Das Schweizerische Sozialarchiv musste in den letzten Jahrzehnten seine Lagerkapazitäten stetig erweitern und wirtschaftete zuletzt mit zusätzlichen Aussenmagazinen an drei verschiedenen Standorten, was logistisch einigen Aufwand verursachte. Statt für den weiteren Neuzuwachs ein viertes Aussenlager mit Raumvorrat für die nächsten ca. zehn Jahre anzumieten, entschloss sich das Sozialarchiv dazu, in Zukunft mit dem Archivdienstleister Archivsuisse zusammenzuarbeiten und die bisherigen Aussenmagazine gestaffelt aufzulösen. Archivsuisse stellt dem Sozialarchiv geeignete Lagerräumlichkeiten in Bahnhofsnähe in Winterthur zur Verfügung und übernimmt auch die Verantwortung für die Bewirtschaftung und Logistik der dort eingelagerten Bestände. Das Sozialarchiv bezahlt nur so viel Mietkosten, wie es effektiv Platz belegt.
Die ausgelagerten Archivbestände waren auf zwei dieser Aussenmagazine verteilt gewesen. Die Auflösung des kleineren, unweit des Spitals Balgrist an der Forchstrasse 317 befindlichen Lagers war auf März 2026 terminiert. Im Hinblick auf diesen Umzug hatte die Abteilung Archiv im Sommer 2025 eine Revision der dort befindlichen Bestände aufgenommen: Sämtliche Archiv-Dossiers wurden auf ihren Zustand überprüft und mit dem Archivfindmittel abgeglichen; bei Bedarf wurde die Verzeichnung angepasst, wurden die Inhalte besser geordnet oder abgenutzte Behältnisse ersetzt. In einem zweiten Schritt bekam jede Schachtel eine RF-ID und wurden alle darin befindlichen Archiv-Signaturen damit verknüpft. Dies ermöglicht in Zukunft eine Ortung der Schachteln und sämtlicher darin befindlichen Dossiers.
Insgesamt wurden bis Ende Februar 2026 rund 7’500 Dossiers gesichtet bzw. rund 660 Laufmeter Archiv für den Umzug nach Winterthur vorbereitet. Weitere 160 Laufmeter wurden für eine eingehende Revision temporär in die Magazinräumlichkeiten an der Stadelhoferstrasse 12 verschoben. Anfang März erfolgten plangemäss der mehrtägige Umzug der Archivbestände nach Winterthur und anschliessend der Rückbau der Rollgestellanlage an der Forchstrasse 317, eine Eingangskontrolle aller Archiv-Schachteln am neuen Standort sowie eine Bereinigung letzter Unstimmigkeiten bei den IT-System-Schnittstellen. Ende März konnte der Ausleihbetrieb, der für die betroffenen Bestände vom 16. Februar bis am 23. März 2026 ausgesetzt war, wieder hochgefahren werden.
Mit der Auflösung des Aussenlagers an der Forchstrasse 317 per Ende März 2026 hat die Abteilung Archiv die erste Etappe der Zusammenlegung der bisherigen Aussenmagazine am neuen Standort in Winterthur unter Einsatz von sehr viel Manpower erfolgreich hinter sich gebracht. Die zweite, weitaus grössere Etappe schliesst nahtlos daran an: Auf Ende März 2027 wird das etwa viermal so grosse Aussenlager im Verwaltungszentrum Werd aufgelöst – die Revision der dort befindlichen Bestände ist seit März 2026 bereits in vollem Gange.
Getreideflocken AG, Lenzburg, 1947 (Foto: Ernst Koehli/SozArch F 5144-0872-Nc-003)
Im März 2026 zügelt das Schweizerische Sozialarchiv einen Teil seiner ausgelagerten Bestände in neue Aussenmagazine, um Platz für die zahlreich eintreffenden Neuübernahmen zu gewinnen.
Die vom Umzug betroffenen Bestände sind deshalb vom 16. Februar bis und mit 23. März 2026 nicht verfügbar. Bereits zuvor bereitgestellte Dokumente aus den betroffenen Beständen werden am 16. Februar zurückgebucht und müssen ab dem 24. März neu bestellt werden.
Informieren Sie sich rechtzeitig via kontakt@sozialarchiv.ch, ob die Akten, die Sie konsultieren wollen, vom Umzug betroffen sind.
Wir entschuldigen uns für die temporären Umstände und danken für Ihr Verständnis.
Relaunch der Ressourcenplattform zur schweizerischen Arbeiterbewegungsgeschichte
Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 betreibt die Interessengemeinschaft «Geschichte der Schweizerischen Arbeiterbewegung» eine eigene Website. Die IG ist ein lockerer Kompetenzverbund zu Geschichte und Archiven der schweizerischen Arbeiterbewegung von Spezialarchiven, Forschungsinstitutionen und Gewerkschaften. Zurzeit gehören ihr an: das Schweizerische Sozialarchiv in Zürich, die Archives contestataires in Genf, die Association pour l’étude de l’histoire du mouvement ouvrier (AÉHMO) in Lausanne, das Centre international de recherches sur l’anarchisme (CIRA) in Lausanne, das Collège du Travail in Genf, die Fondazione Pellegrini Canevascini (FPC) in Bellinzona sowie der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) und die Gewerkschaften UNIA, VPOD, SEV und Syndicom.
Kern der bisherigen Website war ein Metakatalog zu den vielfältigen, vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichenden Archivbeständen der schweizerischen Arbeiterbewegungsgeschichte. Diese umfassen die Akten von Gewerkschaften, Parteien, Arbeiter:innenvereinen, Genossenschaften und Unternehmen, Frauen- und Jugendorganisationen und zum Anarchismus sowie Personennachlässe. Neben den umfangreichen Beständen im Sozialarchiv befinden sie sich auch in kleineren Spezialarchiven, im Bundesarchiv, in kantonalen und kommunalen Archiven, Bibliotheken und Museen, in gewerkschaftlichen Vorarchiven und in vereinzelten Fällen sogar im Ausland im Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam oder im Archiv der sozialen Demokratie in Bonn.
Auch auf der nun inhaltlich und technisch vollständig neu aufgesetzten Website bildet der Metakatalog mit Direktzugriff auf die Findmittel der bestandeshaltenden Institutionen ein zentrales und für die Forschung unverzichtbares Tool. Die Forschungsinfrastrukturfunktion der Website wurde aber angereichert durch Übersichten und Links zu den immer zahlreicher greifbaren digitalen Beständen. Dazu gehören etwa retrodigitalisierte Zeitungen und Zeitschriften auf verschiedenen Portalen, Online-Datenbanken mit audiovisuellen Quellen oder biografischen Angaben und Archive von «digital born»-Dokumenten der letzten drei Jahrzehnte. Darüber hinaus bietet die Website arbeiterbewegung.ch Informationen zur Organisationsentwicklung der schweizerischen Arbeiterbewegung, zu laufenden und abgeschlossenen Forschungs- und Vermittlungsprojekten sowie einen aktuellen Veranstaltungskalender.
Bildbestellungen sind gebührenpflichtig – dieser Grundsatz ist seit Ende Jahr Geschichte. Der Bezug von Scans aus der Datenbank Bild + Ton ist nun kostenlos.
Die Gebührenordnung für die Abteilung Bild + Ton entstand 2008, als das Sozialarchiv als eine der ersten Gedächtnisinstitutionen der Schweiz mit einer attraktiv gestalteten multimedialen Datenbank online ging. Damals war man der Ansicht, dass die Nutzung der Bilder honorierungspflichtig sein sollte, auch weil man mit dem neuen Angebot in eine gewisse Konkurrenz zu kommerziellen Bildagenturen wie Keystone-SDA trat.
Der Aufwand für Rechnungsstellung, Verbuchung und Mahnungen fiel in etwa gleich hoch aus wie die Einnahmen aus den Gebühren. Viele Benutzende übersahen beim Bestellen, dass sie damit auch die Gebührenordnung akzeptierten, und reagierten entsprechend verständnislos auf die Zustellung einer Rechnung. Andere wollten – zu Recht – nicht einsehen, weshalb sie für die Verwendung eines Bildes in einer studentischen PowerPoint-Präsentation 30 Franken entrichten sollten.
Inzwischen sind in der Schweiz etliche weitere Bildarchive online gegangen und es stellte sich zunehmend die Frage, ob die Bildgebühren noch zeitgemäss seien – schliesslich ist auch die Nutzung von Archivalien kostenlos. Und es gibt eigentlich keinen Grund, traditionelles Schriftgut und audiovisuelles Material im Bereich Archiv ungleich zu behandeln. Denn beides sind historische Quellen, die es verdienen, möglichst niederschwellig zur Verfügung gestellt zu werden!
Seit der Einführung des neuen Bibliothekssystems sorgt der Bestellvorgang bei Büchern, die einer Reihe angehören, bei den Benutzenden regelmässig für Verwirrung. Dieser Teil unserer Serie «Tipps & Tricks für swisscovery» soll hier deswegen etwas Licht ins Dunkel bringen. Gut zu wissen: Bei Reihen verfügen die Bibliotheken oft nicht über sämtliche Bände, sondern nur über diejenigen, die für ihren Sammlungsschwerpunkt relevant sind.
Bestellen eines Bandes aus einer Reihe
Sie möchten das Buch «Bürgerliche Frauenbilder im 19. Jahrhundert – die Zeitschrift ‘Der Bazar’ als Verhandlungsforum weiblichen Selbstverständnisses» aus der Reihe «Historische Geschlechterforschung» bestellen. Starten Sie die Suche auf bib.sozialarchiv.ch, der swisscovery-Suchoberfläche des Soziarchivs, und melden Sie sich zuallererst mit Ihrer SWITCH edu-ID an. Wenn Sie anschliessend den genannten Buchtitel im Suchschlitz eingeben, erhalten Sie folgenden Treffer (hier in der Detailansicht):
Die Angabe «nicht in der Bibliothek» beim Standort «Schweizerisches Sozialarchiv» bedeutet nicht, dass das Buch grundsätzlich nicht im Sozialarchiv vorhanden, sondern lediglich, dass es zur Zeit Ihrer Bestellung noch ausgeliehen ist (darauf deutet auch die Signatur-Angabe «147103» hin). Die Informationen zum Verfügbarkeitsstatus erhalten Sie, wenn Sie auf den Eintrag bei den «Standorten» klicken:
Natürlich können Sie nun den Band trotzdem via roten «Ausleihe»-Knopf vormerken. Sie erhalten dann eine Abholungseinladung per E-Mail, wenn das Buch wieder verfügbar ist. Soweit funktioniert die Bestellung wie bei einer ganz «normalen» Monografie.
Aufrufen aller Bände aus einer Reihe, welche im Sozialarchiv vorhanden sind
In unserem Beispielfall gehen wir davon aus, dass Sie sich generell für Geschlechterthemen interessieren. Deshalb möchten Sie nun auch gleich noch wissen, welche weiteren Bände aus der Reihe «Historische Geschlechterforschung» im Sozialarchiv vorhanden sind. Dafür klicken Sie im linken Menü auf «Details» und dort wiederum auf den Titel der «Serie» «Historische Geschlechterforschung» (die Angabe «Band 4» können Sie ignorieren):
Danach werden Ihnen 4 Treffer präsentiert, wobei es sich beim ersten um den Eintrag für die Reihe selbst handelt (darauf deutet die Angabe «2018-» hin). Die Treffer 2 bis 4 zeigen Ihnen die drei Bände aus der Reihe an, welche in der Bibliothek des Sozialarchivs vorhanden sind, darunter auch den Band, den Sie bereits bestellt haben:
Die beiden anderen Bücher aus der Reihe können Sie ebenfalls wie oben beschrieben bestellen.
Aufrufen aller Bände aus einer Reihe, welche in anderen SLSP-Bibliotheken vorhanden sind
In unserem Beispielfall vermuten oder wissen Sie, dass es noch weitere Bände aus der Reihe «Historische Geschlechterforschung» gibt, die im Sozialarchiv offensichtlich nicht vorhanden sind. Erweitern Sie deshalb den Suchbereich auf «swisscovery» und ergänzen vielleicht noch den Verlag («transcript»):
Tatsächlich erhalten Sie dann nebst den 4 bisherigen noch 2 weitere Treffer, darunter das Buch «(In) visible Acts of Resistance in the Twilight of the Franco Regime» von Aurora G. Morcillo, welches zwar nicht im Sozialarchiv, aber im «Bibliotheksnetz Region Basel» verfügbar ist:
Mit Klick auf diesen Standort erhalten Sie die Informationen zum dortigen Verfügbarkeitsstatus: In unserem Beispiel ist das Buch zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar, da es sich noch im Erwerbungsprozess befindet. Grundsätzlich ist es aber ausleihbar und befindet sich im Freihandmagazin der UB Hauptbibliothek Basel:
Sie können den Band also via roten «Ausleihe»-Knopf vormerken und erhalten dann eine Abholungseinladung per E-Mail, wenn das Buch verfügbar ist.
Wenn Sie beim Bestellvorgang als «Abhol-Institution» (= IZ) «Bibliotheksnetz Region Basel» und als «Abholort» (= Bibliothek) die besitzende Bibliothek, nämlich «Basel – UB Hauptbibliothek», wählen, sollten Ihnen keine Gebühren entstehen:
Sie können aber auch den kostenpflichtigen SLSP-Kurier (CHF 6.-) nutzen und das Buch ans Sozialarchiv bestellen. In diesem Fall wählen Sie bei der «Abhol-Institution» «Spezialbibliotheken Region Zürich» und beim «Abholort» «Schweizerisches Sozialarchiv»:
Haben Sie weitere Fragen zu Reihen oder brauchen Sie sonst Unterstützung beim Recherchieren? – Wir helfen Ihnen gerne!
Für die Konsultation von Archivalien, Dokumentationen und Altbeständen im Lesesaal muss nach erfolgter Online-Bestellung telefonisch ein Termin vereinbart werden.
Unser Ausleihschalter ist für die Abholung von Medien für die Heimausleihe geöffnet (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9:00 bis 19:30, Sa 11:00 bis 16:00). Bitte bestellen Sie vorgängig online von zu Hause aus und beachten Sie bei einem Besuch die am Eingang angeschlagenen Schutzvorschriften.
Für die Konsultation von nicht für die Heimausleihe freigegebenen Medien (Archivalien, Dokumentationen, Bibliotheks-Altbestände) bestellen Sie bitte online die Dokumente und vereinbaren dann telefonisch (043 268 87 50) einen Lesesaalplatz. Der Zugang zum Lesesaal ist nur mit bestätigter Platzreservation möglich.
Im gesamten Sozialarchiv gilt Maskenpflicht. Der Zutritt zum Lesesaal und zum Trakt mit Recherchestationen, Leselounge und Kopiergerät ist nur mit gültigem Covid-Zertifikat (2G) gestattet. Für die Abholung von online bestellten Medien für die Heimausleihe ist das Covid-Zertifikat nicht erforderlich. Die Räumlichkeiten müssen aber nach Entgegennahme der Medien umgehend verlassen werden.
Für Dokumente aus unseren Archiv- und Dokumentationsbeständen nehmen wir auch weiterhin gerne Scan- oder Kopieraufträge entgegen (kontakt@sozialarchiv.ch). Bildbestellungen nehmen wir wie üblich entgegen.
Für Reproduktionsaufträge aus unseren Bibliotheksbeständen (Monografien, Zeitschriften und Zeitungen) gelten die neuen Tarife von SLSP.
Bei Fragen schicken Sie uns eine E-Mail an kontakt@sozialarchiv.ch oder rufen Sie uns unter 043 268 87 40 an.
Und: Kommen Sie wenn immer möglich zu Fuss oder mit dem Velo ins Sozialarchiv oder meiden Sie im ÖV die Stosszeiten.
Wir sind in Teil I dieser Serie mit «Tipps & Tricks für swisscovery» bereits einmal auf die verschiedenen Suchoberflächen von swisscovery eingegangen und haben auf die Möglichkeiten hingewiesen, den Suchbereich je nachdem auf eine Bibliothek oder eine IZ (Institutionszone) einzuschränken bzw. auf die gesamte swisscovery-Netzwerkzone (swisscovery Network) zu erweitern. Die Erfahrung zeigt inzwischen, dass es nicht ganz einfach ist, auf den verschiedenen Suchoberflächen das Literaturangebot des Sozialarchivs im Auge zu behalten.
a) Suchoberflächen
Die Medien, welche im schweizweiten Bibliothekskatalog swisscovery verzeichnet sind, können über unterschiedliche Suchoberflächen (sog. «Views») recherchiert werden. Es gibt erstens die allgemeine swisscovery-View, zweitens die Views der verschiedenen IZs (Institutionszonen = Bibliotheksgruppen, die gemeinsam verwaltet werden) sowie drittens die Views von einzelnen Bibliotheken. Alle Suchoberflächen basieren auf «Primo VE», dem benutzerseitigen Frontend der Bibliothekssoftware «Alma» von Ex Libris. Je nachdem, auf welcher Primo-Suchoberfläche man seine Recherche beginnt, sind verschiedene Schritte nötig, um mehr oder weniger gezielt auf die Bestände des Sozialarchivs zuzugreifen.
Wenn Sie schweizweit in den Beständen aller 475 SLSP-Bibliotheken nach einem Thema recherchieren möchten, wählen Sie diese allgemeine Suchoberfläche. Dieser Einstieg kann für die Recherche nach online verfügbaren elektronischen Ressourcen sinnvoll sein.
Für die Suche nach analogen Büchern und Zeitschriften empfiehlt es sich hingegen, die Recherche auf der Suchoberfläche der Bibliothek Ihres Vertrauens oder in Ihrer Nähe zu starten. Sie vermeiden so entweder Reisen durch die halbe Schweiz oder Kuriergebühren.
Der schnellste Weg zu den Beständen des Sozialarchivs führt also über die View des Sozialarchivs. Eine Recherche zum Thema «Frauen Gleichstellung» durchsucht hier ohne weitere Einstellungen ausschliesslich die Bestände des Sozialarchivs und präsentiert direkt rund 670 Ergebnisse.
Benötigen Sie über das Literaturangebot des Sozialarchivs zu diesem Thema hinaus weitere Quellen, erweitern Sie den Suchbereich (siehe Aufklappmenü rechts im Suchschlitz) ganz einfach auf «swisscovery» und Sie erhalten rund 4’700 Ergebnisse aus allen 475 SLSP-Bibliotheken.
Auch für die IZ «Spezialbibliotheken Region Zürich», zu der das Sozialarchiv gehört, gibt es eine eigene View. Wir empfehlen Ihnen jedoch, entweder spezifisch in der View des Sozialarchivs oder dann schweizweit im allgemeinen swisscovery-Katalog zu recherchieren. Mit letzterem durchsuchen Sie nämlich u.a. die Bestände aller Bibliotheken auf dem Platz Zürich gleichzeitig, also nicht nur diejenigen der «Spezialbibliotheken Region Zürich», sondern ebenso die der «UZH / ZBZ», der «ETH Zürich», der «Zürcher PHs» sowie der «ZHdK».
Vielleicht starten Sie Ihre Suche aber auch mal von der Website der ZB Zürich aus, weil Sie dort gerade ein paar Bücher aus den Freihandmagazinen geholt haben. In diesem Fall landen Sie auf dem «Rechercheportal» bzw. der View der IZ «UZH / ZBZ». Zu dieser IZ gehören neben der ZBZ alle Institutsbibliotheken der Uni Zürich.
b) Suchbereich
Standardmässig werden auf dem «Rechercheportal» der «UZH / ZBZ» alle in swisscovery nachgewiesenen Bestände durchsucht: Der Suchbereich ist by default auf «swisscovery» eingestellt. In den über 2’600 Ergebnissen für die Suche nach «Frauen Gleichstellung» sind also auch die Ressourcen aus dem Sozialarchiv enthalten.
Sie könnten den Suchbereich auch auf «ZB / UZH» einschränken und erhielten dann noch rund 1’270 Ergebnisse. In unserem Beispielfall möchten Sie aber vielmehr wissen, welche Literatur zum Thema auf dem Platz Zürich, im Speziellen im auf gesellschaftliche Fragen spezialisierten Schweizerischen Sozialarchiv, vorhanden ist.
c) Facetten/Filter
Sie lassen also den Suchbereich auf «swisscovery» eingestellt. Um die Suchergebnisse im Hinblick auf die Bestände des Sozialarchivs hin zu optimieren, nutzen Sie die Facetten (unter «Ergebnisse optimieren» im linken Bildschirmbereich). Hier sind unter «swisscovery Network» alle IZs nebst der IZ «UZH / ZBZ» gelistet, die auch Ressourcen zum Thema haben. Um alle anzuzeigen, müssen Sie allerdings zuerst auf «Weitere anzeigen» klicken.
An vierter Position erscheinen nun die «Spezialbibliotheken Region Zürich», also die IZ «RZH», zu der auch das Sozialarchiv gehört.
Wenn Sie die Suche auf die Bestände in der IZ «RZH» einschränken möchten, setzen Sie diesen Filter, indem Sie auf «Spezialbibliotheken Region Zürich» klicken. Die Ergebnisliste umfasst nun rund 750 Treffer, darunter die rund 670 Titel aus dem Sozialarchiv.
Leider ist es aber in der View einer IZ, in unserem Fall derjenigen der IZ «UZH / ZBZ», nicht möglich, gezielt nach Bibliotheken aus einer anderen IZ, in unserem Fall der IZ «RZH», zu filtern. Dies ist immer nur innerhalb einer IZ-View möglich.
Fazit
Mit SLSP und swisscovery ist es möglich geworden, auf einer einzigen Katalogoberfläche 475 Bibliotheksbestände aus der ganzen Schweiz gleichzeitig zu durchsuchen – dies ist ein Fortschritt. Nun wären wir aber nicht in der föderalistisch organisierten Schweiz, wenn es dafür auch nur eine einzige Suchoberfläche gäbe. Vielmehr tritt das benutzerseitige Frontend des bibliografischen Gesamtkatalogs in zahlreichen unterschiedlichen Kleidern auf – je nach IZ oder Bibliothek. (Tatsächlich kann man sich die Organisationsstruktur von SLSP analog zu den Staatsebenen vorstellen: Gemeinden/Bibliotheken, Kantone/Institutionszonen (IZ), Bund/swisscovery Network – mit allen Komplikationen, die das mit sich bringt.)
Ob diese Vielfalt an Views einen Mehrwert darstellt, darüber kann man getrost unterschiedlicher Ansicht sein. Wir empfehlen Ihnen jedenfalls, wie oben ausgeführt, Ihre Recherchekarriere von der nahen Gemeindeebene aus zu starten (z.B.: https://bib.sozialarchiv.ch), denn mit dem variablen Suchbereich bleibt Ihnen der Zugang zu den Kantonsebenen (IZs) bzw. zum Bundeshaus (swisscovery Network) jederzeit offen.
Haben Sie weitere Fragen zu den verschiedenen Suchoberflächen oder brauchen Sie Unterstützung bei Ihren Recherchen? – Wir helfen Ihnen gerne!
Sie kennen das wahrscheinlich: Sie recherchieren für eine wissenschaftliche Arbeit und bestellen Dokumente aus verschiedenen Bibliotheken und irgendwann verlieren Sie den Überblick, was Sie wo bestellt haben oder wie lange Sie gewisse Bücher noch behalten dürfen. Das Sozialarchiv ist ja Teil der IZ «Spezialbibliotheken Region Zürich». Wie können Sie aber in Ihrem SLSP-Benutzungskonto auch Ihre Bestellungen und Ausleihen aus anderen IZs im Auge behalten?
Loggen Sie sich auf swisscovery ein und öffnen Sie Ihr Profil.
Gehen Sie dort direkt zu «Meine Ausleihen» oder via «Mein Konto» zum Reiter «Ausleihen» bzw. «Bestellungen».
Im linken Menübereich unter «swisscovery Network» sehen Sie zudem verschiedene andere IZs aufgelistet, die Sie mit der Funktion «Mit Aktivität» auch filtern können. Das «Klemmbrettsymbol» bei einem IZ-Namen signalisiert, dass Sie in dieser IZ unabgeschlossene Prozesse haben. Klicken Sie auf den Namen der IZ, die Sie interessiert, und Sie erhalten eine Übersicht über Ihre Ausleihen, Bestellungen und allenfalls Gebühren in der angewählten IZ.
b) Hilfreiche Filterfunktionen bei der Recherche
Der swisscovery-Katalog zeigt bei einer Rechercheanfrage als Treffer nicht nur Bücher, sondern prominent auch Artikel aus Zeitschriften und Repositorien an. Um eine Trefferliste Ihren (medialen) Wünschen anzupassen, benutzen Sie die Filter.
Sie suchen beispielsweise nach Büchern zum Thema «Hausaufgaben in der Schulbildung». Mit dem einfachen Suchbegriff «Hausaufgaben» erhalten Sie eine Trefferliste mit insgesamt 9 Titeln – an erster, dritter und vierter Stelle rangieren jedoch lediglich Zeitschriftenartikel.
Benutzen Sie also die Filter auf der linken Seite unter «Ergebnisse optimieren».
Wählen Sie in diesem Fall unter der Rubrik «Ressourcentyp» «Bücher».
Jetzt werden Ihnen als Treffer nur noch Bücher präsentiert, die Sie zudem weiter filtern können, zum Beispiel nach Bibliothek. Generell können Sie mit den diversen Filterfunktionen Ihre Suche viel genauer gestalten: So können Sie auch nach Urheber/in, Publikationsjahr, Thema, Sprache und/oder Publikationsform filtern, was insbesondere bei thematischen Recherchen mit hohen Treffermengen sehr hilfreich sein kann. Aktive Filter deaktivieren Sie ganz einfach wieder mit Klick auf das Kreuz.
Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen zu Ihrem Benutzungskonto haben oder Unterstützung bei der Recherche benötigen.
In unserer Rubrik «Tipps & Tricks» möchten wir Ihnen diesmal zeigen, wie Sie Zeitschriftenausgaben und -bände bestellen können, wobei sich der Bestellprozess für ältere Periodika vom Standardprozedere für neuere, laufende Zeitschriften leicht unterscheiden kann. Der Grund liegt darin, dass für ältere Zeitschriften zwar eine vollständige Titelaufnahme in swisscovery vorhanden ist, in vielen Fällen aber die einzelnen physischen Bände (= Bestelleinheiten) nicht erfasst sind.
Neuere bzw. laufende Zeitschriften
Sie möchten zum Beispiel eine Ausgabe des «Spiegel» aus dem Jahr 2020 bestellen. Nachdem Sie sich in swisscovery eingeloggt haben, suchen Sie nach der entsprechenden Titelaufnahme.
Unter «Ausleih- und Bestelloptionen» wählen Sie den Standort «Schweizerisches Sozialarchiv» und klicken auf die spitze Klammer ganz rechts. Dadurch öffnen Sie die Detailansicht der einzelnen Zeitschriftenbände und sehen entsprechend auch die beiden Bestelloptionen («Ausleihe» / «Digitalisierung») pro Band.
Ältere Zeitschriften
Nun möchten Sie noch die ersten vier Jahrgänge der Zeitung «Der Republikaner» bestellen. Hier sehen Sie unter «Ausleih- und Bestelloptionen» bei «Standort-Exemplare» zuunterst unter «Notizen» den Hinweis: «Bestellen via Bestellformular – Ausgelagert: verlängerte Abholfrist».
Füllen Sie dieses möglichst präzise aus und schicken es ab.
Gebühren für Scans und Fotokopien von Materialien des Sozialarchivs
Seit der Umstellung auf SLSP/swisscovery im Dezember 2020 gelten im Sozialarchiv für die Bibliothek bzw. für Archiv und Dokumentation zwei unterschiedliche Gebührenordnungen für die Anfertigung von Fotokopien und Scans im Auftrag.
Bibliothek
Mit SLSP wurde das gesamtschweizerische Bibliotheksangebot auch gebührenmässig vereinheitlicht. Fotokopien von Bibliotheksmaterialien, die via swisscovery geordert werden, kosten pauschal CHF 7.50 pro 20 Seiten, Scans CHF 5.- pro 20 Seiten. Diese Gebühren sind auch auf unserer Homepage im Bereich Bibliothek (www.sozialarchiv.ch/bibliothek/benutzung/gebuehren) ersichtlich.
Archiv und Dokumentation
Die Anfertigung von Fotokopien und Scans aus Archiv- und Dokumentationsbeständen ist unsererseits mit einem deutlich höheren Arbeitsaufwand verbunden. Auch hier verrechnen wir als Bearbeitungsgebühr CHF 7.50 pro 20 Seiten für Fotokopien bzw. CHF 5.- pro 20 Seiten für Scans. Allerdings kommt hier noch ein Stückpreis für die einzelne reproduzierte Seite dazu: CHF 0.50 pro Seite.
Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie beim Bestellprozess oder bei Gebührenfragen unsicher sind.
Gebührenfrei bestellen oder den kostenpflichtigen SLSP-Kurier nutzen
Mit der Systemumstellung vom Dezember 2020 hat sich nicht nur die Recherche verändert, sondern auch eine beliebte und viel genutzte Dienstleistung – die Kurierlieferung. Vor SLSP und swisscovery gab es mehrere Verbünde in der Schweiz, jeweils mit unterschiedlichen verbundinternen und verbundübergreifenden Kurierdienstleistungen, teilweise kostenpflichtig, teilweise kostenlos. SLSP hat dieses System vereinheitlicht – die Medien von rund 470 SLSP-Bibliotheken sind nun in der ganzen Schweiz verfügbar, können mit wenigen Klicks überallhin bestellt werden und stehen nach 48 Stunden am gewünschten Ort zur Abholung bereit. Diese erweiterte Kurierdienstleistung ist mit einer kleinen Gebühr versehen: Bei Kurierbestellungen werden neu 6 Franken fällig.
Wie Sie sich anmelden und in swisscovery recherchieren können, haben wir in der letzten Nummer gezeigt. Nehmen wir nun an, Sie möchten das Buch «Lenin» von Milo Rau bestellen:
Tipp Nr. 1: Achten Sie auf die Verfügbarkeit an den verschiedenen Standorten:
Im Beispiel mit «Lenin» von Milo Rau sehen Sie in der Detailansicht, dass das Buch neben dem Sozialarchiv auch noch in zwei anderen Institutionszonen (IZ) erhältlich ist – im Bibliotheksnetz Region Basel und in der UZH bzw. ZB Zürich.
Wenn Sie mit Ihrer Switch edu-ID eingeloggt sind, werden Ihnen zwei Services angeboten: «Ausleihe» und «Digitalisierung» (zur Bestellung von Scans oder Kopien).
Tipp Nr. 2: Gebührenfrei bestellen oder den Kurier nutzen – Sie haben die Wahl:
Mit Klick auf «Ausleihe» eröffnen sich Ihnen verschiedene Bestellmöglichkeiten: Sie können das Buch wahlweise per Post zu sich nach Hause bestellen, vor Ort abholen oder per Kurier an einen anderen Abholort bestellen. Wenn Sie das Exemplar des Sozialarchivs auswählen und dieses bei uns an der Theke abholen möchten, wählen Sie im Feld «Abhol-Institution» die Option «Spezialbibliotheken Region Zürich» und beim «Abholort» «Schweizerisches Sozialarchiv». So bestellen Sie unser Exemplar zur Abholung bei uns und es fallen – trotz orange hinterlegtem Warnhinweis – keine Gebühren an. > In vereinzelten Fällen kann es leider vorkommen, dass ein Titel im Sozialarchiv zum Zeitpunkt Ihrer Bestellung gerade ausgeliehen, aber in einer der beiden anderen Kurierbibliotheken in der IZ «Spezialbibliotheken Region Zürich» – nämlich in der Mediothek der Pädagogischen Hochschule Graubünden oder in der Bibliothek der Schweizerischen Nationalbank – verfügbar ist. In diesem Fall bestellt das System automatisch das freie Exemplar und löst damit eine kostenpflichtige Kurierbestellung aus. Da die inhaltliche Überschneidung der Bestände des Sozialarchivs mit diesen zwei Bibliotheken nicht allzu gross ist, passiert dies jedoch selten.
Wenn Sie unter «Abhol-Institution» oder «Abholort» eine andere Option auswählen, wird Ihre Bestellung automatisch als Kurierbestellung aufgenommen und es wird bei der Abholung des bestellten Dokuments am gewünschten Abholort eine Kuriergebühr von 6 Franken fällig.
Tipp Nr. 3: Behalten Sie bei Kurierbüchern den Transferschein!
Die Kuriergebühr deckt sowohl die Kurierlieferung an den von Ihnen gewählten Abholort als auch den Rücktransport an die besitzende Bibliothek ab. Entsprechend können Sie ein per Kurierlieferung bestelltes Buch an jeder anderen Kurierbibliothek retournieren, ohne dass Ihnen dafür neue Kosten entstehen. Voraussetzung dafür ist allerdings das Vorweisen des Transferscheins, mit welchem Sie das Buch erhalten haben (oder das Zeigen der entsprechenden E-Mail-Benachrichtigung). > Selbstverständlich können Sie das Buch auch direkt bei uns retournieren. Dies bedeutet jedoch umgekehrt nicht, dass wir Ihnen dann die Hälfte der Kuriergebühr erlassen können – die Kuriergebühr ist nicht teilbar.
Gut zu wissen:
Die Universitäten und Fachhochschulen übernehmen zum Teil für ihre Mitarbeitenden und Studierenden die Kuriergebühren. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Institutsbibliothek über diese Möglichkeit. Immer gilt:
Kontaktieren Sie uns, wenn Sie beim Bestellprozess oder bei Gebührenfragen unsicher sind.