16.2. bis 23.3.2026: Teilweiser Bestell-Stopp von ausgelagerten Beständen wegen Zügelarbeiten: Die vom Umzug betroffenen Bestände sind vom 16. Februar bis und mit 23. März 2026 nicht verfügbar. Wir entschuldigen uns für die temporären Umstände und bitten Sie um Verständnis.
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22.5.2025, 18.30 Uhr: Solange es noch Tag ist

Walter Trösch: Verleger, Sozialist und Pazifist

Buchpräsentation

Der Name Walter Trösch ist heute weitgehend vergessen, trotz seiner Bedeutung für die Geschichte der Schweizer Presse und Arbeiter:innenbewegung. Trösch gründete 1905 mit der «Neuen Freien Zeitung» die erste Arbeiterzeitung auf dem Platz Olten und betrieb dort im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts einen sozialistischen und pazifistischen Verlag, in dem unter anderem Werke von Herman Greulich, Anny Klawa-Morf und Leonhard Ragaz erschienen. Betrügerische Machenschaften und widrige Umstände trieben jedoch sein Unternehmen bereits 1927 in den Ruin.
Mara Meier zeichnet in «Solange es noch Tag ist» ein faszinierendes Bild des Verlegers und SP-Politikers, der sich bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts für das Frauenstimmrecht, eine AHV und den Achtstundentag engagiert hatte. Stets vertrat Trösch dabei die Ansicht, sozialer Wandel dürfe nur auf gewaltlosem Weg erreicht werden.

Lesung aus dem Buch durch die Autorin und historischer Input von Christian Koller (Schweizerisches Sozialarchiv).
Mit anschliessendem Apéro.

Donnerstag, 22. Mai 2025, 18.30 Uhr
Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum

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Filmplakat des Frauenkino Xenia, 1989 (Gestaltung: Claudia Labhart/SozArch F Pc-0308)
Filmplakat des Frauenkino Xenia, 1989 (Gestaltung: Claudia Labhart/SozArch F Pc-0308)

5.6.2025, 18.30 Uhr: Frauenkino Xenia: feministisch – autonom – kollaborativ

Das Frauenkino Xenia bestand von 1988 bis 2003 im Herzen von Zürich als «Kino von Frauen für Frauen». Ein feministisches Kollektiv betrieb es jeweils donnerstags, setzte sich für Filme aus Frauenhand und den «weiblichen Blick» ein und zelebrierte Sisterhood.
Im April 1988 eröffnete das Frauenkino mit einem ersten Programm. Eine Gruppe von Aktivistinnen aus dem Filmclub Xenix und dem benachbarten Kulturzentrum Kanzlei rief das Kollektiv Xenia ins Leben, das über fünfzehn Jahre lang ein dezidiert feministisches Filmprogramm mit kollaborativem Ansatz bot. Frauenräume – bereits ein Thema in der zweiten Welle der Frauenbewegung – florierten in den 80er und 90er Jahren in Zürich. Das Xenia war Teil davon und pflegte ein Netzwerk weit über die Landesgrenzen hinaus.
In den fünfzehn Jahren seines Bestehens zeigte das Xenia 1’001 Filme und produzierte rund 120 Programmplakate und -karten. Frauenräume gerieten Ende der 90er Jahre zunehmend unter Druck, 2003 wurde auch das Xenia verdrängt.

Das Buch «Frauenkino Xenia – Zürich» von Doris Senn ist eine Hommage an das Projekt und seine Macherinnen und gibt Einblick in die Fülle der Programmplakate.

Gespräch zum Buch mit Doris Senn.
Anschliessend Apéro.

Donnerstag, 5. Juni 2025, 18.30 Uhr
Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum

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5.3.2025, 18 Uhr: Gegenwind

Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz im späten 20. Jahrhundert

Buchpräsentation

Hadrien Buclins neues Buch «Vents contraires. Le Parti socialiste suisse face aux crises économiques et à l’essor du néolibéralisme (1973–1995)» untersucht erstmals die Entwicklung der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz im späten 20. Jahrhundert. Vor dem Hintergrund wiederholter Wirtschaftskrisen und dem internationalen Aufschwung neoliberaler Wirtschaftspolitik traf die SPS auf Gegner, die immer weniger zu Kompromissen bereit waren. Das härtere politische Klima stellte die von der Partei in der Nachkriegszeit angestrebte schrittweise Erringung von sozialem Fortschritt infrage und zwang ihre Führung zur ständigen Vermittlung zwischen Befürworter:innen einer stärkeren Anpassung an die liberale Globalisierung und Verfechter:innen eines starken und interventionistischen Sozialstaates.

Anhand der Untersuchung einer Regierungspartei gibt das Buch detaillierte Einblicke in zwei Jahrzehnte Schweizer Bundespolitik und betrachtet immer noch aktuelle Herausforderungen: von der Altersvorsorge über die Europapolitik bis hin zu den Auswirkungen der sozialen Bewegungen auf das politische Leben.

Bilinguale Buchpräsentation mit dem Autor Hadrien Buclin sowie Silja Häusermann und Matthieu Leimgruber (beide Universität Zürich).
Mit anschliessendem Apéro.

Mittwoch, 5. März 2025, 18 Uhr
Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum

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12.3.2025, 19 Uhr: Alternativ leben: Natürlich, gesund, autoritär?

Transnational, kolonial, aktuell. Neue Perspektiven auf die Geschichte der Lebensreform

In einer durch Digitalisierung, Klimawandel und Pandemien verunsicherten Welt versuchen immer mehr Menschen, wieder natürlicher, lokaler und gesünder zu leben. Dabei greifen sie oft auf Ideen und Praktiken der Lebensreform um 1900 zurück. Stefan Rindlisbacher, Eva Locher und Damir Skenderovic werfen in ihrem Sammelband einen neuen Blick auf die Geschichte dieser Alternativbewegung avant la lettre: Im Fokus stehen transnationale Netzwerke, koloniale Verstrickungen und Missbrauchsvorwürfe.

Im Podiumsgespräch kommen auch die Nachwirkungen der Lebensreform zur Sprache. Insbesondere wird diskutiert, inwieweit alternative Ernährungsweisen, biologischer Landbau, Naturheilkunde oder Reformpädagogik bis heute auch autoritäre und ausgrenzende Züge aufweisen können. Aktuell zeigen sich diese beispielsweise in Teilen der Post-Corona-Bewegung, in völkisch-esoterischen Siedlungsprojekten oder in rechtsalternativen Schulgründungen.

Buchpräsentation mit Eva Locher (Historikerin, Universität Bern) und Podiumsgespräch mit Stefan Rindlisbacher (Historiker, Universität Fribourg), Julia Sulzmann (Psychologin, Relinfo), Sarah Schmalz (Journalistin, WOZ). Moderation: Damir Skenderovic (Historiker, Universität Fribourg).
Mit anschliessendem Apéro.

Mittwoch, 12. März 2025, 19 Uhr
Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum

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Foto: Roland Gretler/SozArch F 5068-Na-02140
Foto: Roland Gretler/SozArch F 5068-Na-02140

21.3.2025, 19 Uhr: Harald Naegelis Graffiti als Vorboten der 80er Jahre in Zürich

Buchpräsentation

Als Harald Naegeli 1977 zu seinen nächtlichen Sprayaktionen aufbricht, ist er Pionier in mehrfacher Hinsicht: Er geht mit seinem spielerisch-politischen Stil der Zürcher 80er Bewegung um drei Jahre voraus und wird zu einem der ersten Graffitikünstler weltweit. Und dies ausgerechnet vom Zürichberg aus, dem bis dahin nicht grosse Widerspenstigkeit nachgesagt wird. Harald Naegeli bleibt zwei Jahre lang unentdeckt, wird aber schliesslich verhaftet und in der Folge von Polizei und Justiz über Jahrzehnte gnadenlos verfolgt. Er flieht nach Italien und lebt über drei Jahrzehnte in Deutschland. Er sprayt über vierzig Jahre lang weiter, verbringt ein halbes Jahr in Gefängnissen, wird zweimal von Wachleuten verprügelt und mit Hunderttausenden Franken Schadenersatz belangt. 2020 erhält er für seinen Totentanz und sein Gesamtwerk den Zürcher Kunstpreis.

Referat von Res Strehle zur Zeitgeschichte und dem bewegten Leben eines unangepassten Künstlers. Strehle ist Autor der Biografie Harald Naegelis «Nur Fliegen kann er nicht» (Diogenes 2024).
Mit anschliessendem Apéro.

Begleitend zeigt das Sozialarchiv vom 4. bis 31. März im Lesesaal eine Vitrinenausstellung zu Harald Naegeli.

Freitag, 21. März 2025, 19 Uhr
Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum

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19./20.3.2025: Berufserkundungstage

Das Schweizerische Sozialarchiv bietet am Mittwoch, 19. März 2025, und am Donnerstag, 20. März 2025, je einen Berufserkundungstag an. An dem Tag geben wir Einblick in die Lehre als Fachmann/-frau Information und Dokumentation EFZ.

Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt, die Anmeldefrist endet am 10. März 2025.

Anmeldungen bitte mit Geburtsdatum und Namen der aktuellen Schule.

Kontakt und Anmeldung: Andrea Schönholzer, Berufsbildnerin, schoenholzer@sozarch.uzh.ch

14.4.2025, 18.30 Uhr: Arbeit im Wandel

Technische Umbrüche, soziale Konflikte und geopolitische Herausforderungen

Buchvernissage

Neue technische Möglichkeiten wie digitale Plattformen oder Roboter verändern derzeit auf radikale Art und Weise die Bedingungen, die Charakteristiken und die Wahrnehmung von Arbeit. Gleichzeitig hat sich das Verständnis von Arbeit durch feministische Kritik am Konzept der Lohnarbeit oder durch sozial- und globalhistorische Studien über Formen unfreier Arbeit gewandelt. Die historische Migrationsforschung hat gezeigt, dass Arbeitsmigration der historische Normalfall war.

Das neue Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (SGWSG) orientiert sich an diesen konzeptionellen Debatten. Die historischen Fallstudien untersuchen soziale Konstellationen vom frühen Kolonialismus bis zur digitalen Transformation. Dabei geraten Beziehungen zwischen Menschen und Tieren oder Maschinen und Menschen ebenso ins Blickfeld wie Arbeitskämpfe, Geschlechterverhältnisse und die Rolle von Wissen in Arbeitsprozessen.

Buchvernissage mit den Herausgeber:innen Monika Dommann, Juan Flores, Kristina Schulz und Simon Teuscher.
Auf dem Podium diskutieren Brigitta Bernet, Historikerin (Gewerkschaft Unia und Universität Zürich), Florian Eitel, Historiker (Neues Museum Biel), und Lena Kaufmann, Sozial- und Kulturanthropologin (Universität Fribourg).
Mit anschliessendem Apéro.

Montag, 14. April 2025, 18.30 Uhr
Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum

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5.2.2025: Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken

Buchpräsentation

Die gemeinsame Geschichte von jüdischer Emanzipationsbewegung gegen Diskriminierung und Antisemitismus sowie der Arbeiter:innenbewegung mit ihren sozialistischen, kommunistischen und anarchistischen Strömungen und Organisationen ist lange, oft spannungsreich und widersprüchlich. Sie ist eine Globalgeschichte mit Schauplätzen in Europa, Nordamerika, dem russländischen Imperium, dem Nahen Osten, Südafrika und anderen Weltregionen sowie vielfältigen transnationalen und interkontinentalen Vernetzungen. Die von Riccardo Altieri, Bernd Hüttner und Florian Weis für die Rosa-Luxemburg-Stiftung herausgegebene Reihe «Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken» möchte diese Geschichte mit Beiträgen zu markanten Persönlichkeiten, bedeutenden Organisationen sowie wichtigen Schauplätzen und Ereignissen wieder in Erinnerung rufen.

Präsentation der Buchreihe mit dem Herausgeber Bernd Hüttner sowie Inputs von Christina Späti (Universität Fribourg/FernUni Schweiz), Aline Masé (Universität Bern), Brigitte Walz-Richter (Stiftung Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung) und Christian Koller (Schweizerisches Sozialarchiv).
Mit anschliessendem Apéro.

Mittwoch, 5. Februar 2025, 19 Uhr
Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum

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Still aus «LIBERTY, LOVE AND LONELINESS II», Philip Ortelli, 2024
Still aus «LIBERTY, LOVE AND LONELINESS II», Philip Ortelli, 2024

25.11.2024, 18.30 Uhr: Le Foyer – In Process

Artist-Archivist-Artist

Philip Ortelli & Philipp Gufler

Philip Ortelli nutzt Archive, um die Geschichte von LGBTQIA+-Gemeinschaften zu rekonstruieren. Er entnimmt öffentlichen Archiven Material, führt ihnen aber auch neues zu – so auch im Fall des schwulenarchivs, das im Schweizerischen Sozialarchiv untergebracht ist. Darin fand Ortelli Konvolute mit Geschichten queeren Lebens, denen er seine eigene sammelnde Arbeit in den Sozialen Medien gegenüberstellt.

Im Zentrum von Philipp Guflers künstlerischer Arbeit stehen Bilder und Geschichte(n) queeren Lebens. Historische Persönlichkeiten, Entwicklungen und einschneidende Ereignisse aus unterschiedlichen Zeitspannen treten in einen Dialog und erzählen eine intersektionale queere Geschichte. Seit zehn Jahren ist Gufler aktives Mitglied des selbstorganisierten Forums Queeres Archiv München, das er ebenso mit Material speist wie für seine Arbeiten anzapft.

Gezielt verwischen Ortelli (*1991 in Bern) und Gufler (*1989 in Augsburg) die Grenzen zwischen archivarisch-dokumentierender und künstlerisch-produzierender Praxis. Beide stellen sich in die Tradition privater Archivar:innen, die unabhängig von vorherrschenden Geschichtsordnungen sammelten, was sie wichtig fanden, und damit marginalisierte Vergangenheit in die Zukunft retteten.

Gespräch mit Philip Ortelli, Philipp Gufler und Stefan Länzlinger (Leiter der Abteilung Archiv im Schweizerischen Sozialarchiv), moderiert von Yasmin Afschar.
Anschliessend Apéro.

In Zusammenarbeit mit «Le Foyer – In Process» (www.lefoyer-lefoyer.ch).

Montag, 25. November 2024, 18.30 Uhr
Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum

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zVg Hansueli Trachsel
zVg Hansueli Trachsel

2.12.2024, 18.30 Uhr: Die Welt ist mein Haus – Das Leben der Anny Klawa-Morf

Sie war engagiert, charismatisch und liebenswert. Anny Klawa-Morf (1894-1993) kämpfte ein Leben lang für die Idee einer gerechteren Gesellschaft und für die Gleichstellung der Frauen. Hautnah erlebte sie die Revolutionen nach dem Ersten Weltkrieg und kam um ein Haar ums Leben. Bittere Erfahrungen in der Familie machten sie misstrauisch gegenüber Männern, bis sie im lettischen Revolutionär Janis Klawa ihre grosse Liebe fand. Mit ihrem unbeirrbaren Glauben an das Gute beeindruckte sie viele Menschen und zeigte unzähligen Kindern den Weg zu einer besseren Welt. Rückblickend auf ihr fast hundertjähriges Leben erklärte sie: «Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis einmal der Gedanke der Gleichberechtigung Wirklichkeit wird. Dazu braucht es viel Kleinarbeit, aber diese Kleinarbeit lohnt sich.»

Zum 130. Geburtstag von Anny Klawa-Morf wurde ihre Lebensgeschichte von der Anny-Klawa-Morf-Stiftung neu herausgegeben.
Der Nachlass von Anny Klawa-Morf mit Dokumenten und einer reichen Fotosammlung befindet sich im Schweizerischen Sozialarchiv.

Begrüssung durch Jakob Tanner (Stiftungsrat Anny-Klawa-Morf-Stiftung), Buchpräsentation mit der Autorin Annette Frei Berthoud und Vorführung des Films «Anna Klawa-Morf – Nachdenken über eine Arbeiterfrau» (1993) von Hans-Dieter Rutsch.
Anschliessend Apéro.

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Anny-Klawa-Morf-Stiftung (anny-klawa-morf.ch).

Montag, 2. Dezember 2024, 18.30 Uhr
Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum

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