzeptierten, von der arabischen aber abgelehnten UNO-Teilungs- und Konföderationsplan für das Mandatsgebiet Palästina von 1947 neben je einem geplanten jüdischen und arabischen Staat zu einem unter UNO-Verwaltung stehenden, demilitarisierten und neutralen dritten Element hätte werden sollen, entlang der Waffenstillstandslinie geteilt worden: Der Westen der Stadt gelangte unter israelische, der Osten (inklusive das jüdische Viertel der Altstadt, dessen etwa 1’500 Einwohner:innen vertrieben wurden) unter jordanische Herrschaft. Wie vor den Sektorengrenzen Berlins warnten in Jerusalem Schilder vor dem Verlassen des jeweiligen Bereichs. Im dritten arabisch-israelischen Krieg von 1967 griffen jordanische Einheiten Westjerusalem an, im Gegenzug eroberte die israelische Armee aber Ostjerusalem, so dass nun die ganze Stadt unter israelische Herrschaft gelangte. Ihr Status blieb umstritten. Das 1978 von der Carter-Administration vermittelte israelisch-ägyptische Friedensabkommen klammerte die Jerusalem-Frage aus. 1980 beschloss die Knesset das «Jerusalemgesetz», das die Gesamtheit von Jerusalem zur Hauptstadt Israels erklärte, vom UNO-Sicherheitsrat aber umgehend und einstimmig für nichtig erklärt wurde. 1988 gab Jordanien seinen Anspruch auf Ostjerusalem auf, kurz darauf erklärte aber die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) Jerusalem zur Hauptstadt des von ihr ausgerufenen, nur auf dem Papier bestehenden «Staates Palästina». Im Oslo-Friedensprozess der frühen 90er Jahre war die Jerusalem-Frage heftig umstritten und blieb ohne Lösung. 2018 anerkannte die erste Trump-Administration in einem international umstrittenen Entscheid Jerusalem als israelische Hauptstadt und verlegte die US-Botschaft dorthin.

Der Zypernkonflikt führte mit der faktischen Teilung der Insel auch zur Teilung der Hauptstadt Nikosia. 1974 folgte auf einen Putschversuch griechisch-zypriotischer Offiziere, hinter denen die damalige griechische Militärjunta stand und die einen Anschluss an Griechenland erstrebten, eine türkische Militärintervention. Bis 1983 verstand sich die türkisch-zypriotische Administration in den türkisch besetzten Gebieten der Insel noch als Teil einer zukünftigen gesamtzypriotischen Föderation, dann wurde die Unabhängigkeit beanspruchende «Türkische Republik Nordzypern» ausgerufen, die aber international keine Anerkennung fand. Nikosia blieb Hauptstadt der Republik Zypern, der türkisch besetzte Nordteil der Stadt wurde aber als «Nord-Nikosia» zur Hauptstadt der «Türkischen Republik Nordzypern» erklärt. Durch die Stadt zieht sich seither die durch Mauern, Zäune und andere Absperrungen markierte, von UNO-Friedenstruppen überwachte «Grüne Linie», in deren Umfeld verschiedene Graffiti auf die Berliner Mauer verweisen.

Eine weitere «geteilte Stadt» der Nachkriegszeit war Belfast. Anders als Berlin, Jerusalem und Nikosia war die nordirische Kapitale aber nicht entlang einer internationalen Konfliktlinie in zwei Teile gespalten, sondern es akzentuierte sich in den «troubles» eine bereits zuvor bestehende konfessionelle Segregation der Wohnquartiere, bei der es schon in der Zwischenkriegszeit vereinzelte bauliche Einrichtungen zur Trennung der Bevölkerungsgruppen gegeben hatte. 1969 richtete die nordirische Regierung nach schweren Ausschreitungen eines protestantisch-unionistischen Mobs aus der Shankill Road in der Falls Road mit ihrer katholisch-republikanischen und teils gälischsprachigen Bevölkerung, die erst nach einem Armeeeinsatz beendet werden konnten, zwischen den beiden Quartieren eine «peace line» in Gestalt eines durch Polizei und Militär kontrollierten Stacheldrahtzauns ein, der aber explizit keine zweite Berliner Mauer sein sollte. In den folgenden Jahren nahm die konfessionelle Segregation zu. Etwa 60’000 Menschen wurden aus ihren bisherigen Wohnquartieren vertrieben. Es entstanden weitere «peace lines» aus Wellblechzäunen, Mauern, Gittern und Stahlwänden, insbesondere im Norden und Westen von Belfast, aber auch in den Städten Derry/Londonderry und Portadown. Auf dem Höhepunkt des Jurakonflikts in den 1970er Jahren wurde teilweise das Menetekel einer ähnlichen Spaltung Moutiers als «zweites Belfast» an die Wand gemalt (s. SozialarchivInfo 1/2019). Um die Jahrtausendwende betrug die Gesamtlänge der knapp 100 «peace lines» in Belfast 21 Kilometer. Nach dem von den Regierungen des Vereinigten Königsreichs und der Republik Irland vermittelten Karfreitagsabkommen von 1998 setzten Diskussionen über den Abbau der «peace lines» ein, bedeutende Teile der Bevölkerung Belfast halten sie aber nach wie vor für notwendig. Zugleich sind sie in jüngerer Zeit zu Touristenattraktionen geworden.

Von der Kapitulation der Nazis zur ersten Berlinkrise

Die Schlacht um Berlin vom 16. April bis 2. Mai 1945 war die letzte grosse Militäroperation des Zweiten Weltkriegs in Europa, kostete etwa 200’000 Menschenleben und führte zu umfangreichen Zerstörungen von Gebäuden und Verkehrsinfrastruktur. Am 30. April entzog sich Adolf Hitler im «Führerbunker» durch Selbstmord der Verantwortung für seine Verbrechen, am 2. Mai wurde die ganze Reichshauptstadt von der Roten Armee kontrolliert, deren Einheiten beim Sturm auf Berlin von rund 180’000 polnischen Soldaten unterstützt worden waren. Am 8./9. Mai 1945 unterzeichnete die deutsche Militärführung in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation. Am 17. Mai setzte der sowjetische Stadtkommandant eine hauptsächlich aus Kommunisten bestehende Zivilverwaltung unter Oberbürgermeister Arthur Werner ein. Bereits im Februar 1945 hatten die alliierten Mächte auf der Konferenz von Jalta die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und Berlins, das vollständig von der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) umgeben war, in vier Sektoren beschlossen. Im Juli 1945 trafen die ersten amerikanischen, britischen und französischen Besatzungskontingente in Berlin ein und übernahmen ihre Sektoren.

Als sich in den ersten Nachkriegsjahren Westzonen und SBZ vor dem Hintergrund des einsetzenden Kalten Krieges politisch zunehmend auseinanderentwickelten und 1949 zwei deutsche Staatsgründungen erfolgten, wurde der Status Berlins prekär. Zunächst standen indessen das Überleben und der Wiederaufbau im Zentrum. Rund ein Fünftel der Gebäude Berlins, in der Innenstadt sogar die Hälfte waren zerstört und 1,5 Millionen Menschen obdachlos geworden. Hatte die Reichshauptstadt bei Kriegsbeginn 4,3 Millionen Einwohner:innen gezählt, so war diese Zahl bis im Mai 1945 auf 2,8 Millionen abgesackt. Insbesondere in der Alterskohorte zwischen 20 und 45 Jahren wies die Bevölkerung einen extremen Frauenüberschuss auf – die Männer waren noch auf den diversen Kriegsschauplätzen, in Kriegsgefangenschaft oder gefallen. In den ersten Nachkriegswochen waren Vergewaltigungen durch Rotarmisten ein Massenphänomen – aufgrund von Spitalakten werden für Berlin Zahlen von mindestens 110’000 (in vielen Fällen mehrfach) vergewaltigten Frauen geschätzt. Wegen des Mangels an arbeitsfähigen Männern wurden die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten zunächst vor allem von Frauen ausgeführt. Das Bild der «Trümmerfrauen», die schwere körperliche Arbeit leisteten, wurde dadurch zu einem Symbol des Berlins der unmittelbaren Nachkriegszeit.

In allen Besatzungsgebieten Deutschlands erwachte in der zweiten Jahreshälfte 1945 das politische Leben durch Parteigründungen wieder. Im Wesentlichen entstanden als Wiedergründungen die Sozialdemokratische Partei (SPD) und die Kommunistische Partei (KPD), als Neugründung die überkonfessionelle Christlich Demokratische Union (CDU) sowie unter verschiedenen Namen eine liberale Partei. Während in den westlichen Besatzungszonen die Entwicklung zu einem pluralistisch-demokratischen Konkurrenzmodell tendierte, förderten die sowjetischen Militärbehörden in ihrer Zone ein Blockmodell unter kommunistischer Führung. Bereits im Juli 1945 wurden die vier zugelassenen Parteien in der SBZ im «Block der antifaschistisch demokratischen Parteien» zusammengeschlossen. Erste Wahlen Ende 1945 und Anfang 1946 in einzelnen Ländern der westlichen Besatzungszonen Deutschlands sowie in Österreich zeigten unerwartet schwache Resultate der Kommunist:innen mit Stimmenanteilen unter 10%. Da Ähnliches auch in der SBZ zu erwarten war und damit der kommunistische Führungsanspruch delegitimiert worden wäre, erhöhten die sowjetischen Militärbehörden daraufhin den Druck für einen Zusammenschluss von KPD und SPD.

Anfängliche sozialdemokratische Sympathien für eine Vereinigung und die Überwindung der Spaltung der Arbeiter:innenbewegung, die in der Weimarer Republik den Abwehrkampf gegen die Nazis entscheidend geschwächt hatte, verflogen angesichts des kommunistischen Machtanspruchs. Kurt Schumacher, spiritus rector des Wiederaufbaus der SPD in den westlichen Besatzungszonen, der in der späten Weimarer Republik den kommunistischen Kampf gegen die Sozialdemokratie im Rahmen der «Sozialfaschismus-Theorie» (der wie beim Berliner Verkehrsarbeiterstreik von 1932, der KPD-seitig vom späteren SED-Chef Walter Ulbricht, NSDAP-seitig von Josef Goebbels ausgerufen worden war, sogar zu punktuellen Kooperationen zwischen KPD und Nazis führen konnte) selbst miterlebt hatte, lehnte die Vereinigung strikte ab.

Die Furcht vor schlechten kommunistischen Wahlresultaten führte Anfang 1946 aber zur Forcierung der Vereinigungsbewegung in der SBZ durch sowjetische Behörden und KPD. Sozialdemokratische Vereinigungsskeptiker wurden zum Ziel behördlicher Repressionen, als «Spalter» diffamiert und mit Redeverboten belegt. Am 10./11. Februar 1946 fällte der Zentralausschuss der SPD in der SBZ mit 8 gegen 3 Stimmen bei 4 Enthaltungen den Entscheid für die sofortige Verschmelzung mit der KPD. Widerstand kam aber aus Berlin, wo eine SPD-Funktionärskonferenz sich mit grosser Mehrheit für eine Mitgliederbefragung aussprach. Diese fand am 31. März 1946 statt, allerdings nur in den Westsektoren, während sie im sowjetischen Sektor von der Besatzungsmacht nicht zugelassen wurde. Bei einer Beteiligung von 73% der SPD-Mitglieder sprachen sich 61,7% grundsätzlich für eine Zusammenarbeit mit der KPD aus, aber 82,2% waren gegen den sofortigen Zusammenschluss der beiden Parteien. Am 21./22. April 1946 fand im Admiralspalast im sowjetischen Sektor Berlins der Vereinigungsparteitag zur Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) für die gesamte SBZ statt. In Berlin selbst existierte neben der SED aber weiterhin in allen vier Sektoren auch die SPD. Die anfänglich paritätische Besetzung der SED-Gremien wurde rasch zugunsten ehemaliger KPD-Mitglieder aufgegeben und «Sozialdemokratismus» im Parteijargon zum Schimpfwort.

Am 20. Oktober 1946 fanden in den Ländern der SBZ sowie in Gross-Berlin Wahlen statt. Bei den Landtagswahlen war die Kandidatur einer eigenständigen SPD nicht zugelassen, dennoch blieb die SED in allen fünf Ländern knapp unter 50% und die beiden bürgerlichen Parteien CDU und LDP erzielten beachtliche Resultate von je um die 25%. Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung Gross-Berlins kam es dagegen zum direkten Duell zwischen SPD und SED, welches eindeutig ausfiel: Die SPD kam auf 48,8% gegenüber nur 19,8% der SED, die noch hinter der CDU (22,2%) landete. Selbst im sowjetischen Sektor lag die behördlich geförderte SED mit 29,8% deutlich hinter der SPD (43,6%). Im Dezember wählte die Stadtverordnetenversammlung einen neuen Magistrat unter dem sozialdemokratischen Oberbürgermeister Otto Ostrowski, der einer Dreierkoalition aus SPD, CDU und LDP vorstand.

Als Ostrowskis Nachfolger wurde im Juni 1947 der Sozialdemokrat Ernst Reuter gewählt, der aber aufgrund eines sowjetischen Vetos in der Alliierten Kommandantur sein Amt zunächst nicht antreten konnte. Reuter war im Ersten Weltkrieg Kriegsgefangener in Russland gewesen und hatte sich 1917/18 aktiv an der bolschewistischen Revolution beteiligt. Nach seiner Rückkehr war er 1919 bis zu seinem Parteiausschluss 1922 KPD-Funktionär gewesen und gelangte dann wieder zur SPD zurück. Bis 1933 war er Kommunalpolitiker in Berlin und Magdeburg, ging dann nach zweimaliger KZ-Haft ins Exil in die Türkei, wo er an der Universität Ankara Stadtplanung unterrichtete, und kehrte 1946 nach Berlin zurück, wo er Stadtrat für Verkehr und Versorgungsbetriebe wurde.

Aufgrund des sowjetischen Vetos gegen Reuter wurde vom Juni 1947 bis Oktober 1948 Louise Schroeder als erste Frau kommissarische Oberbürgermeisterin Berlins. In ihre Amtszeit fiel der Beginn der ersten Berlinkrise. Im Frühjahr 1948 zeichnete sich zunehmend eine wirtschaftspolitische Verschmelzung der drei Westzonen und deren Einbezug in den Marshallplan ab. Zudem scheiterten Bestrebungen für eine einheitliche Währungsreform für alle Besatzungszonen. Ende März stellte die Sowjetunion ihre Mitarbeit im Alliierten Kontrollrat für Deutschland ein und erhöhte, auch in Absprache mit der SED-Führung, die für die im Herbst bevorstehenden Berliner Wahlen ein ähnlich schlechtes Ergebnis wie 1946 befürchtete, den Druck auf die Berliner Westsektoren. Ab dem 1. April gab es Einschränkungen westalliierter Truppentransporte auf den Zufahrtswegen nach Berlin. Am 16. Juni verliess die Sowjetunion die Alliierte Kommandantur Berlins. Am 20. Juni wurde in den westlichen Besatzungszonen die D-Mark eingeführt, drei Tage darauf erfolgte in der SBZ und Berlin die Einführung der Ostmark.

Ab dem 24. Juni 1948 wurde die D-Mark aber auch in den westlichen Sektoren Berlins Zahlungsmittel. Am selben Tag stellten die sowjetischen Behörden die Belieferung der Westsektoren mit Strom aus der SBZ ein, was gewaltige Blackouts verursachte, und blockierte zunehmend den Personen- und Güterverkehr zwischen den westlichen Besatzungszonen und den Westsektoren Berlins auf Strassen, Schienen, Flüssen und Kanälen. Nur der Verkehr zum Ostsektor der Stadt und zur SBZ blieb offen, wobei aber betont wurde, dass eine Versorgung der Westsektoren aus diesen Gebieten nicht erfolgen werde. Da die Westsektoren mit ihren 2,2 Millionen Einwohner:innen zu etwa drei Viertel aus den westlichen Besatzungszonen versorgt wurden, kam dies der Ankündigung einer Aushungerungsstrategie gleich. Am 2. August liess Stalin die Botschafter der westalliierten Mächte wissen, die Blockade könne aufgehoben werden, wenn die auf die Gründung eines provisorischen westdeutschen Staats abzielenden Beschlüsse der Londoner Sechsmächtekonferenz ausgesetzt würden. Diese von Februar bis Anfang Juni 1948 tagende Konferenz war hervorgegangen aus dem Scheitern des Versuchs einer einheitlichen Deutschlandpolitik nach fünf ergebnislosen Aussenministertreffen der vier Hauptsiegermächte.

Ebenso setzten im Ostsektor Berlins Repressionen gegen gewählte Behördenmitglieder und Verwaltungsmitarbeitende, die sich der sowjetischen Linie nicht unterordneten, ein. Anfang September verlegte die Stadtverordnetenversammlung ihre Sitzungen deshalb vom sowjetischen in den britischen Sektor. Am 9. September 1948 demonstrierten 350’000 Menschen auf dem Platz der Republik gegen die Blockade, die Spaltung Berlins und die Repressionen gegen frei gewählte Amtsträger:innen. Ernst Reuter rief in einer international beachteten Rede vor der Ruine des Reichstagsgebäudes aus: «Ihr Völker der Welt, […] schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft!» Nach der Kundgebung erschossen Ostberliner Volkspolizisten einen 15-jährigen Schüler.

Die westalliierten Mächte waren von der Blockade zunächst überrumpelt und reagierten darauf wenig koordiniert, zumal die Möglichkeiten, Westberlin zu halten, sehr kontrovers eingeschätzt wurden. Erst im Februar war in der Tschechoslowakei mit dem Prager Umsturz die letzte Demokratie in der sowjetischen Einflusssphäre, die Churchill 1946 in seiner «Iron Curtain»-Rede noch ausdrücklich als Sonderfall genannt hatte, zerstört worden. Bereits ab dem 26. Juni 1948 startete aber eine Luftbrücke mit Versorgungsflügen der amerikanischen und britischen Luftwaffen. Die täglich 500 Flugzeuge, die im Volksmund als «Rosinenbomber» bezeichnet wurden, transportierten in drei Luftkorridoren Lebensmittel, andere Gebrauchsgüter und vor allem Kohle nach Westberlin. Ebenso untersagten die Westmächte den Export gewisser Produkte und Rohstoffe (u. a. von Steinkohle und Stahl) in die SBZ. Diese Retorsionsmassnahme traf die dortige Wirtschaft umso schmerzhafter, als zuvor bereits zwei Drittel der industriellen Kapazität in die Sowjetunion abtransportiert worden waren.

Am 30. November 1948 erklärte eine von der sowjetischen Militäradministration und der SED inszenierte «ausserordentliche Stadtverordnetenversammlung» mit «Delegierten» aus dem Ostsektor ohne demokratische Legitimation die Stadtregierung für abgesetzt und ernannte einen SED-geführten «provisorischen demokratischen Magistrat», der die Gesamtheit von Berlin zu einem Teil der SBZ erklärte und von den sowjetischen Behörden sofort anerkannt wurde. Damit war die politische Spaltung der Stadt besiegelt. Die ordentlichen Berliner Wahlen am 5. Dezember konnten nur in den Westsektoren stattfinden und endeten mit einem überwältigenden Sieg der SPD, die 64,5% der Stimmen erhielt. Die CDU kam auf 19,4%, die LDP auf 16,1%, die SED trat nicht mehr an. Ernst Reuter wurde daraufhin Oberbürgermeister Westberlins und setzte in der Krisensituation die Koalition mit CDU und LDP fort. In Ostberlin sollte es erst 1953 wieder Wahlen geben, die dann nach dem DDR-System mit Einheitslisten stattfanden. Umgekehrt beteiligte sich die SED ab 1954 wieder an den Westberliner Wahlen (nach dem Bau der Mauer als vorgeblich von der DDR unabhängige, aber massiv von dieser finanzierte SED-W bzw. SEW), blieb aber stets deutlich unter 3%.

Mit dem anbrechenden Winter wurde allgemein mit einer Verschlechterung der Versorgungslage Westberlins gerechnet. Nach dem für Berlin sehr harten «Hungerwinter» 1946/47 war der «Blockadewinter» 1948/49 aber von den Temperaturen her viel milder, so dass die Minimalversorgung mit Nahrungsmitteln und Energie über die Luftbrücke knapp gesichert werden konnte. Damit war das Scheitern der Blockade offenkundig. Ab Februar 1949 verhandelte die Sowjetunion insgeheim mit den Westmächten über die Aufhebung der Blockade und der Gegenmassnahmen und am 4. Mai kam es zu einem entsprechenden Abkommen. Ab Mitternacht vom 11. auf den 12. Mai 1949 wurden die Westsektoren wieder mit Strom versorgt und die Blockade der Verkehrswege zu Wasser und Land aufgehoben. Erst im Herbst waren die Verkehrswege aber wieder wie vor der Blockade benutzbar, weswegen die Luftbrücke bis zum 30. September weiterging. Insgesamt wurden von Juni 1948 bis September 1949 in 277’569 Flügen rund 2,1 Millionen Tonnen Fracht nach Berlin gebracht, davon 1,44 Millionen Tonnen Kohle, 485’000 Tonnen Nahrungsmittel und 160’000 Tonnen Baustoffe. Für die emotionale Westbindung der Westberliner Bevölkerung spielte die Hilfe aus der Luft eine wesentliche Rolle.

Von der politischen Spaltung zur zweiten Berlinkrise

In der Zwischenzeit waren die Gründungsprozesse der beiden deutschen Staaten weiter vorangeschritten. In den Westzonen erarbeitete der von den Landtagen gewählte Parlamentarische Rat vom 1. September 1948 bis 8. Mai 1949 das Grundgesetz, welches am 12. Mai, dem Tag der Beendigung der Berlin-Blockade, von den Militärgouverneuren der drei westlichen Besatzungsmächte genehmigt wurde und nach Annahme durch die Landtage am 23. Mai in Kraft trat. Am 14. August 1949 fanden die ersten Bundestagswahlen statt, welche die Unionsparteien mit 31% knapp vor der SPD (29,2%) gewannen, während die KPD nur auf 5,7% kam. Am 15. September wählte der Bundestag Konrad Adenauer zum ersten Bundeskanzler. Obwohl das Grundgesetz «Gross-Berlin» (also alle Sektoren) als Bundesland vorsah, gab es in Westberlin aufgrund des Viermächtestatuts keine Direktwahlen zum Bundestag. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung wählte Abgeordnete in den Bundestag, die aber nicht voll stimmberechtigt waren.

In der SBZ war aus der zunächst zonenübergreifenden, die gewählten Behörden konterkarierenden «Volkskongress»-Bewegung, die die SED bereits Ende 1947 initiiert hatte, im März 1948 der nicht gewählte «Erste Deutsche Volksrat» hervorgegangen, der die Verfassung der DDR ausarbeitete. Mitte Mai 1949 wurde der «Dritte Deutsche Volkskongress» mittels Einheitsliste «gewählt». Dieser genehmigte Ende Mai die Verfassung der DDR und wählte den «Zweiten Deutschen Volksrat». Am 7. Oktober 1949 wurde die DDR proklamiert, am selben Tag erklärte sich der «Zweite Deutsche Volksrat» zur provisorischen Volkskammer der DDR. Gemäss der Verfassung der DDR war deren Hauptstadt «Berlin» (de facto Ostberlin), wie im Bundestag hatten aber auch in der Volkskammer die Berliner Abgeordneten kein volles Stimmrecht.

Die erste Volkskammerwahl fand dann am 15. Oktober 1950 mittels Einheitsliste statt, die auf die in der Folge obligaten 99,7% der Stimmen kam. Seit den Landtagswahlen von 1946 waren in der SED die sozialdemokratischen Elemente weiter ausgeschaltet worden, ebenso bei Ost-CDU und LDPD Persönlichkeiten, die sich der sowjetischen Linie nicht unterwerfen wollten. Die «Blockparteien» unterlagen vielfältigen behördlichen Kontrollen und Repressionen, die von der Anmeldungspflicht selbst interner Veranstaltungen über Verweigerung von Papier und Druckmöglichkeiten sowie Vorzensur von Reden, Publikationen und Parteibeschlüssen bis zur Absetzung und Verhaftung, in einzelnen Fällen sogar Hinrichtung von Funktionär:innen reichten. Zudem wurden zur Schwächung von CDU und LDPD 1948 zwei Retortenparteien ins Leben gerufen, die Demokratische Bauernpartei (DBD) und die National-Demokratische Partei (NDPD). Letztere war als Gefäss für «kleine» Nazis, Wehrmachtoffiziere und Ostvertriebene gedacht und zu ihrer Leitung wurden zuverlässige SED-Genossen abgeordnet. Nur in Ostberlin existierte bis 1961 zudem als klassische Spoilerpartei die SED-nahe «Sozialdemokratische Aktion» (SDA), die sich als Konkurrenz zur «spalterischen» SPD aus «oppositionellen Sozialdemokraten» aufspielte. Neben der SED und diesen Blockparteien gehörten den Einheitslisten auch die sogenannten «Massenorganisationen» an, die ebenfalls stark von der SED kontrolliert wurden.

Mit der doppelten Staatsgründung blieben aber sowohl die Deutschlandfrage als auch der Status von Berlin zunächst noch in der Schwebe. Im März 1952 bot Stalin plötzlich Verhandlungen über eine Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands an. Die Westmächte und die Bundesregierung betrachteten dies als taktisches Manöver, um die zunehmende Westintegration der Bundesrepublik zu torpedieren: 1951 war der westdeutsche Staat Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) geworden, zugleich liefen Verhandlungen über die Bildung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Die Westmächte forderten in ihrer Antwort, dass die Abhaltung gesamtdeutscher Wahlen unter Aufsicht der UNO der Bildung einer gesamtdeutschen Regierung vorangehen müsse, was die Sowjetunion aber ablehnte. Die Initiative verpuffte im September 1952.

Ebenfalls 1952 begann die DDR, die Grenze zur Bundesrepublik mit Zäunen, Alarmvorrichtungen, Bewachung und einer fünf Kilometer breiten Sperrzone abzuriegeln und siedelte in der «Aktion Ungeziefer» Tausende als politisch unzuverlässig betrachtete Menschen aus der Sperrzone aus. In Berlin wurden zwar von 277 Sektorenübergängen 200 gesperrt und bei den restlichen die Kontrollen verschärft, dennoch gab es immer noch eine relative Bewegungsfreiheit, etwa auch mit der S-Bahn. Dadurch konzentrierten sich die Fluchten aus der DDR in der Folge immer mehr auf den Weg über Berlin.

Im folgenden Jahr wurde die DDR von einer von Ostberlin ausgehenden Protest- und Streikwelle erschüttert, die als «Aufstand vom 17. Juni» in die Erinnerung eingegangen ist. Die junge DDR befand sich im Frühjahr 1953 in einer multiplen Krise. Zur politischen Repression kamen starke Probleme bei der Lebensmittelversorgung, ein stetig grösser werdender Wohlstandsrückstand auf die Bundesrepublik und ein Anwachsen der Abwanderungsbewegung nach Westdeutschland via Westberlin. Mitte Mai beschloss das Zentralkomitee der SED eine Erhöhung der Arbeitsnormen um 10%. Bereits im Mai und Anfang Juni kam es in zahlreichen Betrieben zu Streiks. Die Bestätigung der Normerhöhung in mehreren Artikeln der DDR-Presse Mitte Juni wirkte dann als Auslöser weitreichender Proteste in zahlreichen Ortschaften. Am 16. Juni kam es zunächst an Grossbaustellen in Ostberlin zu Arbeitsniederlegungen, aus denen rasch eine grosse Demonstration erwuchs, an der auch der Rücktritt der Regierung und freie Wahlen gefordert und zum Generalstreik aufgerufen wurde. Am folgenden Tag weitete sich die Protestbewegung aus. In über 500 Ortschaften der DDR gab es Streiks und Demonstrationen, an denen sich bis zu 1,5 Millionen Menschen beteiligten.

Die DDR-Regierung flüchtete unter den Schutz der sowjetischen Militärbehörden Ostberlins und gab per Rundfunk die Rücknahme der Normerhöhung bekannt, bezeichnete die Proteste aber als das «Werk von Provokateuren und faschistischen Agenten ausländischer Mächte». Das Zerrbild eines angeblich vom Westen gesteuerten «faschistischen Putsches» wurde in der Folge im Ostblock zum Standardnarrativ über die Ereignisse von 1953 – und sechs Jahrzehnte später dann von der putinistischen Propaganda fast wörtlich auf die Euromaidan-Proteste in Kyjiw übertragen. Kurz nach Mittag des 17. Juni verhängten die sowjetischen Militärbehörden das Kriegsrecht über Ostberlin und weite Teile der DDR. In Ostberlin rückten bereits ab 10 Uhr sowjetische Truppen und Panzer ein, in anderen Ortschaften einige Stunden später. Insgesamt gelangten etwa 20’000 sowjetische Soldaten nebst 8’000 Angehörigen der Kasernierten Volkspolizei zum Einsatz, die 34 Protestierende erschossen. Die Protestbewegung verlor dadurch rasch an Schwung, vereinzelte Streiks und Demonstrationen gingen aber noch bis Anfang Juli weiter. Erst am 11. Juli wurde das Kriegsrecht aufgehoben. In einer ersten Repressionswelle wurden über 2’000 Personen verhaftet und verurteilten Standgerichte 19 Aufständische zum Tod und Hunderte weitere zur Zwangsarbeitslagerstrafen in Sibirien. Tausende weitere Angeklagte wurden in den folgenden Monaten von DDR-Gerichten zu kürzeren oder längeren Haftstrafen sowie in zwei Fällen zum Tod verurteilt.

In den folgenden Jahren blieb das gespaltene, aber weiterhin durchlässige Berlin ein Hotspot des Kalten Krieges, in dem sich lokale Bewältigungsstrategien der komplexen politischen und wirtschaftlichen Situation mit Geopolitik mischten. Trotz vielfältiger Schikanen und Anti-Grenzgänger-Propaganda durch die DDR-Behörden arbeiteten nach wie vor Zehntausende von Ostberliner:innen in Westberlin oder umgekehrt. Der unmittelbar nach Kriegsende aufgrund der katastrophalen Versorgungssituation florierende Schwarzmarkt war mit den Währungsreformen von 1948 zwar zurückgegangen, setzte sich aber aufgrund der unterschiedlichen Währungen und Wirtschaftssysteme, des Wohlstandsgefälles, der in der DDR bis 1958 anhaltenden Lebensmittelrationierung und der Möglichkeit, sich polizeilicher Verfolgung durch Flucht über die Sektorengrenzen zu entziehen, bis zum Mauerbau fort.

Die Geheimdienste der vier Besatzungsmächte sowie der beiden deutschen Staaten besassen in der geteilten Stadt grosse Netze von Informant:innen und führten zahlreiche verdeckte Operationen durch. Spektakulär war etwa die «Operation Gold» der angelsächsischen Geheimdienste MI6 und CIA. Ab 1954 gruben sie unter der Sektorengrenze hindurch einen Spionagetunnel nach Ostberlin, um die Telefonleitungen des sowjetischen Militärhauptquartiers anzapfen zu können. Im Frühjahr 1955 wurde die Abhörung gestartet, mit deren Übersetzung und wenig ergiebigen Auswertung sich zeitweise über 300 Mitarbeiter:innen befassten. Die sowjetischen Behörden hatten indessen durch den MI6-Mitarbeiter George Blake, der als Kriegsgefangener im Koreakrieg zum «Maulwurf» umgedreht worden war und nach seiner Enttarnung dann 1966 auf spektakuläre Weise aus einem Londoner Gefängnis in die DDR und weiter nach Moskau flüchten sollte, schon vor Baubeginn Kenntnis von der Operation. Im April 1956 inszenierten sie die «Entdeckung» des Tunnels durch sowjetische und ostdeutsche Soldaten und nutzten das Ereignis zur propagandistischen Medialisierung.

Knapp zehn Jahre nach der ersten begann im November 1958 die zweite Berlinkrise. In der Zwischenzeit hatten beide deutsche Staaten wieder Streitkräfte aufgestellt. In der DDR war ab 1952 die Kasernierte Volkspolizei aufgebaut worden, die 1953 auch See- und Luftstreitkräfte erhielt und 1956 in die Nationale Volksarmee (NVA) umgewandelt wurde. In der Bundesrepublik erfolgte, nachdem 1954 der EVG-Plan einer Europa-Armee mit bundesdeutscher Beteiligung an einer «unheiligen» kommunistisch-gaullistischen Allianz im französischen Parlament gescheitert war, 1955 die Gründung der Bundeswehr. 1955 trat die Bundesrepublik der NATO und die DDR dem Warschauer Pakt bei.

Am 27. Oktober 1958 verkündete Ulbricht in einer Rede, ganz Berlin sei von Beginn weg «Bestandteil der Sowjetischen Besatzungszone» gewesen und gehöre nun zum «Hoheitsbereich der Deutschen Demokratischen Republik». Am 27. November 1958 erklärte der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow, der Viermächtestatus Berlins sei nicht mehr in Kraft, und drohte den Westmächten an, dass die Sowjetunion der DDR die Kontrolle über die Verbindungswege zwischen der Bundesrepublik und Westberlin übertragen werde, sollte nicht innerhalb eines halben Jahres eine alliierte Übereinkunft zur Umwandlung Westberlins in eine entmilitarisierte (d. h. von westalliierten Truppen geräumte) und von der Bundesrepublik völlig unabhängige «Freie Stadt» zustande kommen. Die Bundesrepublik, die westlichen Siegermächte und die Aussenministerkonferenz der NATO wiesen dieses «Chruschtschow-Ultimatum» zurück. Im Januar 1959 doppelte Chruschtschow mit der Forderung nach einem Friedensvertrag mit Gesamtdeutschland und dem Ersatz der NATO durch ein nicht weiter beschriebenes gesamteuropäisches Sicherheitssystem unter Einschluss Deutschlands nach. Als Reaktion auf die sowjetischen Pressionen, die eine neuerliche Blockade Westberlins befürchten liessen, gründeten die Westalliierten Anfang 1959 die Organisation «Live Oak», die koordinierte Massnahmen bei Störungen des Zugangs nach Westberlin durch die Luft oder zu Lande plante, an der ab 1961 in eingeschränktem Masse auch die Bundesrepublik beteiligt war und die bis 1990 existieren sollte.

Am 1. Mai 1959 fand am Ort von Reuters «Schaut auf diese Stadt»-Rede unter dem Motto «Berlin bleibt frei» eine grosse Kundgebung mit einer halben Million Teilnehmer:innen statt. Berlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt begrüsste die Versammlung, die «aus freiem Willen» anwesend sei, und rief Richtung Sektorengrenze: «Der Tag wird kommen, an dem das Brandenburger Tor nicht mehr an der Grenze liegt! […] Macht das Tor auf, macht Schluss mit der widernatürlichen Spaltung!» Auf der anderen Seite der Sektorengrenze paradierten zum Tag der Arbeit NVA-Einheiten im Stechschritt, mit gefällten Bajonetten und gefolgt von Panzerkolonnen an der SED-Spitze vorüber. Die Westberliner UFA Film AG kontrastierte in ihrer Wochenschau die performativen Unterschiede der beiden Mai-Feiern und meinte zur militaristischen Manifestation in Ostberlin: «Es sind Bilder, die keines Kommentars bedürfen.» An der Aussenministerkonferenz der Siegermächte in Genf mit Beobachterdelegationen der beiden deutschen Staaten vom Mai bis August 1959 kam keine Einigung zustande. Am 8. September 1959 benannte Brandt als politische Grundsätze die Zugehörigkeit Westberlins zum freien Teil Deutschlands, das Selbstbestimmungsrecht der Berliner Bevölkerung, die Vier-Mächte-Verantwortung in und für Berlin sowie das Recht auf freien Zugang nach Berlin.

Im Juni 1961 erneuerte Chruschtschow in Wien am ersten und einzigen Treffen mit dem neuen US-Präsidenten John F. Kennedy sein Berlin-Ultimatum. Kennedy konterte darauf Ende Juli 1961 in einer Radio-Ansprache mit den «Three Essentials», dem unantastbaren Recht der Westmächte auf Anwesenheit in ihren jeweiligen Sektoren Westberlins, dem Zugangsrecht der Westmächte nach Berlin und der Wahrung der Sicherheit und der Rechte der Bürger:innen Westberlins durch die westlichen Besatzungsmächte, und verkündete, Westberlin werde notfalls militärisch verteidigt. Aufgrund der Gefahr, dass der Konflikt um Berlin in einen Atomkrieg ausarten könnte, änderte die sowjetische Seite im Anschluss ihre Strategie.

«Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!»

Der erneute sowjetische Druck auf Westberlin ab 1958 hing einerseits mit dem gestiegenen Selbstbewusstsein der östlichen Supermacht zusammen. Ende 1956 hatte sie den ungarischen Volksaufstand unterdrückt, ohne dass der Westen mehr als verbal protestierte (s. SozialarchivInfo 5/2016), ein Jahr darauf versetzte sie mit der ersten Erdumrundung eines Satelliten dem Westen den «Sputnik-Schock». Mit dem Trägersystem des Sputnik, «R-7», war das Territorium der USA mit atomar bestückten Interkontinentalraketen erreichbar geworden. Andererseits und ausschlaggebend war der Druck auf Westberlin die Folge einer anhaltenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Krisenlage der DDR. 1949 bis 1961 flohen 2,6 Millionen Menschen, darunter besonders viele Junge, aus der DDR und Ostberlin in den Westen. Damit verliessen in den ersten 12 Jahren etwa 14% der DDR-Bevölkerung das Land. Als um 1960 in scharfem Kontrast zum anhaltenden bundesdeutschen «Wirtschaftswunder» die DDR in eine Wirtschaftskrise geriet, die diejenige von 1953 noch übertraf, nahm die Fluchtwelle weiter zu, so dass in Ostberlin etwa 45’000 Arbeitskräfte fehlten. Auch zählten die Behörden 1960 166 Arbeitsniederlegungen. Stimmungsberichte der Stasi zeigten eine wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung. Von März 1960 bis Juni 1961 flohen monatlich zwischen 13’000 und 21’000 Menschen, im Juli 1961 dann sogar über 30’000. Einen Tag vor der Sperrung der Sektorengrenzen übersiedelten am 12. August 1961 3’190 DDR-Bürger:innen und Ostberliner:innen in den Westen.

Ab 1960 galt für die DDR-Grenztruppen in Fällen des «ungesetzlichen Grenzübertritts» der Schiessbefehl. Im März 1961 plädierte Ulbricht an einer Tagung der Warschauer-Pakt-Staaten für eine sofortige Abriegelung der Sektorengrenzen, drang damit bei Chruschtschow aber noch nicht durch. Der Begriff der «Mauer» tauchte im Zusammenhang mit der Spaltung Berlins erstmals prominent an einer internationalen Pressekonferenz in Ostberlin am 15. Juni 1961 auf. Die Journalistin Annamarie Doherr von der «Frankfurter Rundschau» fragte dabei im Zusammenhang mit Chruschtschows Berlin-Ultimatum, ob die geforderte Umwandlung Westberlins in eine «Freie Stadt» die Errichtung einer Staatsgrenze am Brandenburger Tor zur Folge haben würde. Ulbricht stritt daraufhin, ohne explizit danach gefragt worden zu sein, den Plan einer Abriegelung Westberlins ab: «Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Äh, mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!»

Die Entscheidung, genau dies zu tun, fiel dann am 3. August 1961 bei einer Besprechung zwischen Ulbricht und Chruschtschow in Moskau. Eine Tagung der Warschauer-Pakt-Staaten vom 3. bis 5. August bestätigte Pläne zur «Sicherung der Westgrenze». Nach seiner Rückkehr aus Moskau informierte Ulbricht das SED-Politbüro am 7. August über die Abriegelungspläne. Am 11. August stimmte die DDR-Volkskammer der «Sicherung der Westgrenze» zu. Das Ausmass des Plans war streng geheim. Erst am 10. August erhielt der westdeutsche Bundesnachrichtendienst (BND) einen ersten Hinweis. Die Westalliierten hatten bereits zuvor Informationen über die Planung drastischer Massnahmen, wahrscheinlich aber nicht über deren Ausmass und Zeitpunkt. Am 12. August erhielt der BND konkretere Informationen über eine in Bälde geplante Abriegelung der Berliner Sektorengrenzen. Erst am späten Abend desselben Tages informierte Ulbricht den DDR-Ministerrat, den Oberbürgermeister von Ostberlin und die Vorsitzenden der Blockparteien über die unter dem Decknamen «Operation Rose» vom späteren Parteichef Erich Honecker geleitete, unmittelbar bevorstehende Abriegelung der Sektorengrenzen.

Noch in derselben Nacht begannen Tausende von Mitgliedern der NVA, Grenz-, Schutz- und Volkspolizei sowie der paramilitärischen Betriebskampfgruppen mit der Abriegelung von Strassen und Schienenwegen nach Westberlin. Die Ostberliner Stationen der Westberliner S- und U-Bahn-Linien wurden abgesperrt. NVA-Einheiten und sowjetische Truppen waren in erhöhter Gefechtsbereitschaft bei den alliierten Grenzübergängen präsent. Am frühen Morgen des 13. Augusts, einem Sonntag, erfolgte die Sperrung der Sektorengrenzen und begann deren bauliche Abriegelung durch Betonblöcke, Zäune und Stacheldraht. Parallel dazu berief die Ostberliner SED ihre Mitglieder am Vormittag zu ausserordentlichen «Kreisaktivtagungen» zusammen und schwor sie zu argumentativer Beeinflussung von Fragenden, aber gewaltsamem Vorgehen gegen «Provokateure» ein. Bei Gebäuden auf Ostberliner Territorium mit Ausgang auf Westberliner Strassen wurden Hauseingänge und Fenster zugemauert und in den folgenden Wochen die Sperrelemente Schritt für Schritt durch eine Mauer verstärkt. In der Aktion «Blitz kontra NATO-Sender» kletterten Mitglieder der «Freien Deutschen Jugend» (FDJ) Anfang September auf die Ostberliner Dächer und verbogen Antennen, die zum Empfang bundesdeutscher Fernsehsender ausgerichtet waren.

Für die Berliner Bevölkerung kam der Beginn des Mauerbaus als ein Schock und führte zu Wut, Verbitterung und Verzweiflung. Die noch am selben Tag im DDR-Radio zitierten Stimmen von Ostberliner:innen, die die Abriegelung der Sektorengrenzen als überfällig begrüssten, konnten schwerlich Repräsentativität beanspruchen. Allerdings mischten sich in Angst und Unsicherheit bei vielen auch Gleichgültigkeit, Resignation oder die trügerische Hoffnung auf eine Art «Burgfrieden». Grösseren Unmut konstatierte die Stasi insbesondere bei Jugendlichen. Vereinzelt gab es an den Sektorengrenzen Proteste. Am 14. August kam es auch in wenigen DDR-Betrieben zu kleineren Streiks. Massendemonstrationen blieben nach der Erfahrung von 1953 aber aus. Dennoch kam es zu einer Repressionswelle. Allein bis zum 4. September wurden über 3’000 Personen wegen «staatsfeindlicher Hetze» oder «Staatsverleumdung» verhaftet. Waren in der ersten Jahreshälfte 1961 4’500 Personen als «Staatsverbrecher» abgeurteilt worden, so sprang diese Zahl in der zweiten Jahreshälfte auf 20’000. Am 25. August 1961 ordnete der Staatsrat der DDR zudem die Einrichtung von Arbeitslagern für «arbeitsscheue Personen» an.

Zahlreiche Menschen nutzten die noch vorhandenen Schlupflöcher, um sich in letzter Minute nach Westberlin abzusetzen. Bis September 1961 gab es 216 gelungene Fluchtversuche von etwa 400 Menschen, auch desertierten von den eingesetzten Sicherungskräften 85 Personen. Flüchtlinge seilten sich an Bettlaken aus noch nicht zugemauerten Fenstern ab oder sprangen auf Sprungtücher der Westberliner Feuerwehr. Ikonisch wurden die Bilder vom desertierenden Volkspolizisten Conrad Schumann, der am 15. August beim Überspringen einer Stacheldrahtrolle in den Westen fotografiert wurde.

Politischer Protest kam zunächst vor allem von Willy Brandt, der an einer Sondersitzung des Westberliner Abgeordnetenhauses am 13. August den Mauerbau scharf verurteilte: «In Wahrheit hat das kommunistische Regime in den letzten 48 Stunden das Eingeständnis dafür geliefert, dass es selbst schuld ist an der Flucht von Deutschen nach Deutschland. Eine Clique, die sich Regierung nennt, muss versuchen, ihre eigene Bevölkerung einzusperren. Die Betonpfeiler, der Stacheldraht, die Todesstreifen, die Wachtürme und die Maschinenpistolen, das sind die Kennzeichen eines Konzentrationslagers. Es wird keinen Bestand haben. Wir werden in Zukunft noch sehr viel mehr Menschen als früher nach Berlin bringen, aus allen Teilen der Welt, damit sie die kalte, die nackte, die brutale Wirklichkeit eines Systems sehen können, das den Menschen das Paradies auf Erden versprochen hat.»

Drei Tage später sprach Brandt zu einer Protestversammlung von 300’000 Menschen vor dem Rathaus Schöneberg. In seiner von mehreren bundesdeutschen und ausländischen Fernsehstationen live übertragenen Rede, die der Empörung der Bevölkerung Ausdruck verlieh, ohne zusätzliches Öl ins Feuer zu giessen, titulierte er Ulbricht als «Kettenhund» der Sowjetunion, lud den Bundeskanzler zu einem möglichst raschen Besuch in Berlin ein, forderte von den Westalliierten «politische Aktionen», warnte vor einer Politik der Schwäche und Nachgiebigkeit und hielt fest: «Die Moral der Welt wird so viel wert sein, wie die Moral in Berlin wert ist.» In rhetorischer Anlehnung an Reuters Blockaderede von 1948 rief Brandt auch aus: «Wir rufen die Völker der Welt […] auf, hierher nach Berlin zu sehen, wo die blutende Wunde eines Volkes verkrustet werden soll durch Stacheldraht und genagelte Stiefel.» Brandt prägte auch den Begriff «Schandmauer», der rasch in den allgemeinen westdeutschen und Westberliner Sprachgebrauch einging.

Bundeskanzler Adenauer rief am Tag des Mauerbaus die Bevölkerung zu Ruhe und Besonnenheit auf. Dass er erst am 22. August Westberlin besuchte, stiess manchenorts auf Kritik. Seine Rede unweit des Brandenburger Tors wurde von Lautsprechern aus dem Ostsektor übertönt, die zur Melodie von Gus Backus’ wenige Monate zuvor lanciertem Erfolgsschlager «Da sprach der alte Häuptling der Indianer, wild ist der Westen, schwer ist der Beruf» Adenauer und Brandt verhöhnten und sich über den Bundestagswahlkampf zwischen den beiden Spitzenpolitikern lustig machten. Die Wahl fand einen Monat nach dem Mauerbau statt. Adenauer erlitt kurz nach dem 13. August einen Popularitätseinbruch, konnte sich dann aber fangen. Die Unionsparteien verloren mit einem Stimmenrückgang von 4,9% zwar die bisherige absolute Mehrheit, blieben aber stärkste Kraft. Die SPD mit Brandt als Kanzlerkandidaten gewann 4,4%, blieb aber 9% hinter CDU und CSU, die in der Folge eine Koalition mit der FDP eingingen.

Die Westmächte reagierten auf den Mauerbau zögerlich und zurückhaltend. Erst nach zwanzig Stunden erschienen Militärstreifen an der Sektorengrenze und erst nach drei Tagen gingen diplomatische Proteste in Moskau ein. Dies nährte Gerüchte, die Sowjetunion habe den Westalliierten vorgängig zugesichert, ihre Rechte in Westberlin nicht zu verletzen. Aus dieser Perspektive wäre der Mauerbau der Anerkennung des Status quo durch den Ostblock gleichgekommen, die die Gefahr eines Krieges wegen Berlin bannte. Zur Bekräftigung des amerikanischen Engagements für Westberlin schickte Kennedy Vize-Präsident Lyndon B. Johnson sowie General Lucius D. Clay, den «Vater» der Luftbrücke von 1948/49, nach Europa, die am 19. August, noch vor dem Bundeskanzler, in Berlin eintrafen. Zugleich wurden die amerikanischen Truppen in Westberlin um 1’500 Mann verstärkt. Zu einer direkten sowjetisch-amerikanischen Konfrontation, die ikonische Fotografien hervorbrachte, kam es am 27. Oktober 1961 am Checkpoint Charlie. Als die DDR an diesem Grenzübergang Kontrollen für ausländische Diplomaten und Militärs einzuführen versuchte, fuhren je dreissig Kampfpanzer unmittelbar am Grenzstreifen einander gegenüber auf, wurden am nächsten Tag aber wieder abgezogen.

Die DDR-Propaganda stellte den Mauerbau als notwendige Schutzmassnahme gegen «westliche Wühlarbeit», Spionage, Sabotage, Schmuggel und Destabilisierung durch den Westen dar. Am Tag nach der Sperrung der Sektorengrenzen sendete Radio DDR ein neues Lied mit der Anfangsstrophe: «Unser schönes Berlin wird sauber sein, denn wir haben den kalten Kriegern am Rhein, ihre Menschenfalle verriegelt, und mit rotem Wachs versiegelt.» Aufgrund der raschen Verbreitung des von Brandt geprägten Begriffs «Schandmauer» erteilte das SED-Politbüro im Herbst 1961 dem Leiter der Abteilung Agitation und Propaganda beim Zentralkomitee der SED, Horst Sindermann, den Auftrag, eine ideologische Begründung für den Mauerbau zu ersinnen. Resultat war der Begriff «Antifaschistischer Schutzwall», der rasch in den offiziellen DDR-Jargon einging. So erwähnte Ulbricht bereits am 20. Oktober 1961 in seiner Grussansprache an den XXII. Parteitag der KPdSU in Moskau die Errichtung des «Antifaschistischen Schutzwalls» als Beitrag der DDR zum «Friedenskampf». Der von der DDR-Filmgesellschaft DEFA in Zusammenarbeit mit der Pressestelle des Ministeriums für Staatssicherheit produzierte Fernsehfilm «Treffpunkt Genf» (1968) enthielt dann eine Sequenz, in der ein ostdeutscher Chemiker einer als australische Journalistin getarnten CIA-Agentin erläuterte, der Mauerbau sei eine «normale» Reaktion gewesen, wie auch in Australien Menschen ihre Wohnungstür aus Sicherheitsgründen abschlössen, und er habe es der DDR erlaubt, «weltoffener» zu werden.

Die Berliner Mauer und die Schweiz

Der Bau der Mauer führte in der Schweiz zwar nicht zu so heftigen Reaktionen wie fünf Jahre zuvor der sowjetische Einmarsch in Ungarn, er rief aber grosse Empörung hervor. Aufgrund des bundesdeutschen Alleinvertretungsanspruchs («Hallstein-Doktrin») verzichtete die Schweiz bis 1972 auf die diplomatische Anerkennung der DDR. Entsprechende Anfragen der Partei der Arbeit (PdA) im Nationalrat blieben 1951, 1959 und 1968 folgenlos. Die Niederschlagung der Protestbewegung von 1953 war in der Schweizer Presse scharf kritisiert worden. Zum zehnten Jahrestag veranstaltete die «Schweizerische Aktion für das Selbstbestimmungsrecht der Völker» dann 1963 vor dem Hintergrund des inzwischen erfolgten Mauerbaus eine Gedenkfeier im Zürcher Kongresshaus, an der der ehemalige Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen Ernst Lemmer das Hauptreferat hielt, auch Vertreter des von 1956er-Flüchtlingen gegründeten Verbandes der ungarischen christlichen Arbeitnehmer der Schweiz (dessen Archiv sich im Sozialarchiv befindet) sprachen und zu deren Besuch die Sozialdemokratische Partei der Stadt Zürich im «Volksrecht» aufrief.

Der Handel zwischen der Schweiz und der DDR bewegte sich bis in die 1970er Jahre auf einem tiefen Niveau. Die ehemals grosse Schweizer Kolonie auf ostdeutschem Gebiet war nach 1949 stark zurückgegangen, allerdings übersiedelten bis 1966 rund dreissig Schweizer Kommunist:innen in die DDR. Ebenso wirkte ab 1949 der Schweizer Schauspieler und Regisseur Benno Besson in Ostberlin, zunächst bis 1958 in Bertold Brechts «Berliner Ensemble», dann im Theater am Schiffbauerdamm, von 1962 bis 1968 als Chefregisseur am Deutschen Theater Berlin und 1969 bis 1978 als künstlerischer Leiter und dann Intendant der Volksbühne Berlin.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit war das Schweizerische Arbeiterhilfswerk, dessen Akten sich im Sozialarchiv befinden, mit Hilfsaktionen der «Schweizer Spende» auch in Berlin tätig gewesen. Zur Zeit der zweiten Berlinkrise organsierte es dann im Rahmen der «Schweizer Europa Hilfe» Ferienlager für tuberkulosegefährdete Berliner Flüchtlingskinder in Malix (GR) und Cavigliano (TI). 1959 wurde am Zürcher Central bei der Bahnhofbrücke ein von Otto Münch geschaffener «Berliner Meilenstein» in Anwesenheit von Stadtpräsident Emil Landolt und einer Delegation des Westberliner Senats unter Leitung von Bürgermeister Franz Amrehn (Brandts Stellvertreter) eingeweiht, dessen Inschrift die Freundschaft zwischen Zürich und Berlin betont und die Distanz zwischen den beiden Metropolen mit 863 Kilometern angibt. Ähnliche Steine, die an das Schicksal Westberlins erinnern sollten, wurden ab 1954 an zahlreichen Orten der Bundesrepublik sowie in einigen Städten im Ausland errichtet. Im September 1959 demonstrierte der legendäre Schweizer «Friedensapostel» Max Daetwyler mit seiner weissen Fahne vor dem Brandenburger Tor.

Fünf Monate vor dem Bau der Mauer traten die deutsch-deutschen Konflikte auch auf Schweizer Boden offen zutage: Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Genf und Lausanne im März 1961 gab das bundesdeutsche Team die Partie gegen die DDR forfait, um nicht im Fall einer Niederlage bei der Siegerehrung mit Hymne und Flaggenhissung der DDR auf dem Eis anwesend sein zu müssen. Die Schweizer Presse kritisierte trotz Verständnis für das politische Anliegen das bundesdeutsche Verhalten scharf, die Zeitungen der DDR kosteten das Ereignis während über einer Woche aus und Ulbricht nahm einige Tage darauf an seiner Schlussrede zur 12. Tagung des Zentralkomitees der SED den Vorfall als Beleg, «dass nur noch die Deutsche Demokratische Republik die Interessen der ganzen deutschen Nation, des ganzen deutschen Vaterlandes vertritt». Die Schweizer:innen seien «friedfertige Menschen, die auf Vertragstreue, Anstand und Fairness Wert legen. Das unerhörte Vorgehen der Bonner Regierung erinnerte auch sie peinlich an gewisse Praktiken und Methoden der Nazidiktatur. […] Die Völker stellen mit Recht die Frage: So, wie jetzt in Westdeutschland […], so hat es doch schon einmal, damals bei Hitler, begonnen?» Anderthalb Monate vor dem Mauerbau verteilte ein «Aktionskomitee gegen kommunistische Kulturpropaganda» beim Zürcher Leichtathletik-Meeting, an dem eine Delegation aus der DDR teilnahm, Protestflugblätter.

Die Schweizer Presse berichtete dann vom Mauerbau intensiv und mehrheitlich mit grosser Empörung. Die Zeitung «Die Tat» hatte bemerkenswerterweise bereits am 7. Juni 1961, eine Woche vor Ulbrichts «Niemand hat die Absicht»-Statement und über zwei Monate vor der Abriegelung der Sektorengrenze, im Zusammenhang mit einem neuen allgemeinen Reiseverbot für Studierende der DDR einen Artikel mit dem Titel «Eine chinesische Mauer durch Deutschland?» gebracht. Nach dem 13. August schrieben dann etwa die «Neue Zürcher Zeitung» und die «Berner Tagwacht» in seltener semantischer Übereinstimmung von einem «Gewaltstreich Pankows». Eine Ausnahme machte die PdA-Presse, die die DDR-Propaganda multiplizierte. So behauptete der «Vorwärts» am 18. August unter dem Titel «Was geschah in Berlin?», «anständige Menschen» würden von den «Grenzschutzmassnahmen» nicht betroffen und die «einzigen Leidtragenden» seien «Spionageagenten, Wechselkursprofiteure, Schieber und Konzernherren». In der Zeitungsausschnittsammlung des Sozialarchivs wurde zum Bau der Mauer ein Sonderdossier angelegt. Entgegen der Praxis, innerhalb der Dossiers die Artikel ohne weitere inhaltliche Strukturierung chronologisch in Heften einzukleben, unterstrich man die Dramatik des Ereignisses dadurch, dass die einzelnen Hefte eigene Titel erhielten: «Auf dem Weg zur Berliner Mauer», «Die DDR beginnt mit dem Mauerbau», «Kommentare zum Berliner Mauerbau Ulbricht’s» [sic!], «Rund um die Berliner Mauer».

In der 1959 vom Schweizerischen Aufklärungsdienst (SAD) lancierten Kampagne gegen den «Osthandel» spielte Berlin als Argument nun rasch eine Rolle. Bereits am 13. August 1961 verteilte der SAD Tausende von Flugblättern. Auch sprangen nach dem Mauerbau vermehrt Mitglieder von DDR-Sport- und Kulturdelegationen bei Wettkämpfen und Gastspielen in der Schweiz ab, so 1963 bei Basketball-Europacupspielen Adelheid Nentwig und Helmut Uhlig, 1965 der Geländeläufer Rainer Bieseke sowie der Fussballer Ingolf Ruhloff (der dann allerdings in die DDR zurückkehrte), 1966 der Eiskunstläufer Ralph Borghard, 1967 der Radballer Wolfgang Lips und 1968 der Nordisch-Kombinierer Ralph Pöhland. Ebenfalls 1968 setzten sich bei einem Gastspiel in Lausanne vier Mitglieder der Ostberliner Oper ab. 1975 verschwand bei einem Wettkampf in Bern der Kunstturner und NVA-Offizier Wolfgang Thüne und fuhr verborgen im Auto seines bundesdeutschen Konkurrenten und späteren CDU-Politikers Eberhard Gienger in die Bundesrepublik. 1984 setzte sich Eishockey-Nationalspieler Guido Hiller in Langenthal (BE) ab, ging aber wegen der bei einem Wechsel in die Bundesrepublik drohenden 18-monatigen Sperre zurück in die DDR, wo er nach umfangreichen Stasi-Verhören wieder bei Dynamo Berlin spielen durfte. Noch dreieinhalb Monate vor dem Fall der Mauer flüchtete Katrin Ranger bei einem Radrennen in Embrach (ZH). 1965 hatte sich aber bei einem Zürcher Fussballklub auch ein schriftenloser Deutscher gemeldet, der angab, ein bedeutender DDR-Fussballer zu sein. Nachforschungen ergaben dann, dass es sich um einen westdeutschen Kleinkriminellen handelte.

Mit der gegenseitigen De-facto Anerkennung der beiden deutschen Staaten im Zuge der «neuen Ostpolitik» der Bundesrepublik nahm dann die Schweiz 1972 diplomatische Beziehungen zur DDR auf. 1975 schlossen die Schweiz und die DDR einen Handelsvertrag, als dessen Folge sich der bilaterale Warenaustausch bis 1989 mehr als verdoppelte. Parallel dazu stieg auch die Bedeutung des Finanz- und Wirtschaftsplatzes Schweiz als Drehscheibe verdeckter Geschäftsaktivitäten des eng mit der Stasi verzahnten, von Alexander Schalck-Golodkowski geleiteten und über unzählige, teils auch von Schweizer Strohmännern geleitete Tarngesellschaften und Briefkastenfirmen verfügenden «Bereichs Kommerzielle Koordinierung» (KoKo) zur Beschaffung von Gütern, deren Export in den Ostblock unter Embargo stand, und zur Erwirtschaftung von Devisen im «kapitalistischen Ausland».

Ebenso gingen DDR-Spionageaktivitäten im militärischen und wirtschaftlichen Bereich weiter. Die Schweizer Behörden deckten 1949 bis 1979 sechzehn solche Fälle auf, im letzten Jahrzehnt der Existenz der DDR dann nochmals sieben. Am spektakulärsten war 1973 die Verhaftung eines Agenten-Duos, das getarnt als zurückgekehrtes Auslandschweizer-Ehepaar «Kälin» seit 1968 eine Residentur aufzubauen versucht hatte. Auf der anderen Seite war seit den späten 1960er Jahren der Zürcher Pelztierzüchter, Schmuggler, Treuhänder, Bordellwirt, Kunst-, Auto- und Waffenhändler Hans Ulrich Lenzlinger als kommerzieller Fluchthelfer aus der DDR und anderen Ostblock-Staaten aktiv und schleuste gegen Gebühren von um die 30’000 D-Mark vermutlich eine dreistellige Zahl von Menschen in den Westen. Seine Aktivitäten brachten ihn auf den Radar der Behörden der DDR, der Bundesrepublik und der Schweiz. Nachdem ein ehemaliger Mitarbeiter seiner Schlepperorganisation «Aramco» zur Stasi übergelaufen war, kidnappte Lenzlinger 1973 einen weiteren Mitarbeiter, den er als Stasi-Agenten verdächtigte, und lieferte ihn auf einen Schubkarren gefesselt im Bundeshaus ab. Für diese Aktion wurde er wegen Freiheitsberaubung verurteilt, floh nach Brasilien, wurde 1976 in Frankreich erneut verhaftet und sass bis 1978 im Gefängnis. 1979 wurde er in seinem Haus in Zürich-Höngg erschossen aufgefunden. Der Verdacht, dass hinter dem Mord die Stasi steckte, die etwa fünfzig Spitzel auf ihn angesetzt hatte, konnte in den nach der Wende zugänglich gewordenen, über 100’000 Seiten umfassenden Stasi-Akten über ihn nicht erhärtet werden.

1976 entstand die «Gesellschaft Schweiz – DDR», deren Akten sich heute im Sozialarchiv befinden. Sie wurde Schweizer Ansprechpartner der 1961 von der DDR gegründeten «Liga für Völkerfreundschaft» und ihrer Unterabteilung «Freundschaftsgesellschaft DDR – Schweiz», befasste sich insbesondere mit dem Ausbau bilateraler Kulturbeziehungen und zählte zu ihren besten Zeiten etwa 150 Mitglieder in zehn Regionalsektionen. War ihre Gründung von der DDR und Persönlichkeiten aus dem Umfeld der PdA vorangetrieben worden, so versuchte sie – anders als die Schweizer «Freundschaftsgesellschaften» mit der Sowjetunion, China oder Nordkorea – durch nichtkommunistische Persönlichkeiten in Führungspositionen in der Öffentlichkeit ein «unpolitisches» Image zu pflegen.

Die eingemauerte Gesellschaft

Der Bau der Mauer war für viele Menschen in Ostberlin ein einschneidendes biografisches Ereignis. Drei prominente Beispiele verdeutlichen dies exemplarisch: Der zum Zeitpunkt des Mauerbaus 23-jährige Radrennfahrer Harry Seidel, mehrfacher Gewinner der Berliner Stadtmeisterschaft und der DDR-Meisterschaft sowie Mitglied der DDR-Bahnradsport-Nationalmannschaft, wurde als Spitzensportler von der Propaganda benutzt, durfte aber 1960, wohl wegen Verweigerung von Doping, nicht zu den Olympischen Spielen nach Rom reisen. Im Frühjahr 1961 beendete er seine Karriere und nahm einen Arbeitsplatz in Westberlin an. Am 13. August war er in Ostberlin, fand ein Schlupfloch in den Westen, kehrte aber zunächst zu seiner Familie zurück und floh in der Nacht erneut. Anfang September holte er seine Frau und seinen Sohn durch eine Lücke im Grenzzaun in den Westen. In der Folge engagierte er sich in der Fluchthilfe und verhalf Dutzenden von Menschen zur Übersiedlung. Im Dezember 1961 nahmen ihn die DDR-Behörden erstmals fest, er konnte aber nach dem Verhör durch Sprung aus einem Fenster in acht Metern Höhe entkommen. Ab Anfang 1962 war er Teil einer Fluchthelfergruppe, die mehrere Tunnels baute. Ende März erfolgte bei einer Fluchtaktion ein Stasi-Zugriff, bei dem Seidel entkommen konnte. Mitte November 1962 wurde er aber verhaftet. Ende Dezember wurde er in einem Schauprozess zu lebenslanger Haft verurteilt, was zu internationalen Protesten führte. Willy Brandt sprach von einem «Schandurteil der modernen Inquisition eines Unrechtsstaates». 1966 konnte die Bundesregierung Seidel freikaufen. In der Folge nahm er seine Sportkarriere im Westen wieder auf und wurde 1973 bundesdeutscher Meister im Mannschaftszeitfahren.

Der 21-jährige Rudi Dutschke war in Brandenburg aufgewachsen und in einer evangelischen Jugendgruppe christlich-sozialistisch geprägt worden. Seine Politisierung kam mit der Ungarnkrise 1956. Nachdem er seinen Schuldirektor informiert hatte, als Pazifist und religiöser Sozialist werde er den Dienst in der NVA verweigern, wurde 1958 seine Abiturnote herabgestuft und statt des Studiums musste er eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolvieren. Um in Westberlin studieren zu können, absolvierte er dort von Oktober 1960 bis Juni 1961 einen Abiturientenkurs. Am 10. August 1961 übersiedelte er nach Westberlin. Als drei Tage darauf die Sektorengrenzen abgeriegelt wurden, liess er sich aus Protest als politischer Flüchtling registrieren. Seine erste politische Aktion war am 14. August 1961 der Versuch, mit einigen Freunden ein Stück Mauer einzureissen; auch warf er Flugblätter in den sowjetischen Sektor. Im Herbst begann er sein Studium an der Freien Universität Berlin. Über die Gruppe «Subversive Aktion» kam er zum Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) und wurde in der Folge in Westberlin und der Bundesrepublik eine zentrale Figur der Ausserparlamentarischen Opposition und der 68er-Bewegung.

Der 18-jährige Rainer Eppelmann wuchs in einer ehemals nationalsozialistischen Familie im Ostsektor Berlins auf, besuchte aber ein Gymnasium in Westberlin. Wegen des Baus der Mauer musste er den Schulbesuch abbrechen. Da er nicht FDJ-Mitglied war, konnte er das Abitur in der DDR nicht ablegen und absolvierte eine Facharbeiterausbildung als Maurer. 1966 verweigerte er den NVA-Dienst an der Waffe und leistete seinen Wehrdienst als Bausoldat ab. Danach studierte er am kirchlichen Seminar Paulinum in Ostberlin Theologie und wurde Pfarrer im Ostberliner Bezirk Friedrichshain. Er engagierte sich in der DDR-Opposition, setzte sich für Wehrdienstverweigerer ein und wurde in den 1980er Jahren zum Ziel zweier gescheiterter, als Autounfälle getarnter Mordversuche der Stasi. Von März bis Oktober 1990 war er in der letzten und einzigen aus freien Wahlen hervorgegangenen DDR-Regierung für die CDU-nahe Kleinpartei «Demokratischer Aufbruch» Minister für Abrüstung und Verteidigung. Nach der Wiedervereinigung wurde er CDU-Bundestagsabgeordneter, Präsident der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und ab 1998 Vorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Auch nach dem Bau der Mauer versuchten zahlreiche Menschen, von Ost- nach Westberlin zu fliehen – auf häufig recht abenteuerliche Art und Weise. Neben geläufigen Methoden wie Tunnelbauten, dem Durchbrechen von Sperren mit Autos, dem Weg durch die Kanalisation oder Sprüngen aus Fenstern gab es etwa auch Entführungen von Zügen und Ausflugsschiffen, eine Flucht in einem gestohlenen Schützenpanzer, das Durchtauchen von Grenzgewässern (in mindestens einem Fall mit einem selbstgebauten Mini-U-Boot), das anfänglich noch mögliche Überwinden der Mauer mit Leitern, Fluchtversuche in Motorflugzeugen, Drachen-Gleitern oder Heissluftballonen, Fluchten in Verstecken wie Kabelrollen oder die Grenzüberwindung mit Planierraupen. Eine spektakuläre Massenflucht ereignete sich im Oktober 1964 durch einen 145 Meter langen Tunnel, den Westberliner Studierende an der Bernauer Strasse während eines halben Jahres gegraben hatten und durch den 57 Menschen entkommen konnten. Über 5’000 Fluchten in Berlin waren zwischen 1961 und 1989 erfolgreich, dabei entfielen knapp 600 auf Fahnenfluchten von Grenzsoldaten.

Nach dem Mauerbau erfolgte der grösste Teil der etwa 200’000 Fluchten aus der DDR aber nicht mehr in Berlin, sondern über die innerdeutsche Grenze, durch Absprung bei genehmigten Auslandsreisen oder via Drittstaaten. Ein Beispiel für letztere Form stellte 1972 die Flucht über die Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien und Italien in die Schweiz des Leipzigers Rüdiger F. Findeisen dar, der 2023 seine Fluchtmemoiren zusammen mit seiner Schweizer Fluchthelferin und nachmaligen Ehefrau an einer Veranstaltung im Sozialarchiv vorstellte. Hinzu kamen noch etwa 570’000 Menschen, die sich hartnäckig ihre Ausreisegenehmigung erstritten. In derselben Zeitspanne scheiterten geschätzte 75’000 Fluchtversuche.

Nachdem bereits zwischen 1948 und 1961 mindestens 37 Menschen dem DDR-Grenzregime in Berlin zum Opfer gefallen waren, endeten nach dem Mauerbau Fluchtversuche von Ost- nach Westberlin in über 100 Fällen tödlich. Nach aktuellem Forschungsstand verloren an der Berliner Mauer mindestens 140 Menschen ihr Leben, weil sie erschossen wurden, verunglückten oder sich nach einer Entdeckung das Leben nahmen. Davon waren 101 Flüchtlinge, 31 Menschen ohne Fluchtabsichten (darunter 22 Westberliner:innen) und acht Grenzsoldaten. Der quantitative Höhepunkt (78 Opfer) fiel in die Jahre 1961 bis 1966. Bereits wenige Tage nach der Abriegelung der Sektorengrenze waren die ersten Opfer zu beklagen: Am 22. August 1961 verunglückte Ida Siekmann einen Tag vor ihrem 59. Geburtstag bei einem Fluchtversuch tödlich, am 24. August erschossen DDR-Grenztruppen den 24-jährigen Günter Litfin und fünf Tage später den 27-jährigen Roland Hoff. Für besondere Empörung sorgte der Tod von Peter Fechter am 17. August 1962. Der 18-Jährige wurde beim Versuch, die Mauer in der Nähe des Checkpoint Charlie zu überklettern, ohne Vorwarnung angeschossen und fiel verletzt auf Ostberliner Gebiet, wo er eine Stunde lang bewegungsunfähig und laut schreiend liegenblieb. Westberliner Polizisten warfen ihm Verbandspäckchen zu, durften ihm weiter aber nicht helfen. Nach einer Stunde wurde der verblutende Fechter unter empörten Rufen einer immer grösser werdenden Menschenmenge auf der Westseite von DDR-Grenzern abtransportiert und verstarb kurz darauf im Krankenhaus.

Das älteste bekannte Todesopfer war die 80-jährige Olga Segler, die sich im September 1961 bei einem Sprung aus ihrer Wohnung verletzte und am folgenden Tag verstarb. Das jüngste Opfer war der 15 Monate alte Holger H. Er erstickte im Januar 1973 bei der Flucht mit seinen Eltern, die sich in Kisten im Lastwagen von Westberliner Bekannten versteckt hatten. Die letzten bekannten Mauertoten waren der 20-jährige Chris Gueffroy, der am 5. Februar 1989 vor dem Überwinden des letzten Metallgitterzauns der Grenzbefestigung erschossen wurde, und der 32-jährige Winfried Freudenberg, der am 8. März 1989 bei einem Fluchtversuch mit einem Gasballon bereits über Westberliner Gebiet abstürzte. Hinzu kamen noch geschätzte 300 bis 500 Menschen, die 1961 bis 1989 bei Fluchtversuchen über die innerdeutsche Grenze ums Leben kamen.

Die grosse Mehrheit der Ostberliner Bevölkerung reagierte auf den Mauerbau aber eher mit Resignation. Dietrich Müller-Hegemann, ehemaliger Psychiatrieprofessor an der Universität Leipzig und Direktor eines Krankenhauses in Ostberlin, sprach nach seiner Flucht 1971 in einer Publikation gar von psychischen Störungen, die er «Berliner Mauerkrankheit» nannte. Die Spaltung der Stadt und die Einschliessung in der DDR erschienen nun definitiv. Manche reagierten darauf mit einem Rückzug ins Private, andere mit aktivem Mitwirken am DDR-System mit seinen vielfältigen Organisationen und Zeremonien.

Obwohl der Brennpunkt des Kalten Krieges sich schon 1962 mit der Kubakrise weg von Berlin in eine andere Weltregion verschob (s. SozialarchivInfo 3/2022), blieb die Berliner Mauer Symbol und Mahnmal der Ost-West-Konfrontation. Bereits 1963 liess John Le Carré mit seinem Spionagethriller «The Spy Who Came in from the Cold», der in einem komplex verschachtelten Verwirrspiel britischer und ostdeutscher Geheimdienste ein amoralisches Rattenrennen zwischen Ost und West thematisierte, einen Schlüsselroman des Kalten Krieges mit Todesschüssen an der Berliner Mauer beginnen und enden. Die meisten US-Präsidenten bis 1989 statteten als «leader of the free world» dem als Aussenposten der freien Welt betrachteten Westberlin einen Besuch ab. Am 23. Juni 1963 hielt John F. Kennedy vor dem Rathaus Schöneberg eine von bundesdeutschen und amerikanischen Fernseh- und Rundfunkstationen live übertragene Rede, die mit den legendären Worten endete: «All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‹Ich bin ein Berliner›!» Im Februar 1969 besuchte Richard Nixon kurz nach seinem Amtsantritt Westberlin und liess sich auf dem Dach einer Limousine stehend von der Menge bejubeln. Jimmy Carter wurde im Juli 1978 auf dem Kurfürstendamm von 150’000 Menschen begrüsst, besichtigte auf einer Plattform am Potsdamer Platz die Mauer und sagte in einer Rede am Luftbrückendenkmal auf Deutsch: «Was immer sei, Berlin bleibt frei!» Ronald Reagan besuchte Westberlin erstmals im Juni 1982 und fragte in einer Rede: «I’d like to ask the Soviet leaders one question […] Why is the wall there?» Im Juni 1987 forderte er dann in einer Ansprache zur 750-Jahr-Feier Berlins unmittelbar bei der Mauer vor dem Brandenburger Tor: «Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!»

Bis Mitte der 1960er Jahre tobte entlang der Mauer ein intensiver «Krieg der Lautsprecher». Als Reaktion auf die Störung von Adenauers Rede wenige Tage nach dem Mauerbau richtete die Westberliner Stadtregierung in Zusammenarbeit mit dem Sender RIAS Berlin das «Studio am Stacheldraht» (SaS) ein, bestehend aus mehreren Lautsprecherwagen, die den Osten nicht nur mit westlicher Musik beschallten, sondern auch Nachrichten (inklusive Aussageprotokolle geflüchteter NVA-Soldaten) sendeten und die DDR-Grenztruppen unter Strafandrohung zur Verweigerung des Schiessbefehls gegen Flüchtlinge ermahnten. Im Gegenzug fuhren auf der östlichen Seite der Mauer als «Rote Hugos» bezeichnete Lautsprecherwagen auf, die das SaS zu übertönen versuchten. Das ostdeutsche Pendant zum SaS nannte sich zynischerweise «Studio 13. August» und sendete Propagandawortbeiträge (u. a. Warnungen an die Westberliner:innen vor angeblichen Kriegsplänen der Bundesregierung) sowie häufig satirisch umgetextete Schlager, in denen westliche Politiker (u. a. «Willy-Wein-Brandt») aufs Korn genommen wurden. Am 1. Mai 1962 dröhnten die «Roten Hugos» die Westberliner Feier des Deutschen Gewerkschaftsbundes nieder. Die Westberliner Seite setzte bei besonderen Anlässen vier mit Kränen bestückte Lastkraftwagen ein, deren Lautsprecher bis zu fünf Kilometer weit hörbar waren. Verschiedentlich versuchten entnervte Grenztruppen beider Seiten, die Lautsprecherwagen der Gegenseite mit Wasserwerfern oder Tränengas zu vertreiben. Finaler Höhepunkt war am 7. Oktober 1965 die Störung der Feierlichkeiten zum 16. Gründungstag der DDR durch das SaS – anschliessend endete der «Krieg der Lautsprecher» durch «Kapitulation» der östlichen Seite.

Zur akustischen kam die visuelle Propagandaschlacht. Hatten schon bald nach Kriegsende an Ostberliner Fassaden und Stellwänden kommunistische Symbole und Propagandaparolen geprangt und an den Sektorengrenzen eine umfangreiche Schilder-Signaletik auf das Viermächte-Regime hingewiesen, so rüstete nach dem Mauerbau auch die Westberliner Seite auf. Neben den Lautsprecheraktivitäten sendete das SaS auch durch Plakatwände und riesige Leuchtreklamen Nachrichten nach Ostberlin. Nach Einstellung des Lautsprecherkriegs wurden die vier Kranlastwagen dazu verwendet, in der Nähe der Mauer Plakate in die Höhe zu ziehen. Eine grosse Leuchtschriftanlage am Potsdamer Platz erhielt den Namen «Kino am Stacheldraht» und existierte bis 1974. Darüber hinaus informierten im Osten sichtbare Inschriften über die Zahl der Mauertoten. Mit dem Aufkommen von Farb-Spraydosen wurde die Westseite der Mauer auch zunehmend zur Projektionsfläche urbaner Graffiti-Kultur und kontrastierte visuell immer mehr mit dem Verwendungszweck des Bauwerks und seiner Erscheinung von der Ostseite her.

Eine gewisse, in geopolitische Veränderungen eingebettete Entspannung brachten die frühen 1970er Jahre. 1971 schlossen die USA, die Sowjetunion, das Vereinigte Königreich und Frankreich das Viermächteabkommen über Berlin, das die Grundlagen zum Rechtsstatus Berlins, zum Verhältnis zwischen Westberlin und der Bundesrepublik sowie der Verbindungen nach Westberlin festlegte. Im selben Jahr unterzeichneten im Rahmen der «neuen Ostpolitik» der von Willy Brandt geführten Bundesregierung die Bundesrepublik und die DDR ein Transitabkommen zum Personen- und Güterverkehr zwischen der Bundesrepublik und Westberlin. Im folgenden Jahr erfolgte der Abschluss des Grundlagenvertrags, in dem Bundesrepublik und DDR gutnachbarliche Beziehungen auf gleichberechtigter Basis vereinbarten und de facto diplomatische Beziehungen aufnahmen, den Status von Berlin aber ausklammerten.

Diese Entspannung führte aber nicht zu einer grösseren Durchlässigkeit der Berliner Mauer, vielmehr wurde diese kurz danach noch weiter ausgebaut. Bis zum 9. November 1989 entstanden mehrere «Generationen» der Mauer entlang der 155 Kilometer langen Grenze Westberlins. Die anfänglichen Stacheldrahthindernisse wurden schon ab dem 15. August 1961 durch eine erste Mauer aus Betonelementen und Hohlblocksteinen ergänzt. 1962 kam die sogenannte «Hinterlandmauer» hinzu, 1965 ersetzten zwischen Stahl- oder Betonpfosten eingelassene Betonplatten die bisherigen Bauteile. 1975 wurde als «dritte Generation» nach und nach die aus 3,6 Meter hohen Stützwandelementen bestehende «Grenzmauer 75» errichtet, die das bisherige Grenzbauwerk vollständig ablöste. In ihrem Endausbaustadium der 1980er Jahre bestand die Mauer aus mehreren Elementen: Hinterlandmauer von zwei bis drei Meter Höhe, Zaun mit Stacheldraht und alarmauslösendem Signaldraht, Hundelaufanlagen, Kraftfahrzeugsperrgräben, Panzersperren, Kolonnenweg für die Grenzwachttruppen, Lichttrasse zur Ausleuchtung des Kontrollstreifens, rund 300 Wachttürme mit Suchscheinwerfern, Kontrollstreifen, Streckmetallzaun, Betonmauer von 3,75 Meter Höhe nach Westberlin. Die Gesamtbreite dieser Grenzanlagen betrug 30 bis 500 Meter. Die Vorderlandgrenzanlagen waren insgesamt 267 Kilometer lang, die Hinterlandgrenzanlagen 297 Kilometer. Nahe an der Mauer stehende Gebäude wurden schrittweise gesprengt, so noch 1985 die Versöhnungskirche an der Bernauer Strasse.

Dem für die Bewachung der Mauer zuständigen «Grenzkommando Mitte» gehörten in den 1980er Jahren über 10’000 Soldaten und etwa 1’000 Diensthunde an, es verfügte über 500 Schützenpanzer, 2’400 Kraftfahrzeuge, je etwa 50 Granatwerfer und Panzerabwehrkanonen und über 100 Flammenwerfer. Bau, Unterhalt und stetige Erneuerung der Berliner Mauer sowie der ähnlich umfangreichen Befestigungen an der innerdeutschen Grenze stellten für die Volkswirtschaft der DDR eine enorme finanzielle Belastung dar und hielten das Land im ökonomischen Wettstreit mit der Bundesrepublik weiter zurück. Allerdings waren die finanziellen Kosten für das Grenzregime gemäss späteren Kalkulationen und Schätzungen wohl kleiner als der volkswirtschaftliche Nutzen, den es durch die Unterbindung der Flucht von Arbeitskräften generierte. Aus rein ökonomischer Perspektive «lohnte» sich der Bau der Mauer für die DDR mittelfristig also möglicherweise – allerdings im Rahmen wirtschaftlicher Handlungsdilemmata, die bereits in den frühen 1960er Jahren ersichtlich waren und schliesslich 1989 eine wesentliche Rolle für den Systemzusammenbruch spielen sollten. Ulbricht gestand dies indirekt bereits 1966 ein, als er anlässlich des fünften Jahrestages des Mauerbaus von der Bundesregierung einen Kredit von 30 Milliarden D-Mark forderte, um «wenigstens einen Teil des Schadens» wiedergutzumachen, der der DDR vor Errichtung der Mauer durch «Ausplünderung» seitens des Westens entstanden sei.

Mauer und Grenzbefestigung waren lediglich eine Dimension des Umstandes, dass die DDR, obgleich ihre Verteidigung letztlich in den Händen der Sowjetunion lag, zu den am stärksten militarisierten Gesellschaften der Welt zählte. Bei einer Bevölkerungszahl von zuletzt 16 Millionen Menschen umfassten ihre bewaffneten Organe in den 1980er Jahren neben der NVA (170’000 Aktivsoldaten, 400’000 Reservisten der sofort verfügbaren Kategorie I und weit über eine Million Reservisten der Kategorie II), die performativ bolschewistisches Rotgardistentum mit preussischem Militarismus synthetisierte, die Grenztruppen (47’000 Mann), das Ministerium für Staatssicherheit (91’000 hauptamtliche und 170’000 «inoffizielle» Mitarbeiter:innen, darunter das Wachregiment «Feliks Dzierzynski» mit 11’000 Mann), die Kräfte des Ministeriums des Innern (113’000 Mann und 150’000 «Freiwillige Helfer»), die «Kampftruppen der Arbeiterklasse» bzw. «Betriebskampftruppen» (189’000 Mann), die Zivilverteidigung (491’000 Angehörige) und die paramilitärische «Gesellschaft für Sport und Technik» (640’000 Mitglieder). Hinzu kamen etwa 300 Mitglieder der «Gruppe Ralf Forster», einer dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellten, aus westdeutschen Mitgliedern der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) gebildeten geheimen Militärorganisation, die im Krisenfall in der Bundesrepublik Sabotageakte hätte verüben sollen. Weit grösser als der Aktivbestand der NVA waren aber mit 420’000 Mann die in der DDR stationierten sowjetischen Truppen. Im Verhältnis zur Grösse des Territoriums und zur Bevölkerungszahl war die Präsenz ausländischer Bündnistruppen in der DDR damit zweieinhalbmal grösser als in der Bundesrepublik.

Erinnerungen an die Mauer

Schon vor dem Fall und dem darauffolgenden weitgehenden Rückbau der Mauer waren auf Privatinitiative hin verschiedene Mahnmale und Gedenkstätten entstanden. So hatte bereits 1963 die Bürgerinitiative «Arbeitsgemeinschaft 13. August e. V.» im «Haus am Checkpoint Charlie» das bis heute existierende Mauermuseum eingerichtet. Nach 1989 intensivierten sich solche Aktivitäten. Über die Art und Weise des Gedenkens und einzelne Gedenkstätten gab es wiederholt öffentliche Kontroversen. 2006 legte der Berliner Senat dann ein integriertes «Gesamtkonzept zur Erinnerung an die Berliner Mauer» vor. Nur wenige Mauerteile blieben am Originalort erhalten und von den ehemals 302 Wachttürmen stehen heute nur noch fünf. Der ehemalige Verlauf der Mauer wurde an manchen Orten der Innenstadt durch eine doppelte Pflastersteinreihe und gusseiserne Tafeln gekennzeichnet. Die Mauer wurde kurz nach ihrer Öffnung auch zum profitablen Souvenirsteinbruch. Scharen sogenannter «Mauerspechte» pickelten tonnenweise Bruchstücke heraus, die in kleinen Portionen in alle Welt verkauft wurden.

Schon bald nach dem Fall der Mauer gab es Initiativen von Umweltschützer:innen und Fahrradverbänden, um die Freiräume am unbebauten Mauerstreifen zu erhalten und zu renaturieren. Daraus entstand nach der Jahrtausendwende der 160 Kilometer lange «Berliner Mauerweg» als Rad- und Fusswanderweg. Auf ihm wird seit 2011 jährlich der unter dem Patronat von Rainer Eppelmann stehende Ultramarathon «100 Meilen Berlin» ausgetragen. An 32 Stationen des Mauerwegs informiert die «Geschichtsmeile Berliner Mauer» über die Geschichte der Teilung Berlins und der Mauer. Im Rahmen der «Gedenkstätte Berliner Mauer» wurde 1998 bei der Bernauer Strasse ein 70 Meter langes originales Stück der Mauer wieder aufgerichtet. Hinzu kamen ein Dokumentationszentrum, die auf dem Fundament der 1985 gesprengten Versöhnungskirche im Jahr 2000 errichtete «Kapelle der Versöhnung» sowie das «Fenster des Gedenkens» mit den Porträts der Mauertoten. 2008 wurde sie zusammen mit der «Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde» in die landeseigene «Stiftung Berliner Mauer» überführt. Bereits im Frühjahr 1990 war in Friedrichshain ein 1’300 Meter langes Teilstück der Mauer von 118 Künstler:innen aus 21 Ländern bemalt worden, das als «East Side Gallery» erhalten blieb.

Auch im virtuellen Raum wird die Erinnerung gepflegt. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) beispielsweise betreibt eine eigene Website zur Geschichte der Berliner Mauer (www.berlin-mauer.de). Ebenso wurde die Mauer Gegenstand zahlreicher filmischer Verarbeitungen, etwa der TV-Serie «Spy City» (2020), die im Sommer 1961 spielt und mit der Abriegelung der Sektorengrenzen endet.

Runde Jahrestage des Falls der Mauer, aber viel weniger von deren Baubeginn, wurden zum Gegenstand von Gedenkveranstaltungen. Zum 40. Jahrestag des Mauerbaus setzten die Bundesländer Berlin und Brandenburg aber am 13. August 2001 zum Gedenken an die Mauertoten ihre Flaggen auf Halbmast. Die Gedenkaktivitäten für diese Opfer hatten schon früh eingesetzt. Bereits 1971 stiftete eine private Initiative den Gedenkort «Weisse Kreuze» am Ufer der Spree neben dem Reichstagsgebäude. Dieser zog 1995 in den Tiergarten um. Zum ersten Jahrestag des Falls der Mauer schuf 1990 der Aktionskünstler Ben Wagin das «Parlament der Bäume», das an die Mauertoten, aber auch an weitere Opfer von Krieg und Gewalt erinnert. Eine Reihe weiterer Mahnmale erinnert an die Mauertoten, darunter fast zwei Dutzend Gedenkorte für einzelne Opfer. Für Kontroversen sorgte der 2006 von Berliner Spitzenexponent:innen der SPD und der SED-Nachfolgerin PDS eingeweihte Gedenkstein «Den Opfern des Stalinismus» in der «Gedenkstätte der Sozialisten» im Zentralfriedhof Friedrichsfelde, der von führenden Mitgliedern der «Kommunistischen Plattform» innerhalb der PDS wie Sahra Wagenknecht abgelehnt wurde.

In diesen Erinnerungskontext gehörten auch die «Mauerschützenprozesse» gegen Angehörige der DDR-Staats- und Parteiführung sowie Grenzsoldaten, die bis 2004 andauerten. Insgesamt kam es zu 112 Verfahren gegen 246 Schützen oder Tatbeteiligte. 132 Angeklagte wurden zu Freiheits- oder Bewährungsstrafen verurteilt, darunter zehn Mitglieder der politischen Führung, 42 führende Militärs und 80 ehemalige Grenzsoldaten. Die Todesschützen erhielten in der Regel Strafen zwischen 6 und 24 Monaten auf Bewährung, während die Befehlshaber mit zunehmender Verantwortung stärker bestraft wurden.

Schliesslich hat die Erinnerung an die Mauer auch die politisch-gesellschaftliche Sprache geprägt. Seit geraumer Zeit werden anhaltende mentale und kulturelle Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen als «Mauer in den Köpfen» bezeichnet. In den letzten Jahren hat dann in den Social Media der Begriff «Antifaschistischer Schutzwall» eine Renaissance erlebt mit der ironischen Forderung, angesichts des besonders starken Zuwachses der AfD in den Ländern der ehemaligen DDR einen solchen Wall wieder aufzurichten. Besondere Brisanz enthält dieses Wortspiel dadurch, dass die AfD in den neuen Ländern in ihren Strukturen eine bedeutende Zahl ehemaliger hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter aufweist (Recherchen des Medienhauses CORRECTIV identifizierten 2024 deren 34), was mit Ausnahme des ähnlich belasteten BSW in der Parteienlandschaft der neuen Länder einen Sonderfall darstellt.

Material zum Thema im Sozialarchiv (Auswahl)

Archiv

  • Ar 20.830.30-34 Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH: Depot Berlin Okt. 1948–Jan. 1950
  • Ar 20.830.35 Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH: Depot Berlin Dankbriefe 1947 u. Russische Zone 1947–1948
  • Ar 20.830.36 Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH: Depot Berlin Dankbriefe 1946–Juli 1948
  • Ar 20.860.14 Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH: SEH 1959–1960
  • Ar 20.891.29 Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH: Diverse Aktionen: Speyer/Stuttgart/Berlin
  • Ar 20.910.16 Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH: Kinderlager mit ausländischen Kindern
  • Ar 105.30.4 Willi Kobe (1899–1995): Diverse Friedensorganisationen I
  • Ar 123.10 Hugo Kramer (1890–1969): Reisen
  • Ar 197.80.11 Willy Spieler (1937–2016): Broschüren
  • Ar 201.250 Gesellschaft Schweiz – DDR
  • Ar 201.363.8 Rote Fabrik um 1990: Dokumentation D. Siegrist: Veranstaltungen zur DDR und Südafrika
  • Ar 625.10.1 Dokumentation Claude Giger: Weltfestspiele der Jugend und Studenten, Ost-Berlin
  • Ar 1024.20.2 Ueli Wildberger: DDR-Briefe

Archiv Bild + Ton

  • F 1010-MC0229_A Radio LoRa: DDR: Was kommt nach Honecker? I
  • F 1010-MC0230_A Radio LoRa: DDR: Was kommt nach Honecker? III
  • F 1010-MC0231_A Radio LoRa: DDR: Was kommt nach Honecker? II
  • F 1010-MC0231_B Radio LoRa: Umbruch in der DDR und hier? I
  • F 1010-MC0232_A Radio LoRa: DDR: Was kommt nach Honecker? IV
  • F 1010-MC0232_B Radio LoRa: Umbruch in der DDR und hier? II
  • F 1010-MC0240_A Radio LoRa: DDR: Was kommt nach der Ära Honecker? III
  • F 1010-MC0259_B Radio LoRa: Die Agonie der DDR I
  • F 1010-MC0260_B Radio LoRa: Die Agonie der DDR II
  • F 1010-MC0300_A Radio LoRa: Europäisches BürgerInnenforum I
  • F 1010-MC0301_A Radio LoRa: Europäisches BürgerInnenforum II
  • F 1010-MC0391_A Radio LoRa: DDR – ein Jahr danach I
  • F 1010-MC0391_B Radio LoRa: DDR – ein Jahr danach II
  • F 1010-MC0392_A Radio LoRa: DDR – ein Jahr danach III
  • F 1010-MC0392_B Radio LoRa: DDR – ein Jahr danach IV
  • F 1010-MC0646_B Radio LoRa: Neue Frauenbewegung in der DDR I
  • F 1010-MC0647_B Radio LoRa: Neue Frauenbewegung in der DDR II
  • F 5045 Partei der Arbeit (PdA)
  • F 5156 Claude Giger
  • F 9093-069 Ohne Uns Geht Nichts. Gewerkschaften in der DDR (um 1982)
  • F 9093-074 DDR Magazin (1974)
  • F 9093-075 Der Arbeiterpräsident (um 1960)
  • F 9093-077 Jung sein in der DDR (um 1985)
  • F 9093-078 Leben nach dem Ruhm – Weltbekannte Sportler der DDR im Alltag heute (1988)
  • F 9093-079 Die manipulierte Gesellschaft «Kennen Sie Kappler?» (1977)
  • F 9093-085 Leben nach dem Ruhm – Weltbekannte Sportler der DDR im Alltag heute (1988)

Sachdokumentation

  • DS 1414 Liberales Institut: Der Fall der Berliner Mauer und die Tyrannei des Staates (2009)
  • KS 32/21 Nachkriegsdeutschland
  • KS 32/22 Gesamtdeutsche Frage
  • KS 32/22a+b Gesamtdeutsche Frage; Berlin, Berlin-Status
  • KS 32/23a-c DDR: Allg.
  • KS 32/127 Asylpolitik & Flüchtlingswesen: Deutschland
  • KS 335/389a-d Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED): Schriften
  • KS 338/40 Agrarpolitik & Landwirtschaft: DDR, Jugoslawien
  • KS 338/48 Agrarpolitik & Landwirtschaft; Lebensmittelversorgung: Deutschland
  • KS 338/151 Industrie: Deutschland (BRD & DDR)
  • KS 338/265 Wirtschaftspolitik: Berlin (Ost und West)
  • KS 338/266 Wirtschaftspolitik: Deutschland – Ost
  • KS 338/267 Wirtschaft: Deutsche Demokratische Republik (DDR)
  • KS 338/268 Wirtschaft: Deutsche Demokratische Republik (DDR)
  • QS EMB 4 Bundesrepublik Deutschland (BRD): Aussen- & Sicherheitspolitik
  • QS EMD *Berl Deutsch-deutsche Beziehungen: Berlin, Berliner Mauer
  • QS EMD *DtDt Deutsch-deutsche Beziehungen
  • QS KVD Deutsche Demokratische Republik (DDR)
  • QS KVD 0 Deutsche Demokratische Republik (DDR): Gesellschaft, soziale Gruppen & Minderheiten, Religionen
  • QS KVD 1 Deutsche Demokratische Republik (DDR): Kultur, Wissenschaften, Bildung
  • QS KVD 2 Deutsche Demokratische Republik (DDR): Recht, Polizei, Prozesse, Gefängnisse
  • QS KVD 3 Deutsche Demokratische Republik (DDR): Innenpolitik, Sozialpolitik
  • QS KVD 4 Deutsche Demokratische Republik (DDR): Aussen- & Sicherheitspolitik
  • QS KVD 7 Deutsche Demokratische Republik (DDR): Arbeit
  • QS KVD 8 Deutsche Demokratische Republik (DDR): Wirtschaft
  • ZA 58.0 KVD Kommunismus in der DDR; Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)
  • ZA 58.1 *KVD Kommunismus und Religion in der DDR
  • ZA 91.0 *4 KVD Agrarpolitik & Landwirtschaft in der DDR
  • ZA EMB *1 Deutsch-deutsche Beziehungen
  • ZA EMB *2 Deutsch-deutsche Beziehungen: Berlin-Status
  • ZA EMB *2 F Deutsch-deutsche Beziehungen: Fluchthelfer
  • ZA EMB *2 M Deutsch-deutsche Beziehungen: Berliner Mauer
  • ZA EMB 4 Bundesrepublik Deutschland (BRD): Aussen- & Sicherheitspolitik
  • ZA EMD *DtDt Deutsch-deutsche Beziehungen
  • ZA KVD Sowjetische Besatzungszone (SBZ), Deutsche Demokratische Republik (DDR)

Bibliothek

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  • Albrecht, Vera: Feindberührung: Die russischen Sieger in Berlin: Frauen berichten. Berlin 2013, 131741
  • Allen, Keith R.: Interrogation nation: Refugees and spies in Cold War Germany. Lanham 2017, 140582
  • Anonyma [= Marta Hillers]: Eine Frau in Berlin: Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945. Frankfurt 2003, 111406
  • Apelt, Andreas H. und Jürgen Engert (Hg.): Das historische Gedächtnis und der 17. Juni 1953. Halle 2014, 131437
  • Arndt, Herbert et al.: Die DDR stellt sich vor. Dresden 1969, 45427
  • Auswärtiges Amt (Hg.): Die Bemühungen der deutschen Regierung und ihrer Verbündeten um die Einheit Deutschlands, 1955–1966. Bonn 1966, 39528
  • Bach, Jonathan: Die Spuren der DDR: Von Ostprodukten bis zu den Resten der Berliner Mauer. Ditzingen 2019, 143492
  • Bahl, Holger: Als Banker zwischen Ost und West: Zürich als Drehscheibe für deutsch-deutsche Geschäfte. Zürich 2002, 110928
  • Bahr, Egon: Ostwärts und nichts vergessen! Kooperation statt Konfrontation. Hg. Dietlind Klemm. Hamburg 2012, 126672
  • Barclay, David E.: Schaut auf diese Stadt: Der unbekannte Ernst Reuter. Berlin 2000, 106338
  • Bark, Dennis L.: Die Berlin-Frage 1949–1955: Verhandlungsgrundlagen und Eindämmungspolitik. Berlin (West) 1972, 49027
  • Beetz, Eberhard: Eine Kindheit im Weddinger Hinterhof: Erinnerungen. o. O. u. J. [Berlin 2009?], Hf 6944
  • Beier, Gerhard: Wir wollen freie Menschen sein: Der 17. Juni 1953: Bauleute gingen voran. Köln 1993, Gr 8123
  • Benz, Wolfgang und Michael F. Scholz: Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 22: Deutschland unter alliierter Besatzung 1945–1949 / Die DDR 1949–1990. 10. bearbeit. Aufl. Stuttgart 2009, 121495
  • Bernuth, Ernst-Jörg: Operation Alpenhorn: Wie die STASI 3,8 Milliarden DM in die Schweiz verschob. München 2016, 143361
  • Besson, André: Les 30 jours de Berlin: 8 avril – 8 mai 1945. Paris 1995, 99039
  • Bischof, Erwin: Honeckers Handschlag: Beziehungen Schweiz-DDR, 1960–1990: Demokratie oder Diktatur. Bern 2010, 122485
  • Bischof, Erwin: Verräter und Versager: Wie Stasi-Spione im Kalten Krieg die Schweiz unterwanderten. Bern 2013, 128717
  • Bisky, Jens: Berlin: Biographie einer grossen Stadt. Berlin 2019, 143318
  • Boberg, Jochen et al. (Hg.): Die Metropole: Industriekultur in Berlin im 20. Jahrhundert. München 1986, Gr 5328
  • Bohleber, Wolfgang: Mit Marshallplan und Bundeshilfe: Wohnungsbaupolitik in Berlin 1945 bis 1968. Berlin 1990, 90336
  • Brandt, Peter: 1948 – Jahr der Entscheidungen: Ernst Reuter und der Weg in den Kalten Krieg. Berlin 2012, 126814
  • Brandt, Willy: Ernst Reuter: Ein Leben für die Freiheit: Eine politische Biographie. München 1957, 23446
  • Brandt, Willy: Berlin ma Ville. Paris 1960, 66285
  • Brandt, Willy: Begegnungen mit Kennedy. München 1964, 32014
  • Brandt, Willy: Reden, 1961–1965. Köln 1965, 33781
  • Brandt, Willy: Begegnungen und Einsichten: Die Jahre 1960–1975. Hamburg 1976, 57526
  • Brandt, Willy: Die Spiegel-Gespräche 1959–1992. Hg. Erich Böhme und Klaus Wirtgen. Stuttgart 1993, 94850
  • Brandt, Willy: Berlin bleibt frei: Politik in und für Berlin, 1947–1966. Bearb. von Siegfried Heimann. Bonn 2004, 107419:3
  • Brant, Stefan: Der Aufstand: Vorgeschichte, Geschichte und Deutung des 17. Juni 1953. Stuttgart 1954, 21255
  • Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (Hg.): Das geteilte Berlin und die Stasi: Spionage, Opposition und Alltag. Berlin 2018, Gr 14773
  • Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (Hg.): Die Flucht aus der Sowjetzone und die Sperrmassnahmen des kommunistischen Regimes vom 13. August 1961 in Berlin. Bonn 1961, Gr 1145
  • Buschfort, Wolfgang: Das Ostbüro der SPD: Von der Gründung bis zur Berlin-Krise. München 1991, 92874
  • Caldwell, Peter C. und Karrin Hanshew: Germany since 1945: Politics, culture, and society. London 2018, 140898
  • Catudal, Honoré Marc: Kennedy in der Mauer-Krise: Eine Fallstudie zur Entscheidungsfindung in USA. Berlin (West) 1981, 70139
  • Colin, Nicole et al. (Hg.): Le Mur de Berlin: Histoire, mémoires, représentations. Brüssel 2016, 136471
  • Dalma, Alfons: Hintergründe der Berlin-Krise. Karlsruhe 1962, 33292
  • Darnton, Robert: Der letzte Tanz auf der Mauer: Berliner Journal 1989–1990. München 1991, 91624
  • Dasbach Mallinckrodt, Anita: Propaganda hinter der Mauer: Die Propaganda der Sowjetunion und der DDR als Werkzeug der Aussenpolitik im Jahre 1961. Stuttgart 1971, 47280
  • Defrance, Corine et al. (Hg.): Die Berliner Luftbrücke: Erinnerungsort des Kalten Krieges. Berlin 2018, 139671
  • Der 17. Juni 1953: Der Anfang vom Ende des sowjetischen Imperiums: Deutsche Teil-Vergangenheiten – Aufarbeitung West: Die innerdeutschen Beziehungen und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung in der DDR: Dokumentation: 4. Bautzen-Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung, 17. bis 18. Juni 1993. Leipzig 1993, 100047
  • Detjen, Marion: Ein Loch in der Mauer: Die Geschichte der Fluchthilfe im geteilten Deutschland, 1961–1989. München 2005, 118508
  • Diedrich, Torsten: Waffen gegen das Volk: Der 17. Juni 1953 in der DDR. Hg. Militärgeschichtliches Forschungsamt. München 2003, 111564
  • Dierikx, Marc und Sacha Zala (Hg.): When the wall came down: The perception of German reunification in international diplomatic documents 1989–1990. Bern/München 2019, 142017
  • Dollmann, Lydia und Manfred Wichmann (Hg.): Fotografieren verboten! Die Berliner Mauer von Osten gesehen: Mit Aufnahmen und Erinnerungen von Gerd Rücker. Berlin 2015, 134304
  • Domentat, Tamara: Coca-Cola, Jazz & AFN: Berlin und die Amerikaner. Berlin 1995, Gr 8356
  • Dülffer, Jost: Europa im Ost-West-Konflikt 1945–1991. München 2004, 113710
  • Dülffer, Jost: Geheimdienst in der Krise: Der BND in den 1960er-Jahren. Berlin 2018, 143577
  • Dulles, Eleanor Lansing: Berlin: The wall is not forever. Chapel Hill 1967, 39241
  • Ebert, Friedrich [Jr.]: Der Sozialismus, die Zukunft Deutschlands: Ausgewählte Reden und Aufsätze, 1959–1964. Hg. Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Berlin (Ost) 1964, 32649
  • Eckert, Astrid M.: Zonenrandgebiet: Westdeutschland und der Eiserne Vorhang. Berlin 2022, 148121
  • Eckert, Rainer: SED-Diktatur und Erinnerungsarbeit im vereinten Deutschland: Eine Auswahlbibliografie. 2. erw. Aufl. Halle 2019, 143308
  • Ehlert, Hans et al. (Hg.): Der Schatten der Mauer – die zementierte Spaltung: Dokumentation eines Zeitzeugenforums zum 13. August 1961. Berlin 2001, 108937
  • Eisenfeld, Bernd und Roger Engelmann: 13. August 1961: Mauerbau: Fluchtbewegung und Machtsicherung. Bremen 2001, Gr 10427
  • Eisenhuth, Stefanie: Die Schutzmacht: Die Amerikaner in Berlin, 1945–1994. Göttingen 2018, 140114
  • Elo, Kimmo: Die Systemkrise eines totalitären Herrschaftssystems und ihre Folgen: Eine aktualisierte Totalitarismustheorie am Beispiel der Systemkrise in der DDR 1953. Münster 2005, 116119
  • Engel, Helmut und Wolfgang Ribbe (Hg.): Karl-Marx-Allee Magistrale in Berlin: Die Wandlung der sozialistischen Prachtstrasse zur Hauptstrasse des Berliner Ostens. Berlin 1996, 100930
  • Engelmann, Bernt: Berlin: Eine Stadt wie keine andere. Göttingen 1991, 91862
  • Faminsky, Valery: Berlin Mai 1945. Berlin 2018, UGr 201
  • Farber, Paul M.: A wall of our own: An American history of the Berlin Wall. Chapel Hill 2020, 147050
  • Fenemore, Mark: Fighting the Cold War in post-blockade, pre-wall Berlin: Behind enemy lines. London 2020, 143064
  • Fenemore, Mark: Sensual Sirens: Gendering Berlin’s Cold War Telephony, in: Mrozek, Bodo (Hg.): Sensory Warfare in the Global Cold War: Partition, Propaganda, Covert Operations. University Park 2024. S. 73-90, 153958
  • Filmer, Werner und Heribert Schwan (Hg.): Opfer der Mauer: Die geheimen Protokolle des Todes. München 1991, 92145
  • Findeisen, Rüdiger F.: Das Fräulein mit dem roten Koffer: Die Geschichte einer Liebe, die keine Grenzen kannte. Uetikon am See 2022, 149925
  • Flemming, Thomas: Kein Tag der deutschen Einheit: 17. Juni 1953. Berlin 2003, 111569
  • Flemming, Thomas und Hagen Koch: Die Berliner Mauer: Geschichte eines politischen Bauwerks. Berlin 1999, Gr 10049
  • Fleury, Antoine et al. (Hg.): Die Schweiz und Deutschland 1945–1961. München 2004, 113003
  • Föllmer, Moritz: Individuality and modernity in Berlin: Self and society from Weimar to the Wall. Cambridge 2013, 128221
  • Förster, Andreas: Eidgenossen contra Genossen: Wie der Schweizer Nachrichtendienst DDR-Händler und Stasi-Agenten überwachte. Berlin 2016, 135433
  • Fricke, Karl Wilhelm et al. (Hg.): Opposition und Widerstand in der DDR: Politische Lebensbilder. München 2002, 110521
  • Friedmann, Ronald: Die Zentrale: Geschichte des Berliner Karl-Liebknecht-Hauses. Berlin 2011, 124348
  • Gehler, Michael und Rolf Steininger: 17. Juni 1953: Der unterdrückte Volksaufstand: Seine Vor- und Nachgeschichte. Reinbek 2018, 143187
  • Geist, Johann Friedrich und Klaus Kürvers: Das Berliner Mietshaus-1945–1989: Eine dokumentarische Geschichte der Ausstellung «Berlin plant/Erster Bericht» 1946 und der Versuche, auf den Trümmern der Hauptstadt des Grossdeutschen Reiches ein NEUES BERLIN zu bauen, aus dem dann zwei geworden sind. München 1989, Gr 7088:3
  • Gieseke, Jens: Mielke-Konzern: Die Geschichte der Stasi 1945–1990. Stuttgart 2001, 108871
  • Gosztony, Peter (Hg.): Der Kampf um Berlin 1945 in Augenzeugenberichten. Düsseldorf 1970, 41354
  • Grabbe, Hans-Jürgen: Unionsparteien, Sozialdemokratie und Vereinigte Staaten von Amerika: 1945–1966. Düsseldorf 1983, 80919
  • Graml, Hermann: Die Alliierten und die Teilung Deutschlands: Konflikte und Entscheidungen 1941–1948. Frankfurt 1985, 80065
  • Grebner, Susanne: Der Telegraf: Entstehung einer SPD-nahen Lizenzzeitung in Berlin 1946 bis 1950. Münster 2002, 111114
  • Gründer, Ralf: Niemand hat die Absicht…: Screenshot-Fotografie aus der Kameraarbeit von Herbert Ernst: Gedreht in den Jahren 1961 und 1962 im geteilten Berlin. Berlin 2016, 134821
  • Grüning, Barbara: Commemorating the Berlin Wall: Forms and Spaces of Collective Memory after the Cold War, in: Pizzi, Katia und Marjatta Hietala (Hg.): Cold War Cities: History, Culture and Memory. Oxford 2016. S. 17-44, 135814
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  • Heidelmeyer, Wolfgang et al. (Hg.): Die Berlin-Frage: Politische Dokumentation 1944–1965. Frankfurt 1965, 34154
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  • Henke, Klaus-Dietmar (Hg.): Die Mauer: Errichtung, Überwindung, Erinnerung. München 2011, 124672
  • Hertle, Hans-Hermann: Chronik des Mauerfalls: Die dramatischen Ereignisse um den 9. November 1989. Berlin 1996, 100439
  • Hertle, Hans-Hermann: Sofort, unverzüglich: Die Chronik des Mauerfalls. Berlin 2019, 142972
  • Hertle, Hans-Hermann et al. (Hg.): Mauerbau und Mauerfall: Ursachen – Verlauf – Auswirkungen. Berlin 2002, 109534
  • Hess, Hans-Jürgen: Innerparteiliche Gruppenbildung: Macht- und Demokratieverlust einer politischen Partei am Beispiel der Berliner SPD in den Jahren von 1963 bis 1981. Bonn 1984, 76421
  • Heym, Stefan: 5 Tage im Juni: Roman. München 1974, 53541
  • Hildebrandt, Alexandra: Die Mauer: Zahlen, Daten. Berlin 2001, 111827
  • Hildebrandt, Dieter: Die Mauer ist keine Grenze: Menschen in Ostberlin. Düsseldorf 1964, 32179
  • Hildebrandt, Rainer: Berlin – von der Frontstadt zur Brücke Europas: Die gemeinsame und die getrennte Geschichte beider Teile der Stadt Berlin vom Kriegsende bis heute. Berlin 1984, Hf 6036
  • Hochmuth, Hanno: Berlin: Das Rom der Zeitgeschichte. Berlin 2024, 153480
  • Hockenos, Paul: Berlin calling: A story of anarchy, music, the Wall, and the birth of the new Berlin. New York 2017, 137138
  • Hohler, Stefan: Hans Ulrich Lenzlinger: Fluchthelfer, Abenteurer und Lebemann. Bern 2013, 136358
  • Honecker, Erich: Aus meinem Leben. Berlin (Ost)/Frankfurt 1980, 69724
  • Horn, Harald: Die Berlin-Krise 1958/61: Zur Funktion der Krise in der internationalen Politik. Frankfurt 1970, 42514
  • Hurwitz, Harold: Demokratie und Antikommunismus in Berlin nach 1945. 3 Bde. Köln 1983-1990, 76305
  • Institut zur Erforschung der UdSSR (Hg.): Berlin: A compilation of analytical and critical materials. München 1959, Gr 4315
  • Jaenicke, Martin: Der dritte Weg: Die antistalinistische Opposition gegen Ulbricht seit 1953. Köln 1964, 32355
  • Jankowski, Martin: Der Tag, der Deutschland veränderte: 9. Oktober 1989. Leipzig 2015, 133843
  • Jaquet, Beate et al. (Hg.): Vom Träumen und Aufwachen: Drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall. Heidelberg 2022, 149104
  • Jarausch, Konrad H. et al. (Hg.): Cold War Berlin: Confrontations, cultures, and identities. London 2021, 146100
  • Kaminsky, Anna (Hg.): Die Berliner Mauer in der Welt. 3. erw. Aufl. Berlin 2021, 154825
  • Kaule, Martin und Stefan Wolle: 100 Orte der DDR-Geschichte. Berlin 2018, Gr 14649
  • Kellerhoff, Sven Felix: Berlin im Krieg: Eine Generation erinnert sich. Berlin 2011, Hf 6920
  • Kimmel, Elke: West-Berlin: Biografie einer Halbstadt. Berlin 2018, 140369
  • Klemm, Barbara: Mauerfall 1989. Wädenswil 2011, Gr 12804
  • Knabe, Hubertus: 17. Juni 1953: Ein deutscher Aufstand. München 2003, 111547
  • Koller, Christian: Der «Eiserne Vorhang»: Zur Genese einer politischen Zentralmetapher in der Epoche des Kalten Krieges, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 54 (2006). S. 366-384, N 2273
  • König, Guntram (Hg.): NVA – die roten Preussen? Zeitzeugenberichte. Aachen 2010, 131452
  • Koop, Volker: Der 17. Juni 1953: Legende und Wirklichkeit. Berlin 2003, 111548
  • Kowalczuk, Ilko-Sascha: 17. Juni 1953. München 2013, 127735
  • Kowalczuk, Ilko-Sascha: Stasi konkret: Überwachung und Repression in der DDR. München 2013, 127752
  • Kowalczuk, Ilko-Sascha: Walter Ulbricht: Der kommunistische Diktator (1945–1973). München 2024, 152061
  • Kowalczuk, Ilko-Sascha et al. (Hg.): Der Tag X – 17. Juni 1953: Die «Innere Staatsgründung» der DDR als Ergebnis der Krise 1952/54. Berlin 1995, 99238
  • Krämer, Martin: Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und sein politisches Echo in der Bundesrepublik Deutschland. Bochum 1996, 101180
  • Krause, Scott H.: Bringing Cold War democracy to West Berlin: A shared German-American project, 1940–1972. London 2019, 141179
  • Krenz, Egon: Wenn Mauern fallen: Die friedliche Revolution: Vorgeschichte, Ablauf, Auswirkung. Wien 1990, 89878
  • Krusch, Hans-Joachim: Irrweg oder Alternative? Vereinigungsbestrebungen der Arbeiterparteien 1945/46 und gesellschaftspolitische Forderungen. Bonn 1996, Gr 8844
  • Kühne, Tobias: Das Netzwerk «Neu Beginnen» und die Berliner SPD nach 1945. Berlin 2018, 146489
  • Kundler, Herbert: RIAS Berlin: Eine Radio-Station in einer geteilten Stadt: Programme und Menschen, Texte, Bilder, Dokumente. Berlin 1994, GR 8175
  • Laabs, Hans-Jürgen: Beusselstrasse 23: Kindheit im Berlin der 50er Jahre. Norderstedt 2011, Hf 6457
  • Lapp, Peter Joachim: Grenzregime der DDR. Aachen 2013, 131288
  • Large, David Clay: Berlin: Biographie einer Stadt. München 2002, 109826
  • Lemke, Michael: Die Berlinkrise 1958 bis 1963: Interessen und Handlungsspielräume der SED im Ost-West-Konflikt. Berlin 1995, 98466
  • Lengsfeld, Vera: Ich wollte frei sein: Die Mauer, die Stasi, die Revolution. München 2011, 126035
  • Loth, Wilfried: Die Sowjetunion und die deutsche Frage: Studien zur sowjetischen Deutschlandpolitik von Stalin bis Chruschtschow. Göttingen 2007, 134612
  • Lüthi, Lorenz M.: The Iron Curtain: A Short History of Socialist Borders. Cambridge 2026, erwartet
  • Mächler, Christian: Der Drache: Theater als Staatsaffäre: Thriller mit Benno Besson. Kempten 2022, 152820
  • Mächler, Christian (Hg.): 100 Jahre Benno Besson: Die Macht vom Theater im Kalten Krieg. Zürich 2023, Gr 15833
  • Magistrat von Berlin – Hauptstadt der DDR (Hg.): Berlin: Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik: Grundlinie zur städtebaulich-architektonischen Gestaltung. Berlin (Ost) 1984, UGr 158
  • Mählert, Ulrich (Hg.): Der 17. Juni 1953: Ein Aufstand für Einheit, Recht und Freiheit. Bonn 2003, 111565
  • Marx, Christoph: Politische Presse im Nachkriegsberlin 1945–1953: Erik Reger und Rudolf Herrnstadt. Stuttgart 2016, 143891
  • Mayer, Tilman (Hg.): Im «Wartesaal der Geschichte»: Der 17. Juni als Wegmarke der Freiheit und Einheit. Baden-Baden 2014, 130562
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  • Meyer, Bernhard: Sozialdemokraten in der Entscheidung. Berlin 1994, 102632
  • Mihr, Anja: Amnesty International in der DDR: Der Einsatz für Menschenrechte im Visier der Stasi. Berlin 2002, 109533
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  • Rauh, Robert: «Die Mauer war doch richtig!»: Warum so viele DDR-Bürger den Mauerbau widerstandslos hinnahmen. Berlin 2021, 148214
  • Reif, Heinz und Moritz Feichtinger (Hg.): Ernst Reuter: Kommunalpolitiker und Gesellschaftsreformer, 1921–1953. Bonn 2009, 123099
  • Rein, Heinz (Hg.): Unterm Notdach: Berliner Erzählungen. Berlin 1949, 17644
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  • Richter, Günter et al. (Hg.): Geschichte Berlins, Bd. 2: Von der Märzrevolution bis zur Gegenwart. Berlin (West) 1987, Gr 5810:2
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  • Rottmann, Andrea: Queer lives across the wall: Desire and danger in divided Berlin, 1945–1970. Toronto 2023, 154110
  • Rühle, Jürgen und Gunter Holzweißig: 13. August 1961: Die Mauer von Berlin. Hg. Ilse Spittmann. Köln 1981, 73388
  • Sälter, Gerhard et al.: Die vergessenen Toten: Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Berlin von der Teilung bis zum Mauerbau (1948–1961). Berlin 2016, 138073
  • Saunders, Anna: Memorializing the GDR: Monuments and memory after 1989. New York 2018, 142048
  • Schivelbusch, Wolfgang: Vor dem Vorhang: Das geistige Berlin, 1945–1948. München/Wien 1995, 97834
  • Schlögel, Karl: Das russische Berlin: Eine Hauptstadt im Jahrhundert der Extreme. Berlin 2019, 141463
  • Schmidt, Wolfgang: Kalter Krieg, Koexistenz und kleine Schritte: Willy Brandt und die Deutschlandpolitik 1948–1963. Wiesbaden 2001, 108201
  • Scholz, Arno: Berlin ist eine freie Stadt: Beiträge zum politischen Geschehen der Gegenwart. Berlin-Grunewald 1962, 29640
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  • Zum 40. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer: Erklärung der Historischen Kommission vom 26. Juni 2001, in: Friedmann, Ronald und Jürgen Hofmann (Hg.): Den Sozialismus am humanistischen Ansatz messen: Erklärungen der Historischen Kommission beim Vorstand der Partei Die Linke. Berlin 2020. S. 59-63, 153979

Periodika

  • DDR in Wort und Bild: Journal aus der Deutschen Demokratischen Republik, N 2628
  • DDR-Revue: Magazin aus der DDR, N 2629
  • Deutsche Aussenpolitik, N 2123
  • Freie Welt, NN 1362
  • Hinter dem Eisernen Vorhang: Uebersicht aus Zeitungen und Zeitschriften der Sowjetzone, N 1537
  • Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik, N 2079
  • Probleme der politischen Ökonomie: Jahrbuch des Instituts für Wirtschaftswissenschaften, Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 25911
  • Protokoll der Verhandlungen des … Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, D 5112
  • Revue rund um die Welt, N 805
  • Sonntag: Wochenzeitung für Kulturpolitik, Kunst und Wissenschaft, Z 447
  • Statistisches Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik, N 801
3. July 2026Christian Koller back