Wegen der Corona-Situation gelten zurzeit besondere Benutzungsbestimmungen: Der Ausleihschalter ist für die Abholung von Medien für die Heimausleihe geöffnet (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9:00 bis 19:00, Sa geschlossen). Bitte bestellen Sie vorgängig online von zu Hause aus. Die Benutzung von nicht für die Heimausleihe freigegebenen Medien (zum Beispiel Material aus dem Archiv und der Sachdokumention) ist momentan nicht möglich. Bitte beachten Sie auch den obersten Beitrag unter AKTUELL. Wir danken für Ihr Verständnis. Schweizerisches Sozialarchiv, Direktion
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Start geglückt – swisscovery von SLSP ist online

Seit dem 7. Dezember 2020 ist der neue Bibliothekskatalog swisscovery der neuen gesamtschweizerischen Bibliotheksplattform SLSP (Swiss Library Service Platform) in Betrieb und alle eingeschriebenen Benutzer/innen haben nun Zugang zu Medien von rund 475 Bibliotheken in der ganzen Schweiz.

Wenn Sie diesen Text lesen, werden Sie also die neue Suchoberfläche swisscovery von SLSP möglicherweise schon getestet (Kompliment!) und sich hoffentlich auch erfolgreich registriert und eingeloggt haben (herzlich willkommen bei SLSP!). Allenfalls haben Sie sogar schon Bücher aus der Bibliothek des Sozialarchivs ausgeliehen (wir gratulieren!). Falls Sie noch nicht so weit gekommen sind – auch kein Problem: Die Neuregistrierung können Sie jederzeit vornehmen.

Nachfolgend nochmals einige Informationen zur Erinnerung:

  • Registrierung: Bibliothekskund/innen müssen ein SWITCH edu-ID-Konto besitzen, um von den swisscovery-Dienstleistungen Gebrauch machen zu können. Hier können Sie sich registrieren: https://registration.slsp.ch/
    Falls Sie bei der Registrierung Hilfe benötigen, können Sie sich jederzeit telefonisch oder vor Ort an unser Personal wenden, wir unterstützen Sie gerne!
    > Tipp: Nehmen Sie sich etwas Zeit und unterbrechen Sie den Registrierungsvorgang nicht.
  • Ausweise: Bisherige Bibliothekskarten können weiterhin gebraucht werden.
  • „Alte“ Ausleihen: Über den Link recherche.nebis.ch können Sie diejenigen Ausleihen einsehen, welche Sie noch über Ihr NEBIS-Konto getätigt haben. Benützen Sie dafür Ihre bisherigen Login-Daten.
  • „Neue“ Ausleihen“: Ausleihen, die Sie bereits über swisscovery gemacht haben, können Sie in Ihrem neu erstellten SLSP-Konto via SWITCH edu-ID kontrollieren.
  • SLSP-Courier: Der SLSP-Courier ermöglicht Ihnen, sich innerhalb von 48 Stunden Bücher von einer Bibliothek in eine andere liefern zu lassen gegen eine Gebühr von CHF 6.- pro bestelltem Dokument. Gewisse Hochschuleinrichtungen übernehmen diese Gebühr für ihre Angehörigen, klären Sie dies bei Ihrer Hochschule ab.

Wichtig: SLSP beziehungsweise swisscovery löst den bisherigen NEBIS-Katalog ab, jedoch nicht die Sozialarchiv-eigenen Datenbanken der Sachdokumentation (sachdokumentation.ch) und des Archivs (findmittel.ch und bild-video-ton.ch). Archivunterlagen, bewegte und unbewegte Bilder sowie thematische Dossiers mit Broschüren oder Zeitungsausschnitten bestellen Sie unverändert wie bisher.

> Informationen rund um SLSP und swisscovery finden Sie auch hier: nebis.ch/de/swisscovery/
Und natürlich können Sie sich bei Fragen jederzeit an unser Bibliothekspersonal wenden.

Erstmalig gab es an einer nationalen Ausstellung ein konfessionelles Programm und mit dem «SAFFA-Kirchlein» einen eigens dafür konzipierten Gottesdienstraum (SAFFA 1958, SozArch F Fd-0003-47)
Erstmalig gab es an einer nationalen Ausstellung ein konfessionelles Programm und mit dem "SAFFA-Kirchlein" einen eigens dafür konzipierten Gottesdienstraum (SAFFA 1958, SozArch F Fd-0003-47)

Buchempfehlungen der Bibliothek

Evelyne Zinsstag und Dolores Zoé Bertschinger: «Aufbruch ist eines, und Weitergehen ist etwas anderes». Frauenräume: von der Saffa 58 über das Tagungszentrum Boldern zum Frauen*Zentrum Zürich. Wettingen, 2020

Die zweite Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) 1958 in Zürich war nicht einfach «eine hübsche, bunte Schau mit viel traulich-fraulichem Drum und Dran». Die SAFFA 58 war auch der Gründungsort der ökumenischen Frauenbewegung in der Deutschschweiz. Von den Verflechtungen der kirchlichen und der säkularen Frauenbewegung einerseits und den Theologinnen Ruth Epting, Else Kähler und Marga Bührig andererseits handelt der erste Teil dieses Buches.

Das «SAFFA-Kirchlein» war ein Frauenraum, in dem religiöse Frauen eine neue Formensprache für sich entdeckten. Diese Erfahrungen entwickelten Marga Bührig und Else Kähler am Evangelischen Tagungszentrum Boldern weiter, wo sie mit jüngeren Frauen in Austausch traten. Der Frauenbewegung als einer «Tradition der Frauen» und dem intergenerationellen Gespräch, wie es heute im Frauen*Zentrum gepflegt wird, ist der zweite Teil des Buches gewidmet.

Rebecca Hesse [et al.]: Aus erster Hand. Gehörlose, Gebärdensprache und Gehörlosenpädagogik in der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert. Zürich, 2020

Gehörlose galten im 19. und 20. Jahrhundert lange als «Behinderte». Zu ihren Eigenheiten gehörte die Gebärdensprache, eine Ausdrucksform, die sie vom Rest der Gesellschaft trennte. Heute verstehen sich Gehörlose als «kulturelle Minderheit». Ihre Identität gründet zu einem wesentlichen Teil auf der Gebärdensprache. Gehörlosigkeit pauschal als Behinderung abzustempeln, lehnen sie ab.

Das neu erschienene Buch beleuchtet die wechselhafte Geschichte der Gehörlosen in der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen die Orte, an denen sich die hörende Gesellschaft und die Gehörlosengemeinde begegneten, insbesondere die Taubstummenanstalten und späteren Sprachheilschulen, die bis in die 1980er Jahre nach der Lautsprachmethode unterrichteten. Die Studie stützt sich auf breite Archivbestände und zahlreiche Interviews.

Jacques Picard, Angela Bhend (Hrsg.): Jüdischer Kulturraum Aargau. Baden/Zürich, 2020

Im aargauischen Surbtal zeugt ein reiches Kulturerbe von der jüdischen Geschichte der beiden Dörfer Endingen und Lengnau. Im 18. Jahrhundert war die jüdische Bevölkerung der Schweiz gezwungen, in diesen beiden Gemeinden zu leben. Im Lauf des 19. Jahrhunderts errangen die Schweizer Jüdinnen und Juden nach und nach die gleichen Rechte wie ihre nichtjüdischen Landsleute. Der gesellschaftliche Wandel führte zu einer Abwanderung in Schweizer Städte und ins Ausland.

So weist der jüdische Kulturraum Aargau über sich hinaus in die Welt. Das reich bebilderte Buch schildert auf eindringliche Art die Geschichte und Gegenwart des jüdischen Aargaus, die in weiten Teilen eine Geschichte der Jüdinnen und Juden in der Schweiz ist. Über 40 Autorinnen und Autoren legen Zeugnis ab vom jüdischen Alltag, der Emanzipation, den Bedrohungen in schwerer Zeit, aber ebenso vom Erfolg der Schweizer Jüdinnen und Juden weltweit.

3.9.2020-17.1.2021: Ausstellung „Zürich 1980“ im ZAZ

Vor 40 Jahren wurde Zürich von einer urbanen Revolte erschüttert. Es war eine Rebellion gegen einen normierten und kontrollierten Alltag, gegen ein biederes, engstirniges und repressives soziales Klima, ein erbitterter und lustvoller Kampf für ein anderes urbanes Leben. Die Revolte hat zwei Jahre angehalten und das gesellschaftliche und kulturelle Leben Zürichs grundlegend verändert, mit Auswirkungen, die bis heute sichtbar sind.

In Zusammenarbeit mit Christian Schmid (Stadtforscher, ETH Zürich) und Silvan Lerch (Kulturjournalist) hat das Sozialarchiv aus diesem Anlass die Ausstellung „Zürich 1980“ im Zentrum Architektur Zürich (ZAZ) konzipiert. In dieser Ausstellung schauen wir zurück und nach vorn – in eine bewegte Vergangenheit und eine ungewisse Zukunft.

„Zürich 1980“ besteht im Wesentlichen aus zwei Zugängen zum Thema. Zum einen zeigen wir Fotos von Gertrud Vogler (1936-2018) – sie ist den regelmässigen Leser*innen des SozialarchivInfos inzwischen bestens bekannt. Vogler gehörte zu den wichtigsten zeitgenössischen FotografInnen Zürichs. Sie arbeitete für verschiedene Publikationen und übernahm 1981 die Bildredaktion der WoZ. Vogler konnte Aufnahmen von Orten machen, zu denen anderen der Zutritt verwehrt blieb oder wo sie sich gar nicht erst hin getrauten. Als Chronistin des Alltags und der sozialen Bewegungen schuf sie ein Werk von über 200’000 Fotografien, das heute im Schweizerischen Sozialarchiv der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die erste grössere Einzelausstellung zeigt Einblicke in bewegte Zeiten zwischen 1977 und 1993.

Zum anderen widmet sich die Ausstellung unter dem Titel «Poetische Provokationen» der Sprache der Bewegung. Mit Zeitschriften, Songtexten, Videos, Tonaufnahmen, Flugblättern und Büchern zeigen wir, wie sich die 80er Bewegung Ausdruck verschaffte. Als Interventionsmedien zur Etablierung einer Gegenöffentlichkeit gedacht, verströmen die Texte bis heute eine besondere Kraft und entwickeln einen eigentlichen Sog. Sie sind oft überraschend, explosiv, radikal und militant und entfalten zugleich sinnliche Verspieltheit, Witz und (Selbst-)Ironie.
Dieser Teil der Ausstellung sollte ursprünglich im Museum Strauhof gezeigt werden, fiel aber wie so vieles der Corona-Pandemie zum Opfer. Verantwortlich für die «Poetischen Provokationen» sind Silvan Lerch und Anja Nora Schulthess („Zürcher Mittelmeerfraktion – Verein für unerhörte Stadtgeschichten“).

3. September 2020 bis 17. Januar 2021
Zentrum Architektur Zürich (ZAZ), Höschgasse 3, 8008 Zürich

> Der Zutritt zu allen Veranstaltungen ist coronabedingt beschränkt. Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Besuch auf der Homepage des ZAZ und melden Sie sich über anmeldung@zaz-bellerive.ch zu den jeweiligen Veranstaltungen an.

> Ausstellungsflyer herunterladen (PDF, 2’690 KB)

> Weitere Informationen und Angaben zum umfangreichen Begleitprogramm

SLSP und swisscovery – was für Sie als Bibliotheksbenutzer/in wichtig ist

Am 7. Dezember 2020 um 10 Uhr ist es soweit: swisscovery und die weiteren Dienste von SLSP (Swiss Library Service Platform) lösen die aktuellen Bibliotheksverbünde (u.a. NEBIS) und die bisherigen Rechercheportale schweizweit ab. Als Bibliothekskund/in haben Sie ab dann neu über eine einzige Rechercheplattform namens swisscovery Zugriff auf den gesamten wissenschaftlichen Medienbestand der Schweiz.

Das Wichtigste in Kürze:

Was ist swisscovery?
Die neue nationale Rechercheplattform swisscovery verzeichnet insgesamt mehr als 30 Millionen Bücher, Serien, Zeitschriften und Non-Book-Materialien sowie mehr als 3 Milliarden elektronische Artikel. Betrieben wird swisscovery von der Swiss Library Service Platform, kurz SLSP. Die SLSP wurde von 15 Hochschulen ins Leben gerufen. Bis heute haben sich schweizweit 475 Bibliotheken angeschlossen.

Benutzerkonto / Wo kann ich mich registrieren?
Bibliothekskund/innen müssen ein SWITCH edu-ID-Konto besitzen, um von den swisscovery-Dienstleistungen Gebrauch machen zu können. Hier können Sie sich registrieren: https://registration.slsp.ch/

> Bitte beachten Sie:

  • Falls Sie noch kein SWITCH edu-ID-Konto besitzen, können Sie dieses während der Registrierung einrichten.
  • Wir empfehlen Ihnen, den Strichcode Ihres bestehenden Bibliotheksausweises zu erfassen, damit Sie diesen weiterhin verwenden können.
  • Hilfe zur Registrierung finden Sie auf: https://registration.slsp.ch/help/

Nach erfolgreicher Registrierung bei SLSP können Sie Ihr SWITCH edu-ID-Konto schweizweit für alle SLSP-Bibliotheken verwenden (es gibt keine separaten Konten pro Bibliothek oder Verbund mehr).

Kann ich meine aktuelle Bibliothekskarte behalten?
Ja, Sie haben die Möglichkeit, die Nummer (Strichcode) Ihres Bibliotheksausweises bei der Registrierung anzugeben.

Muss ich mich nach der Registrierung am Schalter meiner Bibliothek ausweisen?
Nein, Sie müssen sich nicht ausweisen. Ihre Handynummer wird bei der Registrierung verifiziert.

Wieso funktioniert mein bisheriges Bibliothekskonto nicht mehr?
Die alten Bibliothekskonten sind in swisscovery nicht mehr gültig. Um die Bibliotheksdienstleistungen weiterhin nutzen zu können, müssen Sie ein SWITCH edu-ID-Konto besitzen.

Wo kann ich meine Ausleihen aus dem NEBIS-Verbund noch einsehen?
Ihre Ausleihen können Sie unter https://recherche.nebis.ch/ bis März 2021 einsehen. Verwenden Sie hierfür Ihr bestehendes, bisheriges Bibliothekslogin.

Wieso kann ich meine Ausleihen in meinem NEBIS-Konto nicht mehr verlängern?
Eine Verlängerung ist technisch nicht mehr möglich.

Wieso werden meine Reservationen und meine Ausleihhistorie nicht in swisscovery übernommen?
Eine Migration der Reservationen und Ausleihhistorien in das neue System ist aus technischen und datenschutzrechtlichen Gründen leider nicht möglich. Ab dem 7. Dezember können Sie Dokumente in swisscovery neu reservieren.

Wo kann ich meine Ausleihen in swisscovery einsehen?
Ab dem 7. Dezember 2020 können Sie Ihre Ausleihen in Ihrem Konto im swisscovery-Portal Ihrer Bibliothek einsehen.

Was ist der SLSP-Courier und wer nimmt am SLSP-Courier teil?
Der SLSP-Courier vernetzt wissenschaftliche Bibliotheken aus der ganzen Schweiz miteinander und löst die bisherigen Kurierdienste wie IDS-Kurier und NEBIS-Ausleihverbund ab. Der SLSP-Courier ermöglicht Ihnen, sich innerhalb von 48 Stunden Bücher von einer Bibliothek in eine andere liefern zu lassen gegen eine Gebühr von CHF 6.- pro bestelltem Dokument. Ob eine Bibliothek am SLSP-Courier teilnimmt, sehen Sie bei der Bestellung.

Benutzungsänderungen
Mit dem Start der neuen Rechercheplattform swisscovery am 7. Dezember 2020 gibt es auch Änderungen in der Benutzungsordnung der Bibliotheken (u.a. bei den Gebühren). Bitte informieren Sie sich jeweils direkt auf den Websites der einzelnen Bibliotheken.

> Mehr Informationen rund um SLSP und swisscovery finden Sie auch hier: https://www.nebis.ch/de/swisscovery/

 

Verkaufsstelle der staatlichen Lebensmittelfürsorge auf dem Marktplatz in Basel, um 1916 (SozArch F Fc-0004-06, Foto: Benziger)
Verkaufsstelle der staatlichen Lebensmittelfürsorge auf dem Marktplatz in Basel, um 1916 (SozArch F Fc-0004-06, Foto: Benziger)

Buchempfehlungen der Bibliothek

Maria Meier: Von Notstand und Wohlstand. Die Basler Lebensmittelversorgung im Krieg, 1914-1918. Zürich, 2020

Wie wirkte sich der Erste Weltkrieg auf die Lebensmittelversorgung der neutralen Schweiz aus? Dieser Frage geht die Dissertation von Maria Meier am Beispiel von Basel-Stadt nach. Sie zeigt, wie eng verflochten Basel mit dem kriegführenden Ausland war. Wenngleich der Stadtkanton von militärischen Verwüstungen verschont blieb, war er materiell direkt vom Krieg betroffen. Der lokale Lebensmittelmarkt war dabei ein zentraler Ort der Kriegserfahrung, die von Teuerung, Verteilkonflikten und Knappheit geprägt war.

Die Autorin untersucht, wie der Krieg die Nahrungsmittelversorgung einer städtischen Gesellschaft beeinflusste, wie die Behörden auf Versorgungs- und Verteilungsprobleme reagierten und welche Folgen dies für die Ernährung der Zivilbevölkerung hatte. Die Verschiebung der Verhältnisse zeigt sich unter anderem in den Panikkäufen im Sommer 1914, im täglichen Grenzverkehr und in der städtischen «Anbauschlacht». Teuerung und Lebensmittelknappheit stürzten die lohnabhängige Bevölkerung trotz Kriegskonjunktur in grosse Not. Gegen den Versorgungsmissstand reagierte der Staat erst 1916/17: Der Wucherhandel wurde bekämpft, Lebensmittel wurden kontingentiert und rationiert. Für die Bevölkerung wurden Volksküchen eingerichtet, und die Notstandsaktion ermöglichte zahlreichen bedürftigen Familien den Kauf von verbilligten Lebensmitteln.

Agnes Hirschi, Charlotte Schallié (Hrsg.): Unter Schweizer Schutz. Die Rettungsaktion von Carl Lutz während des Zweiten Weltkriegs in Budapest – Zeitzeugen berichten. Zürich, 2020

Zwischen März 1944 und Januar 1945 leitete der Schweizer Vizekonsul Carl Lutz (1895–1975) in Budapest eine umfangreiche Rettungsaktion. Lutz und sein Rettungsteam haben schätzungsweise mehr als 50’000 Schutzbriefe ausgestellt und verfolgte Jüdinnen und Juden in 76 sogenannten Schweizer Schutzhäusern untergebracht, womit sie Zehntausende vor Deportationen, Erschiessungen und Todesmärschen bewahrten.

«Unter Schweizer Schutz» enthält Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Berichte, Briefe und Vorträge von Überlebenden – Dokumente, die über einen Zeitraum von 25 Jahren entstanden. Diese belegen nicht nur die selbstlosen Taten von Carl Lutz, sondern zeigen auch das Handeln vieler anderer Menschen, welche die Rettung von ungarischen Jüdinnen und Juden möglich machten, darunter auch Mitglieder der zionistischen Jugendbewegung.

André Seidenberg: Das blutige Auge des Platzspitzhirschs. Meine Erinnerungen an Menschen, Seuchen und den Drogenkrieg. Zürich, 2020

André Seidenberg hat 1991 die Arbeitsgemeinschaft für risikoarmen Umgang mit Drogen – kurz Arud – mitbegründet und war selbst bis 1996 als Leitender Arzt dort tätig. Mit der Gründung dieser Anlaufstelle für Drogensüchtige wollte man der repressiven Drogenpolitik von damals entgegentreten, um eine weitere Verelendung der Betroffenen zu verhindern.

Im vorliegenden Buch erinnert sich Seidenberg an diese Zeit und vor allem an die Menschen, die damals in der Zürcher Drogenszene verkehrten. Er erzählt beispielsweise von «Pinguin», der an Aids erkrankt war und auf unerwartet positive Weise auf die Therapie ansprach, oder von «Düdü», der immer auf Kokain war und nach einem Aufenthalt in Nigeria an Malaria starb. Die eindringlichen Porträts werden im Anhang durch einige Kapitel zum geschichtlichen und drogenpolitischen Kontext ergänzt.

> Das Sozialarchiv besitzt den Gesamtbestand der 2018 verstorbenen Fotografin Gertrud Vogler (SozArch F 5107). Diese hat die Drogenszenen im Zürich der 1980er und 1990er Jahre visuell in einmaliger Weise dokumentiert.

7. Dezember 2020: SLSP (Swiss Library Service Platform) startet

Vor rund zwei Jahren haben wir an dieser Stelle erstmals über das gesamtschweizerische Bibliotheksprojekt «SLSP» berichtet. Ab dem 7. Dezember 2020 wird SLSP nun auch für die Benutzer*innen Realität.

SLSP verspricht eine Synergienutzung in sämtlichen Bibliotheksbereichen und ein attraktives, an das digitale Zeitalter angepasstes Dienstleistungsangebot, welches sowohl für das Personal als auch für die Endnutzer*innen die Bearbeitung von und den Zugang zu Information möglichst einfach machen soll. Im Wesentlichen führt SLSP die Schweizer Bibliotheken zusammen, die bislang in einer heterogenen Verbundslandschaft mit unterschiedlichen Datensystemen und verschiedenen Katalogen organisiert waren. Für die Benutzer*innen bedeutet dies mehr Übersichtlichkeit und einen vereinheitlichten Zugang zu den Beständen der künftigen SLSP-Bibliotheken.

450 Bibliotheken sind neu Teil von SLSP, darunter vorwiegend Hochschulbibliotheken und wissenschaftliche Spezialbibliotheken wie die des Schweizerischen Sozialarchivs. Im Zuge der Zusammenführung der verschiedenen bisherigen Verbünde wird auch der seit 1992 bestehende NEBIS-Verbund aufgelöst und der grösste Teil der rund 140 NEBIS-Bibliotheken in SLSP überführt.

Für das Personal dieser Bibliotheken brachte dies in den letzten Monaten aufwändige Vorarbeiten mit sich: Datenbereinigungen, Einarbeitung in die neue, Cloud-basierte Bibliotheks-Software «Alma» (bisher «Aleph») sowie Aufgleisen der Zusammenarbeit in der neuen SLSP-Struktur mit den sogenannten «Institution Zones» (IZ). Das Schweizerische Sozialarchiv wird der IZ «Spezialbibliotheken Region Zürich» angehören, einer Untergruppe von SLSP mit rund zwanzig Bibliotheken, darunter beispielsweise diejenigen des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft und des Schweizerischen Nationalmuseums oder diejenigen der Museumsgesellschaft und der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich.

Erste spürbare Konsequenz der Umstellung auf SLSP für die Bibliotheksbenutzer*innen wird die notwendige Neueinschreibung sein. Sie ist ab dem 7. Dezember 2020 möglich und kann online vorgenommen werden. Dabei erhalten die Benutzenden ein neues SWITCH-edu-ID-Konto, mit welchem sie sich in den Katalog einloggen können. Genauere Informationen zur Registrierung werden voraussichtlich Ende September folgen.

Die bisherigen Online-Kataloge «Rechercheportal», «NEBIS recherche» und «Suchportal ETH-Bibliothek» werden durch das Suchportal «swisscovery» abgelöst, den neuen Katalog für alle SLSP-Benutzer*innen. Der Zugang zu «swisscovery» an den Recherchestationen im Lesesaal des Sozialarchivs wird dabei sozialarchiv-spezifisch angepasst sein. Die Kurierdienstleistung wird ausgeweitet und neu gesamtschweizerisch angeboten, was für die Benutzer*innen mehr Auwahl bei den Medien und mehr Optionen für den Abholort bedeutet. Allerdings wird der SLSP-Kurierdienst voraussichtlich erst Mitte 2021 seinen Betrieb aufnehmen.

Die Etablierung der verschiedenen Neuerungen wird das Sozialarchiv und seine Benutzer*innen sicherlich noch ein gutes Stück ins Jahr 2021 hinein begleiten, jedoch freuen wir uns auf die damit verbundenen zahlreichen Verbesserungen und die gesamthaft gesteigerte Qualität im schweizerischen Bibliothekswesen. Weitere Informationen zu SLSP werden in den nächsten Wochen folgen. Bei Interesse oder Unklarheiten können Sie sich gerne an unser Bibliothekspersonal wenden oder Ihre Fragen an kontakt@sozialarchiv.ch senden.

Auf der Spur der „kleinen Leute“

Die Sammlung popularer Selbstzeugnisse im Schweizerischen Sozialarchiv


von Fabian Brändle

Den Alltag und die Kultur der „kleinen Leute“ zu erforschen erweist sich bisweilen als denkbar schwierige Aufgabe. Gerichtsakten geben zwar immerhin Auskunft über kriminalisiertes Verhalten, enthalten jedoch viele strategisch bedingte Aussagen, die nicht immer für bare Münze zu nehmen sind. Angeklagte Frauen und Männer versuchen nämlich, durch mehr oder weniger bewusstes Verfälschen der Tatsachen den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und der zu verhängenden Strafe zu entgehen. So sind wir bei der Rekonstruktion des Alltags und der Volkskultur in der Regel auf Selbstaussagen, auf Egodokumente, angewiesen, wie sie uns in Selbstzeugnissen (Autobiografien, Tagebücher, Kindheitserinnerungen, Briefe etc.) entgegentreten. Handwerker, Bäuerinnen, Bauern, Angestellte, Arbeiterinnen, Arbeiter, aber auch „Ungelernte“ wie Hausierer, Berufssportler, Dienstboten oder Prostituierte haben solche Texte in gar nicht so kleiner Anzahl verfasst, Texte, die freilich nicht frei von Stilisierungen, ja, von Beschönigungen und sogar von Lügen sind. Selbstzeugnisse bedürfen wie sämtliche anderen Quellentypen auch einer sorgfältigen Quellenkritik. Im Grundton sind sie oft nostalgisch, beschwören eine harte, aber schöne Kindheit ohne Computer und Handys und mit nur ganz wenigen Spielsachen.

Es herrscht indessen immer noch Mangel an zuverlässigen, wissenschaftlichen Editionen, die den Wahrheitsgehalt popularer Selbstzeugnisse herausdestillieren würden, indem sie beispielsweise archivalische Quellen wie Kirchenbücher oder Zivilstandsregister kontrollierend hinzuziehen. So liesse sich so manche noch so raffinierte Fälschung relativ schnell enttarnen. Denn vergessen wir nicht: Auf dem Büchermarkt sind populare Selbstzeugnisse durchaus beliebt und gefragt, denken wir nur an die Autobiografien der bayrischen Bäuerin Anna Wimschneider („Herbstmilch“) oder an die Schweizer Aussenseiterin und Hausfrau Rosemarie Buri („Dumm und dick“), die zu veritablen Bestsellern avancierten. Populare Selbstzeugnisse haben eben noch lange nicht jene Lobby wie die Werke bekannter SchriftstellerInnen, die in gebundenen, annotierten Werkausgaben gediegen, vollständig und mehrbändig erscheinen. Eine Ausnahme bilden die gesammelten Werke des Toggenburger Ferggers, Bauern, Salpetersieders und preussischen Söldners Ulrich Bräker, die in mustergültiger Edition vorliegen (Haupt und C. H. Beck).

Jammern hilft indessen wenig, nur selbst machen hilft weiter. So habe ich in den letzten beiden Jahrzehnten fünf populare Selbstzeugnisse aus der Frühen Neuzeit (ca. 1500-1800), aus dem 19. und aus dem frühen 20 Jahrhundert (mit-)ediert und in Buchform herausgegeben. Ich bin mir indessen sicher, dass noch in so manchem Archiv editionswürdige Manuskripte aufzufinden wären, und auch gedruckte Rarissima und Rara wären je nach Qualität eine kommentierte, vollständige Neuausgabe wert. So bietet beispielsweise die im Selbstverlag erschienene Kindheitserinnerung des Aussersihlers Edwin Läser ein Panorama der Freizeitkultur in einem grossstädtischen Arbeiterquartier der 1930er und frühen 1940er Jahre: Eine jedoch keinesfalls einmalige Fundgrube jugendlicher Alltagskultur. Das Deutsche Tagebucharchiv Emmendingen (bei Freiburg im Breisgau) sammelt und verschlagwortet Selbstzeugnisse „kleiner Leute“ und erfreut sich in den letzten Jahren einer wachsenden Beliebtheit nicht nur unter HistorikerInnen, sondern auch unter Geschichtsinteressierten generell und nicht zuletzt unter Schulklassen. Auch in Wien gibt es eine sehr gute Dokumentationsstelle mit eigener Buchreihe („Damit es nicht verlorengeht“, Böhlau, begründet vom Sozialhistoriker Michael Mitterauer).

Mein erster Kontakt mit einem popularen Selbstzeugnis fand im Jahre 1997 an der Universität Basel statt, wo ich wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Selbstzeugnisspezialisten Kaspar von Greyerz war. Meine dortige erste Aufgabe war es, die Autobiografie des calvinistischen Elsässer Kannengiessers Augustin Güntzer (1596-1657?) zu annotieren. Die einwandfreie Transkription der Handschrift aus der Universitätsbibliothek Basel hatte mein Kollege Dominik Sieber in langjähriger Arbeit besorgt. Wir betrieben viel Aufwand für diese Edition (Reihe „Selbstzeugnisse der Neuzeit“, Boehlau Verlag), indem wir zu elsässischen Archiven reisten und versuchten, den komplexen Frömmigkeitsdiskurs Augustin Güntzers zu rekonstruieren, die mannigfachen Intertextualitäten der Autobiografie und die Lektüren des Autors zu ergründen. Der immense Aufwand hatte einen guten Grund: Augustin Güntzers spannendes Selbstzeugnis ist eines der ältesten deutschsprachigen Handwerkerselbstzeugnisse überhaupt. Augustin Güntzer war ein sozialer Absteiger, er endete in den 1650er Jahren verarmt als Hausierer und Glaubensflüchtling vor den Toren Basels in der Alten Eidgenossenschaft. Güntzer war auch ein sozialer Aussenseiter, denn als strenggläubiger Calvinist mied er die „Gastereyen“ (Gastmähler) der Colmarer Zünfter und verachtete die allseits beliebten Wirtshäuser als „Sauffheuser“. Auch manche andere AutorInnen popularer Selbstzeugnisse, wie sie mir in späteren Jahren begegneten, waren gesellschaftliche AussenseiterInnen, auch soziale AbsteigerInnen. Nicht zuletzt schreibend und lesend verarbeiteten sie ihr bisweilen tragisch anmutendes, abwärtsorientiertes Schicksal: Im Leben gescheitert, im Schreiben ohne eigentliches Lesepublikum erfolgreich, könnte man, natürlich sehr verkürzt, behaupten.

Meine nächste wissenschaftliche Reise führte mich wiederum ins schöne, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder französische Elsass, wiederum in die alte Reichsstadt Colmar. Dort haben im späteren 17. Jahrhundert zwei eng miteinander verwandte Schuhmacher, Vater und Sohn Mathias Lauberer, ein „Hausbuch“ geführt und darin auch Rezepte oder eine prinzipielle, mutige Abrechnung mit dem Krieg niedergeschrieben. Die wissenschaftliche Edition erschien in der Basler Reihe „Selbst-Konstruktion“ (Schwabe Verlag), die von den Professoren Kaspar von Greyerz und Alfred Messerli herausgegeben wurde.

Ich begann nun, mehr oder weniger systematisch in Antiquariaten und im Internet nach popularen schweizerischen Selbstzeugnissen Ausschau zu halten, und wurde oft genug fündig. Allerdings beschränkte ich mich auf gedruckte Texte, so dass Tagebücher und Briefe in meiner Sammlung kaum vorkommen. Der vor einigen Jahren verstorbene Zürcher Volkskundeprofessor Paul Hugger sammelte hingegen Manuskripte sowie Briefe und stellte auch Editionen bereit (Reihe „Das volkskundliche Taschenbuch,“ Limmat Verlag). Ich beschränkte meine Sammlertätigkeit indessen nicht auf die Frühe Neuzeit, wohl aber auf die Schweiz und auf angrenzende Regionen (zum Beispiel Schwarzwald, Schwaben, Tirol, Vorarlberg, Bayern, Elsass), um vergleichend arbeiten zu können. Ich stiess auf eine Schatzkammer popularer Kultur, auf Kinderspiele und angeeignete Sportarten wie Strassenfussball oder auf „Militärlis“, auf oftmals bittere Schulerfahrungen, auf den Umgang mit Krieg oder mit der verheerenden Spanischen Grippe von 1918/19.

Manche Texte erschienen im Selbstverlag und waren lediglich für die Zirkulation innerhalb der Familie oder des Freundeskreises bestimmt. Wie sie den Weg in Antiquariate oder gar ins „Brockenhaus“ fanden, ist ungewiss. Die mitunter schmalen Büchlein, darunter wie gesagt viel „graue Literatur“, waren meistens wohlfeil, denn es existiert noch kein spezifischer Sammlermarkt. Arbeitertexte von Parteigenossen (SP, KPS, PdA) oder Gewerkschaftsfunktionären waren auch darunter, aber deutlich weniger als eigentlich erwartet. Es dominiert vielmehr der „Mittelstand“, Handwerker, Grossbauern, Primarlehrer, Angestellte, kleine Beamte. Aber auch Texte von „ganz unten“ stellten sich ein und sind sogar überrepräsentiert: Ehemalige schweizerische „Verding“- und Heimkinder, die der Staat oft gegen ihren Willen von ihren Eltern trennte und zu harter, oftmals mit Schlägen verbundener Arbeit auf Bauernhöfen anhielt, berichteten über ihre verpfuschte Kindheit und Jugend. Hausiererinnen und Hausierer wie der greise Gregorius Aemisegger (1813-1911) aus dem voralpinen ostschweizerischen Toggenburg erzählten über Strategien, Kundinnen und Kunden zu werben. Und auch ehemalige schweizerische Fremdenlegionäre in französischen Diensten oder sogar mit ihrem Schicksal hadernde (männliche) Sträflinge meldeten sich zu Wort, ganz zu schweigen von ehemaligen Suchtkranken oder an psychischen Krankheiten Leidenden. Hier wird Lebensgeschichte zum „Appell“ (Klaus Bergmann), zum Versuch, ein gewisses Mass an Mitgefühl und Sympathie im „autobiographischen Pakt“ (Philippe Lejeune) zu generieren, Respektabilität zu erzeugen, vom Rand aus in die Mitte der Gesellschaft zu gelangen. Das Handwerk ist stark repräsentiert, körperlich stark fordernde Berufe wie Färber, Gärtner, Maurer, Schuhmacher oder auch Serviertochter, Magd, Wirtin und Wirt kommen in der Sammlung vor.

Meine Sammlung an Selbstzeugnissen sowie der einschlägigen Forschungsliteratur (James S. Amelang, Bernd-Jürgen Warneken, Margarethe Münchow, Klaus Bergmann, Sigrid Wadauer, Rainer Elkar, Alfred Messerli, Martyn Lyons, Andrea Dörfer etc.) wuchs mittlerweile auf weit über 700 Titel an. Aus Platzgründen beschloss ich daher gegen Ende des Jahres 2017, diese wertvolle und für die Schweiz einmalige Sammlung dem an Literatur „von unten“ interessierten Schweizerischen Sozialarchiv zu schenken, wo sie in besten Händen und ausleihbar vorliegt. Ich wünsche mir natürlich, dass namentlich junge Forschende Freude an der Lektüre dieser Texte gewinnen und sie in ihre Qualifikationsarbeiten einfliessen lassen, denn eine empirisch ergiebige „Erfahrungsgeschichte“ (Andreas Holzhem) „von unten“ ist ohne populare Selbstzeugnisse oder die aufwändige Methode der Oral History kaum zu bewerkstelligen.

> Die vollständige Titelliste kann im NEBIS-Katalog mit dem Code E19Braen aufgerufen werden.

Frauen-Jet-Gruppe, Veranstaltung «Liebt Trudi Erwin?», mit Panzerknackerballett im Münsterhof, 3.9.1975 (SozArch F 5130-Dig-720-001)
Frauen-Jet-Gruppe, Veranstaltung «Liebt Trudi Erwin?», mit Panzerknackerballett im Münsterhof, 3.9.1975 (SozArch F 5130-Dig-720-001)

Buchempfehlungen der Bibliothek

Bice Curiger, Stefan Zweifel (Hrsg.): Ausbruch & Rausch. Frauen Kunst Punk 1975 – 1980. Zürich, 2020

1975 und 1980 fanden in der Städtischen Galerie zum Strauhof zwei Kulturexperimente statt: die Ausstellungen «Frauen sehen Frauen» und «Saus & Braus». Beide Ausstellungen fanden enormen Zulauf und wurden in der Presse breit diskutiert.
Die 1975 gezeigte Schau «Frauen sehen Frauen» wurde anlässlich des UNO-Jahres der Frau von einem feministischen Kollektiv konzipiert. Eine besondere Attraktion der Ausstellung war das feministische «Panzerknackerballett», welches noch bis 1976 aufgeführt wurde. «Saus & Braus, Stadtkunst» markierte dann 1980 den Aufbruch in bewegte und von Unruhen geprägte Jahre.
Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Ausstellung im Strauhof «Ausbruch & Rausch: Zürich 1975 – 1980. Frauen Kunst Punk» erscheint auch das Buch als umfangreiche Retrospektive auf diese zwei Schauen, die mit zahlreichen Gesprächs-Transkripten, Essays und umfassendem Dokumentations-Material angereichert ist, darunter auch Bilder, die sich heute im Sozialarchiv befinden.

> Im Strauhof läuft die Ausstellung «Ausbruch & Rausch: Zürich 1975–1980. Frauen Kunst Punk» noch bis zum 4. Oktober.

Peter-Paul Bänziger: Die Moderne als Erlebnis. Eine Geschichte der Konsum- und Arbeitsgesellschaft, 1840 – 1940. Göttingen, 2020

In den Jahrzehnten um 1900 erfuhr der Alltag grosser Bevölkerungsteile tiefgreifende Veränderungen. Sie betrafen die Arbeit genauso wie den Konsum. Anhand von rund hundert Tagebüchern aus dem deutschsprachigen Raum untersucht Peter-Paul Bänziger, wie die Menschen ihren Alltag wahrnahmen. In ihren Augen sollte das Leben vor allem Spass machen und Abwechslung bringen – in der Freizeit genauso wie am Arbeitsplatz. Zusammen mit Kolleg*innen wollte man eine gute Zeit verbringen.
Nur noch eine untergeordnete Rolle spielte hingegen der bürgerliche Wert einer allgemeinen Arbeitsamkeit, von dem so viele Tagebücher des 19. Jahrhunderts geprägt waren. In der Freizeit stand die Intensität des Moments im Zentrum. Man suchte angenehme Unterhaltungen, keine wertvollen Kunstgenüsse.
Bänziger gewährt in seiner Habilitationsschrift Einblicke in das Denken, Handeln und Fühlen von Menschen aus den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen und rückt so die «kleinen» historischen Akteur*innen ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

> Am Freitag, 13. November 2020, findet im Sozialarchiv eine Lesung mit Peter-Paul Bänziger statt.

Jodi Kantor, Megan Twohey: #MeToo. Von der ersten Enthüllung zur globalen Bewegung. Stuttgart, 2020

Mit ihren Enthüllungen zum Fall Harvey Weinstein brachten die Journalistinnen Jodi Kantor und Megan Twohey von der «New York Times» im Herbst 2017 eine Bewegung ins Rollen, welche die Welt nachhaltig veränderte. Monatelang recherchierten die beiden, um die Wahrheit über den Filmproduzenten und Hollywood-Magnaten Harvey Weinstein herauszufinden. Sie führten Interviews mit über achtzig Frauen und konnten beweisen, was bereits in Form von Gerüchten kursierte. Schauspielerinnen und Mitarbeiterinnen Weinsteins berichteten von Schweigegeldzahlungen und Geheimhaltungsvereinbarungen, welche die über Jahrzehnte erfolgten Übergriffe systematisch verschleierten. Sexueller Missbrauch und Belästigungen waren im System Weinstein an der Tagesordnung.
Das Hashtag #MeToo, welches auf einen Slogan der amerikanischen Bürgerrechts- und Menschenrechtsaktivistin Tarana Burke aus dem Jahr 2005 zurückgeht, brachte 2017 eine bis heute anhaltende Debatte ins Rollen. Das Buch von Kantor und Twohey, welches nun in deutscher Übersetzung vorliegt, schildert das Aufdecken von Weinsteins Machenschaften, erzählt aber auch, wie daraus eine weltweite Bewegung entstand.

Buchempfehlungen der Bibliothek

NS-Dokumentationszentrum München, Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin und Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute. Berlin, 2017

Seit dem 19. Jahrhundert sind Aufkleber oder «Klebezettel» weit verbreitet und ab 1880 wurden sie dank gummiertem Papier, auf das sie gedruckt werden konnten, massenhaft produziert. Sie sind deshalb zu aussagekräftigen Zeugnissen der Alltagskultur geworden. Die vorliegende Publikation ist das Resultat einer Ausstellung im Münchner NS-Dokumentationszentrum von 2017.

Anhand von Marken und Aufklebern wird die Geschichte der Judenfeindschaft seit dem Ende des 19. Jahrhunderts erzählt. Da das Medium bis heute weit verbreitet ist, werden sowohl Sticker, die gegenwärtig im öffentlichen Raum Rassismus und Neonazismus propagieren, als auch Formen antirassistischer Gegenwehr gezeigt. Auch das Archiv Bild + Ton des Sozialarchivs verfügt über eine stattliche Sammlung solcher «Abziehbilder» aus beiden politischen Spektren, wobei vor allem die Sammlung von Bernard Schlup hervorzuheben ist.

Concetto Vecchio: Jagt sie weg! Die Schwarzenbach-Initiative und die italienischen Migranten. Zürich, 2020

1968 lanciert Nationalrat James Schwarzenbach eine Initiative mit dem Ziel, die «Überfremdung der Schweiz» zu verhindern und dafür mehr als 300’000 vorwiegend italienische Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter nach Hause zu schicken. Die Initiative, die 1970 nur hauchdünn verworfen wird, ist der Startschuss zu einer beispiellosen, Jahre andauernden Hetzkampagne, welche auch die Schweizer Bevölkerung entzweit.

In seinem einerseits autobiografischen, andererseits historischen Buch erzählt Concetto Vecchio von seinen sizilianischen Eltern und von weiteren MigrantInnen, die in den 1960er Jahren ihr Glück in der Schweiz suchten, hier aber auf offenen Fremdenhass stiessen, als Arbeitskräfte ausgebeutet und als Menschen ausgegrenzt wurden.

Wichtige Bestände im Sozialarchiv zum Thema:
Ar 108 Nachlass James Schwarzenbach
Dossier 02.3 C Ausländerfrage, -integration; Einwanderung; multikulturelle Gesellschaft: Schweiz

Paolo Giordano: In Zeiten der Ansteckung. Wie die Corona-Pandemie unser Leben verändert. Hamburg, 2020

Mit Paolo Giordanos schmalem Büchlein hat unsere Bibliothek die erste sachliterarische Publikation erworben, die sich mit dem Virus «Sars-Cov-2» – dem Coronavirus – befasst. Giordano ist sowohl Physiker als auch Schriftsteller und beschreibt seine Erfahrungen während der Corona-Zeit – hauptsächlich mit Blick auf die Situation in Italien, aber auch mit allgemeingültigen Überlegungen zum Ausnahmezustand auf der ganzen Welt: «Jetzt ist die Zeit der Anomalie. Und aus ihr erwächst die Chance für Veränderung.» Giordano äussert allerdings seine Bedenken, dass die Angst vorübergehen wird, ohne Veränderungen mit sich gebracht zu haben.

Wir werden es wohl erst in einiger Zukunft wissen. Gewiss aber werden noch zahlreiche Bücher zum Thema verfasst werden – Giordano hat einen Auftakt gemacht.

Archivarisches Händeklatschen

Bestände zu Gesundheitswesen und Gesundheitspolitik im Sozialarchiv

Zu den erfreulichen Nebenwirkungen der Corona-Krise gehört die transnationale Verbreitung des Händeklatschens auf Balkonen und Terrassen als Applaus für den unermüdlichen Einsatz des Spitalpersonals im Kampf gegen das Virus. Diesen Manifestationen der Wertschätzung möchten wir uns an dieser Stelle auf spezifisch archivarische Weise anschliessen: Durch eine Vorstellung der Bestände zu Gesundheitswesen und Gesundheitspolitik im Schweizerischen Sozialarchiv und ihre historische Verortung. Das Sozialarchiv verfügt in diesem Bereich über umfangreiches und vielfältiges Material. Im Unterschied zum Archiv für Medizingeschichte der Universität Zürich, das sich auf die Sammlung im engeren Sinne medizin- und wissenschaftshistorischen Quellenmaterials, Nachlässe von Medizinalpersonen und Körperschaftsarchive medizinischer Institutionen konzentriert, finden sich im Sozialarchiv gemäss dessen Sammelauftrag Unterlagen, die die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen des Gesundheitswesens dokumentieren.

Die im Sozialarchiv gelagerten Bestände verschiedener Parteien und Organisationen beinhalten auch deren Akten zur Gesundheitspolitik. Sodann beherbergt das Sozialarchiv die Akten verschiedener Medizinerorganisationen mit gesellschaftspolitischen Zielen wie des „Verbands Schweizer Medizinstudenten“, der „ÄrztInnen für soziale Verantwortung und zur Verhütung eines Atomkrieges“, der „Schweizerischen Gesellschaft für Sozialpsychiatrie“ oder der „Vereinigung unabhängiger Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierender“. Weiters finden sich die Nachlässe verschiedener ÄrztInnen mit einem breiteren gesellschaftlichen und politischen Engagement wie etwa des Aussersihler Arbeiterarztes, Sexualreformers und Sozialisten Fritz Brupbacher und des mit ihm befreundeten Ärzteehepaars Minna und Max Tobler-Christinger oder der religiös-sozialistischen Hebamme und Krankenschwester Vre Karrer, die ab 1993 in Somalia eine Krankenstation mit Schule für Pflegeberufe aufbaute und dort 2002 ermordet wurde.

Die Sachdokumentation des Sozialarchivs führt allgemeine Dossiers zu öffentlichem Gesundheitswesen und Krankenversicherungen in der Schweiz und ausgewählten anderen Ländern und zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie spezialisierte Dossiers zu Themen wie Spitalwesen, Spitalfinanzierung, Krankenpflege, Spitex, medizinische Berufe, ÄrztInnen, Ärztestreiks, Ärztemangel/Ärzteüberschuss, ärztlichem Versagen, Arztgeheimnis, Präventivmedizin, Alternativer Medizin und einzelnen Krankheiten wie Cholera, Pocken, Tuberkulose, Grippe, Diphterie, Kinderlähmung, Typhus, Krebs, AIDS und Geschlechtskrankheiten. In der Bibliothek finden sich nebst historischer, sozial- und kulturwissenschaftlicher Fachliteratur zum Themenfeld Gesundheitswesen/Krankheiten die Informationsblätter und Jahresberichte von Institutionen wie dem Bundesamt für Gesundheit, der „Liga gegen die Tuberkulose und Lungenkrankheiten“ oder der „AIDS-Hilfe“.

Dass gerade das auf gesellschaftlichen Wandel sowie soziale und politische Bewegungen spezialisierte Sozialarchiv eine so grosse Sammlung von Dokumenten zum Gesundheitswesen aufweist, ist kein Zufall. Krankenversicherung und Spitalpolitik sind Dauerbrenner auf der politischen Agenda von Bund, Kantonen und Gemeinden, in deren Debatten Schreckbegriffe wie „Kostenexplosion“ oder „Zweiklassenmedizin“ regelmässig auftauchen. Abstimmungen über Epidemiengesetze haben in den letzten 140 Jahren wiederholt zu Kontroversen geführt, insbesondere dann, wenn sie die Möglichkeit eines Impfobligatoriums beinhalteten (vgl. SozialarchivInfo 1/2020). Entsprechend findet sich in den Beständen verschiedener politischer Akteure, insbesondere von Parteien und gemeinnützigen Organisationen, sowie in der Sachdokumentation umfangreiches Material zu solchen politischen Debatten.

Darüber hinaus widerspiegelt das zahlreiche Material zu Seuchen und anderen Krankheiten in den Beständen des Sozialarchivs auch den Umstand, dass deren Auftreten nicht nur medizinische Krisen sind, sondern seit jeher auch einschneidende Ereignisse mit oftmals weitreichenden gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Folgen. Die grosse, als „Schwarzer Tod“ bekannt gewordene Pest-Pandemie zur Mitte des 14. Jahrhunderts, die entlang von Handelsrouten wie der Seidenstrasse aus Zentralasien nach Europa vorgestossen war und gemäss Schätzungen ein Viertel bis die Hälfte der europäischen Bevölkerung, mindestens 20 Millionen Menschen, dahinraffte, erreichte 1347/48 auch das Gebiet der heutigen Schweiz. Sie führte unmittelbar an zahlreichen Orten zu Verfolgungen und gar Massakern an der jüdischen Minderheit, der manche Brunnenvergiftung als Ursache der Pest unterstellten; im Gebiet der heutigen Schweiz etwa in Chillon, Villeneuve, Bern, Zofingen, Solothurn, Zürich und Basel. Trotz Unkenntnis über die Verbreitungsart der Seuche führten in den darauffolgenden Jahrzehnten Hafen- und Handelsstädte bereits Isolationsmassnahmen für ankommende Schiffe und Kaufleute ein. Die dabei häufig zur Anwendung gelangende 40-tägige Absonderung prägte den Begriff „Quarantäne“.

Längerfristig bewirkte oder beschleunigte die Pest-Pandemie des 14. Jahrhunderts einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel, der allerdings je nach gesellschaftlichen und politisch-institutionellen Voraussetzungen regional unterschiedlich verlaufen konnte. Die Kirche profitierte von der Seuche zwar materiell durch Erbschaften von vielen Pestopfern, geriet aber wegen fehlender Antwort auf die Frage nach der Ursache der Pandemie in eine Legitimationskrise. In wirtschaftlicher Hinsicht erleichterte der demographische Einbruch den Zugang zu Bauernhöfen und in den Städten lockerten die Handwerkerzünfte ihre restriktive Aufnahmepolitik. Unrentable Böden wurden aufgegeben, dagegen stiegen wegen Arbeitskräftemangels die Löhne in den Städten und teilweise auch der Landarbeiter. Die höheren Lohnkosten wiederum begünstigten die Mechanisierung manueller Arbeit und den Durchbruch technischer Innovationen wie des Buchdrucks.

In der frühen Neuzeit gab es in Europa immer wieder gravierende lokale Pest-Epidemien. So starben 1519 und 1611 in Zürich, 1610/11 in Basel und 1629 in St. Gallen jeweils rund 30 Prozent der Bevölkerung an der Pest. In den Jahren 1519, 1541, 1611 und 1630 wurde die gesamte Eidgenossenschaft von Pest-Epidemien heimgesucht. Als Reaktion darauf erliessen die Schweizer Städte ab dem späten 16. Jahrhundert nach norditalienischen Vorbildern Pest-Reglemente. Auch wurden Gesundheitsbehörden geschaffen, so in Zürich 1704 ein ständiger Sanitätsrat. Verschwand die Pest ab dem 18. Jahrhundert weitgehend aus Europa, so kostete noch um die Wende zum 20. Jahrhundert eine Pest-Pandemie mit Schwerpunkt in Ostasien etwa 12 Millionen Menschenleben. In diesem Zusammenhang verabschiedete der Schweizer Bundesrat 1899/1900 Massnahmen zum Schutz gegen Pest und Cholera, die unter anderem den Warenverkehr mit „als pestverseucht anzusehenden Ländern und Bezirken“ einschränkten und an einer Reihe von Eisenbahn-, Post- und Dampfschiffstationen „Krankenübergabestationen“ mit „Absonderungshaus“ und „Desinfektionsanstalten“ für Reisende mit Pest- oder Cholerasymptomen vorsahen.

Die lange Zeit auf den indischen Subkontinent beschränkte Cholera breitete sich in einer ersten Pandemie zwischen 1817 und 1824 entlang von Handelsrouten über weitere Teile Asiens sowie nach Ostafrika, Kleinasien, Russland und Europa aus. In den folgenden 100 Jahren zogen fünf weitere Cholera-Pandemien grosse Teile der Welt in Mitleidenschaft. Hinzu kamen verschiedene gravierende lokale Epidemien, so 1892 in Hamburg, wo 8’600 Menschen verstarben. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die bakterielle Ursache der Cholera und deren Übertragung durch verschmutztes Trinkwasser erkannt. Die Entdeckung dieser Zusammenhänge stellte nicht nur die Geburtsstunde der modernen Epidemiologie dar, sondern begünstigte auch die infrastrukturelle Verbesserung im Bereich der Wasserversorgung in vielen der im Zuge der Industrialisierung rasch wachsenden Städte. Aktuell wütet seit 2016 im kriegsgebeutelten Jemen eine Cholera-Epidemie, der bereits mehrere Tausend Menschen zum Opfer gefallen sind.

Die Stadt Zürich wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von zwei gravierenden Cholera-Epidemien heimgesucht. 1855 kamen – bei einer Stadtbevölkerung von etwa 20’000 Personen – 114 Menschen ums Leben. Zeitgleich starben in den beiden Basel etwa 400 Menschen an der Cholera. Zwölf Jahre darauf erkrankten im Kanton Zürich 771 Personen an der Cholera, von denen 499 verstarben. Die grössten Todeszahlen wiesen die Wohnorte der städtischen Unterschichten mit ihren prekären hygienischen Verhältnissen auf: 131 Menschen starben in der Zürcher Altstadt, 92 weitere in der rasch wachsenden Arbeitervorstadt Aussersihl. Die Behörden reagierten weitgehend hilflos. Zunächst riegelte man Häuser, in denen Cholerakranke wohnten, für jeweils neun Tage ab. Diese Massnahme liess sich aber nicht lange durchsetzen. Auch gab es Veranstaltungsverbote und Aufforderungen an die Bevölkerung, sich beim Genuss von Sauser zurückzuhalten, während der Weinkonsum als Stärkung gegen die Seuche galt. Verbote einzelner Gemeinden, in die von der Cholera betroffenen Gebiete zu reisen, wurden vom Kanton wieder aufgehoben. Die Epidemie führte unmittelbar zu einer Solidaritätswelle: In Zürich entstand ein „Hülfskomitee“, das unter anderem eine Suppenküche für Arme einrichtete. Nachbarkantone schickten Geld und Naturalien. Zürich besass zu jener Zeit weder Wasserversorgung noch Kanalisation. Der Bau eines Abwassersystems war zwar einige Monate vor der Epidemie beschlossen worden, wurde aber erst in den folgenden Jahren umgesetzt. Auch machte die Epidemie die Lebensverhältnisse der städtischen Unterschichten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Schliesslich verstärkte die hilflose Rolle der Behörden während der Cholera-Epidemie auch die Kritik am liberalen „System Escher“, das seit zwei Jahrzehnten den Kanton Zürich dominierte, infolge einer Schuldenkrise in der Landwirtschaft, eines konjunkturellen Einbruchs in der Industrie, steigender Lebensmittelpreise und Missständen in Verwaltung und Justiz schon zuvor unter Druck geraten war und dann im Winter 1867/68 von der demokratischen Bewegung weggefegt wurde (vgl. SozialarchivInfo 6/2018).

Der grössten Pandemie des 20. Jahrhunderts, der Grippe-Welle von 1918/19, fielen weltweit geschätzte 25 bis 100 Millionen Menschen zum Opfer, dies waren weit mehr Tote, als der Erste Weltkrieg gefordert hatte. Besonderheiten waren eine hohe Sterblichkeit von 5 bis 10 Prozent sowie der Umstand, dass vor allem Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren davon betroffen waren. Die übliche Bezeichnung „Spanische Grippe“ ist missverständlich, denn die Pandemie ging nicht von Spanien aus. Sie wurde freilich zuerst in der Presse Spaniens diskutiert, das als nicht am Weltkrieg beteiligtes Land eine freiere Berichterstattung kannte. Ihren Ursprung nahm die Pandemie Anfang 1918 in den Vereinigten Staaten, von wo sie im Frühjahr durch die intensiven interkontinentalen Truppentransporte des Weltkriegs nach Europa gelangte. Den ersten Peak erreichte die Pandemie im Juni 1918, als die Grippe nun auch Teile Asiens und Ozeaniens erreichte. Rasch zirkulierten diverse Gerüchte und Verschwörungstheorien über die Ursache der Grippewelle. In der durch die Kriegspropaganda angeheizten antideutschen Atmosphäre der USA – wo die Frankfurter Würste in „liberty sausages“ und der Hamburger in „liberty sandwich“ umgetauft worden waren – wurde die Umbenennung der Pandemie in „Deutsche Grippe“ gefordert. Die zweite Welle der Pandemie dauerte von Mitte August bis November 1918, fiel also zeitlich mit den letzten Kriegsmonaten, den Revolutionen in Deutschland und Österreich, dem Schweizer Landesstreik sowie politischen und gesellschaftlichen Erschütterungen in zahlreichen weiteren Ländern zusammen. In dieser Welle erreichte die Pandemie auch verschiedene Regionen Afrikas. Eine dritte Grippe-Welle ab dem Frühjahr 1919 war weniger tödlich als die beiden vorangegangenen.

In der Schweiz erkrankten wohl rund 2 Millionen, etwa die Hälfte der damaligen Bevölkerung, an der Grippe, knapp 25’000 Menschen verstarben. Damit wurde 1918 zum einzigen Jahr des 20. Jahrhunderts, als in der Schweiz mehr Menschen verstarben als geboren wurden. Ein besonders hohes Todesrisiko hatten Pflegepersonal und Ärzte. Die erste Grippewelle im Sommer 1918 fiel zeitlich mit einer raschen Verschärfung der kriegsbedingten Versorgungsengpässe an Nahrungsmitteln, Energie und Kleidung zusammen und führte unter anderem dazu, dass Schulen und Universitäten vorzeitig in die Sommerferien gingen und militärische Ausbildungskurse verschoben wurden. Zugleich gab es in der Presse und seitens der Arbeiterbewegung heftige Angriffe auf die Armeeführung wegen die Verbreitung der Grippe fördernder Unterkunftsverhältnisse der Aktivdienstsoldaten und mangelhafter Vorbereitung der Sanitätstruppen. Aber auch zivile Ärzte waren gegen die Grippe weitgehend machtlos und experimentierten mit allen möglichen Mitteln und Therapien. Dies bedeutete einen jähen Bruch in der Erfolgsgeschichte der Medizin, die in den vorangegangenen Jahrzehnten stetige Fortschritte verzeichnet hatte. Die auf diese zusätzliche Krise schlecht vorbereiteten Behörden reagierten erst mit zeitlicher Verzögerung, sprachen Versammlungsverbote aus und publizierten Hygieneanweisungen, die uns heute teilweise sehr bekannt vorkommen: Verzicht auf Händeschütteln, nicht auf den Boden spucken, Niesen ins Taschentuch, häufiges Lüften der Wohnungen. Grosse Inkonsequenzen gab es bei den Anordnungen über Veranstaltungsverbote und Restaurantschliessungen zwischen den einzelnen Kantonen; ein Pandemieplan des Bundes existierte damals noch nicht.

Die zweite, noch heftigere Grippewelle im Herbst fiel zusammen mit einer Zuspitzung der Konflikte zwischen Arbeiterbewegung und politischer und militärischer Führung, einem umfangreichen präventiven Militäraufgebot für den Ordnungsdienst Anfang November sowie dem dreitägigen Landesstreik. In den Landesstreikdebatten schoben sich Regierung und Arbeitervertreter gegenseitig die Schuld an den wegen des Ordnungsdiensts erkrankten Soldaten in die Schuhe. In der Folge wurde die Pandemie vor allem von rechts politisch zu instrumentalisieren versucht, indem die grippetoten Soldaten etwa in Wahlkämpfen mit teilweise massiv übertriebenen Zahlen als Opfer des Generalstreiks dargestellt wurden. Für sie entstanden ab 1919 in vielen Ortschaften Denkmäler, die sich an den Kriegsgefallenenmonumenten der Nachbarländer orientierten, während der zwölf Mal zahlreicheren zivilen Grippeopfer kaum gedacht wurde (vgl. SozialarchivInfo 4/2018).

Neben wellenartigen Pandemien hatten auch andere Krankheiten weit über das Medizinische hinausreichende gesellschaftliche und politische Folgen. Die Tuberkulose war in Europa vom 17. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die Unterschichtenkrankheit schlechthin und für einen erheblichen Prozentsatz der Todesfälle verantwortlich. In der Schweiz etwa starben 1895/96 16’842, 1905/06 sogar 18’385 Menschen an der Tuberkulose. So verwundert es nicht, dass das Thema Tuberkulose in den Körperschaftsarchiven der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft und der Pro Juventute prominent auftaucht und in der Sachdokumentation des Sozialarchivs detaillierter als andere Krankheiten vertreten ist. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Luftkur zur wichtigsten Tuberkulosetherapie, bei der die PatientInnen mehrere Stunden täglich an der freien Luft liegen mussten. Dies führte zur Entstehung von Sanatorien in Davos und anderen alpinen Gemeinden, die sich in der Folge zu Wintersportorten weiterentwickelten. Im frühen 20. Jahrhundert erfolgte die Entwicklung von Impfstoffen. Diese trugen zusammen mit einer generellen Verbesserung der Lebensverhältnisse breiter Bevölkerungsschichten dazu bei, dass sich in Europa der Anteil der Tuberkulosetoten zwischen 1850 und 1950 um den Faktor 10 verringerte. Der Einsatz von Antibiotika drängte dann nach dem Zweiten Weltkrieg die Tuberkulose weiter zurück und machte die Luftkuren zu einem Auslaufmodell. Die Zahl der Tuberkulosetoten in der Schweiz ging zurück von 3’055 im Jahre 1947 über 869 zehn Jahre darauf auf 20 im Jahre 2008. Weltweit erkranken aber noch heute etwa 10 Millionen Menschen pro Jahr an der Tuberkulose und werden jährlich etwa 1,5 Millionen Tuberkulosetote registriert.

Ein zentrales medizinisches, politisches und kulturelles Thema, das in verschiedenen Sammlungen des Sozialarchivs auftaucht, wurde im ausgehenden 20. Jahrhundert die Immunschwächekrankheit AIDS. Die ersten nachträglich dokumentierten HIV-Infektionen reichen in die Zeit um 1960 zurück und erste Übertragungen fanden wohl bereits mehrere Jahrzehnte zuvor in Zentralafrika statt. Erst Anfang der 80er Jahre wurde die Krankheit aber wissenschaftlich beschrieben. Zunächst galt sie in der Öffentlichkeit als Problem von „Randgruppen“ wie Homosexuellen und DrogenkonsumentInnen. Die Presse schrieb etwa reisserisch von einer „Homosexuellen-Seuche“ oder „Schwulenpest“. Mit dem Aufkommen von HIV-Tests erwies sich dies als Irrtum. Dennoch erlitten HIV-Infizierte weiterhin gesellschaftliche Stigmatisierungen und Diskriminierungen. Mit der raschen Zunahme an Neuerkrankungen in den mittleren 80er Jahren war das Thema auf der medialen und politischen Agenda ein Dauerbrenner. Es entstanden spezielle AIDS-Hilfen und die Behörden starteten umfangreiche Präventionskampagnen. Das gleichzeitige Anwachsen offener Drogenszenen wie derjenigen auf dem Zürcher Platzspitz machte auch die Einrichtung spezifischer präventivmedizinischer Einrichtungen für DrogenkonsumentInnen wie dem 1988 entstandenen „Zürcher Interventionspilotprojekt gegen Aids“ (ZIPP-AIDS) nötig (vgl. SozialarchivInfo 5/2017). In der Atmosphäre des späten Kalten Krieges betrieb der sowjetische Geheimdienst KGB von 1983 bis 1988 unter dem Codenamen „Operation Infektion“ eine internationale Fake-News-Kampagne, die die AIDS-Epidemie als missglückte oder gezielte Biowaffenoperation der USA darstellte. Mit der Stabilisierung der Zahlen von Neuerkrankten in Europa und der Entwicklung effektiver medikamentöser Behandlungsmethoden für HIV-Infizierte in den 90er Jahren ging das öffentliche Interesse an der Krankheit stark zurück. In der Zeitungsauschnittsammlung (ZA) des Sozialarchivs umfassen im Dossier „Aids“ die Jahre 1983 bis 1992 acht Schachteln, die Jahre 1993 bis 2006 dann nur noch deren sechs. Gegenwärtig stecken sich aber weltweit immer noch jährlich über 2 Millionen Menschen mit HIV an und versterben etwa eine Million Menschen an AIDS. Während der Anteil der HIV-Infizierten im weltweiten Durchschnitt unter einem Prozent liegt, erreicht diese Quote in einzelnen afrikanischen Staaten bis zu einem Viertel der Bevölkerung.

Die Corona-Pandemie schlägt sich seit Anfang März 2020 in der Sammlung Digitaler Schriften (DS) der Sachdokumentation des Sozialarchivs markant nieder. Nach dem ersten Schock traten die einzelnen Parteien, Interessenorganisationen und Think-Tanks mit Vorschlägen, Forderungen und Positionspapieren an die Öffentlichkeit, die über den engeren Bereich der Pandemie-Strategie hinaus vielfältige gesundheits-, wirtschafts- und sozialpolitische Themen betreffen und auch bereits erste Positionsbezüge für die Aushandlungsprozesse der postcoronalen Ära darstellen. Die fast täglich wachsende Sammlung der DS stellt dadurch ein einmaliges, gegenwarts- und zukunftsbezogenes Archiv zur Coronakrise in der Schweiz dar. Darüber hinaus ist das Sozialarchiv an einem Projekt für ein digitales Archiv der Coronakrise beteiligt, das in Kooperation mit den Digital Humanities der Universität Bern, dem Geschichtsfachportal Infoclio, dem Istituto di media e giornalismo der Università della Svizzera italiana und dem Schweizerischen Bundesarchiv Bilder, Texte, Videos und Posts von unterschiedlichen Social-Media-Kanälen zur Coronakrise in der Schweiz zusammentragen und archivieren möchte (corona-memory.ch). Ziel ist es, einen Ort des kollektiven Gedächtnisses zu schaffen und die in dieser gemeinsamen Notlage gelebten Erfahrungen nicht nur heute, sondern auch in Zukunft in ihrer Vielfalt zugänglich zu machen. Zweifellos wird die Coronakrise auch in den zukünftigen Ablieferungen zahlreicher Organisationen, für die das Sozialarchiv als Endarchiv fungiert, ein wichtiges Thema sein.

Zum Abschluss des archivarischen Händeklatschens muss noch eines betont werden: Bei aller Dankbarkeit und Hochachtung für die enormen Leistungen des Medizinalpersonals in der Coronakrise sind auch die zahlreichen weiteren Berufsgattungen, die während des Lockdowns unter schwierigen und teilweise gefährlichen Bedingungen für die Aufrechterhaltung von Grundversorgung und zentraler Infrastrukturen verantwortlich waren, nicht zu vergessen. Auch zur Geschichte und Gegenwart dieser Gruppen findet sich im Schweizerischen Sozialarchiv umfangreiches Material.

Material zu Gesundheitswesen und Gesundheitspolitik im Sozialarchiv (Auswahl)

Archiv

  • Ar 1.140 Sozialdemokratische Partei der Schweiz: Volksgesundheit
  • Ar 13 Verband Schweizer Medizinstudenten
  • Ar 20.870.1 Schweizerisches Arbeiterhilfswerk: Tschechische Tuberkulose-Kranke
  • Ar 31 Schweizerische Zentralstelle für praktische Psychiatrie
  • Ar 36.19 schwulenarchiv schweiz: Medizin
  • Ar 42.40.8 Schweizerische Vereinigung für Sozialpolitik: Kranken- und Unfallversicherung
  • Ar 101 Brupbacher, Fritz (1874–1945)
  • Ar 136 Tobler-Christinger, Max und Minna
  • Ar 169 Weil, Jochi Peter (*1942), Vorlass
  • Ar 198.36 Gmür, Mario
  • Ar 198.37 Karrer, Verena [Vre] (1933–2002)
  • Ar 201.96 SchulleiterInnenkonferenz der Psychiatrischen Krankenpflege
  • Ar 201.107 Schweizerische Vereinigung der Eltern epilepsiekranker Kinder SVEEK
  • Ar 201.175 Schweizerische Vereinigung des leitenden Personals der psychiatrischen Krankenpflege SVLPPK
  • Ar 201.203 Gesundheitsbrigaden Schweiz/Nicaragua
  • Ar 201.226 Dokumentation Kantonale Psychiatrische Familienpflege
  • Ar 201.244 Bau einer psychiatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche im Kanton Zürich, 1982
  • Ar 201.256 Società ticinese di Mutuo Soccorso in Zurigo / Amici della Mutuo
  • Ar 201.283 Förderverein Neue Wege in Somalia
  • Ar 437.51 Frauen/Lesben-Archiv: Verhütung und (Zwangs)Sterilisation
  • Ar 437.52 Frauen/Lesben-Archiv: Gynäkologie
  • Ar 437.55 Frauen/Lesben-Archiv: Frau und Gesundheit
  • Ar 437.56 Frauen/Lesben-Archiv: Frau und Psychiatrie
  • Ar 437.58 Frauen/Lesben-Archiv: HIV / AIDS
  • Ar 473.30.1 Dokumentation Strafvollzug: AIDS und Drogen im Strafvollzug
  • Ar 517 Schweizerische Elternvereinigung für asthma- und allergiekranke Kinder SEAAK
  • Ar 526 ÄrztInnen für soziale Verantwortung und zur Verhütung eines Atomkrieges (PSR/IPPNW-Schweiz)
  • Ar 537 Schweizerische Gesellschaft für Sozialpsychiatrie SGSP, Zusatzausbildung Sozialpsychiatrie ZASP
  • Ar 578 Vereinigung unabhängiger Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierender
  • Ar 583 Fachverband sexuelle Gesundheit in Beratung und Bildung faseg
  • Ar 1014 Ulrich, Jürg (1930–2017)
  • Ar AI A 009-119 Amnesty International Schweizer Sektion: Berufsgruppen: Grp.202 Heil- und Pflegeberufe / Menschenrechte und Medizin
  • Ar AI A 009-120 Amnesty International Schweizer Sektion: Berufsgruppen: Grp.202 Netzwerk Heil- und Pflegeberufe: Gruppenporträt und Protokolle
  • Ar AI A 009-121 Amnesty International Schweizer Sektion: Berufsgruppen: Grp.202 Heil- und Pflegeberufe: Netzwerk, Korrespondenz, Fragebogen
  • Ar AI A 011-022 Amnesty International Schweizer Sektion: Fragebogen UA Medizinernetzwerk 2000
  • Ar AI A 011-023 Amnesty International Schweizer Sektion: Fragebogen UA Medizinernetzwerk 2001
  • Ar AI C 011-034 Amnesty International Schweizer Sektion: Berufs- und Zielgruppen: Mediziner
  • Ar PJ 1.4-035.SP10 Pro Juventute: Spitex (Spitalexterne Kranken- und Gesundheitspflege)
  • Ar PJ 1.4-036.02 Pro Juventute: Schweizerische Kommission zur Bekämpfung der chirurgischen Tuberkulose
  • Ar PJ 8.6-040 Pro Juventute: Tuberkuloseprävention: Broschüren
  • Ar SGG A 37 A Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft: Expedition mit den Zürcher Ärzten nach Héricourt
  • Ar SGG A 37 A Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft: Cholera in Hamburg
  • Ar SGG A 39 A Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft: Lungensanatorium
  • Ar SGG A 49 A Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft: Zur Kranken- und Unfallversicherung für Frauen, speziell Wöchnerinnen
  • Ar SGG A 62 A Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft: Chirurgische Tuberkulose
  • Ar SGG A 107 A Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft: Revision des Eidgenössischen Krankenversicherungsgesetzes
  • Ar SGG A 109 A Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft: [Spezialfragen]: Verbesserungen der Existenzbedingungen des Krankenpflegepersonals

Sachdokumentation

  • KS 176/9 Geschlechtskrankheiten
  • KS 362/1+2 Krankenpflege
  • KS 362/3+4 Spitalwesen: Spitäler, Krankenhäuser, Kliniken
  • KS 368/68 Kranken- & Unfallversicherungen: Allg. & international
  • KS 368/69 Krankenversicherungen: Deutschland
  • KS 368/71 Kranken- & Unfallversicherungen: Grossbritannien, USA
  • KS 368/72 Kranken- & Unfallversicherungen: weitere Länder
  • KS 368/74 Krankenversicherungen: Schweiz
  • KS 368/76-89 Kranken- & Unfallversicherungen: Schweiz
  • KS 610/1 Medizin: Allg.; Kritik an der Medizin; Medizingeschichte
  • KS 610/2 Medizin; Öffentliches Gesundheitswesen; Sozialhygiene: Allg. & international
  • KS 610/3 Medizin; Öffentliches Gesundheitswesen; Sozialhygiene: Deutschland
  • KS 610/4 Medizin; Öffentliches Gesundheitswesen; Sozialhygiene: Grossbritannien, USA
  • KS 610/5+6 Medizin; Öffentliches Gesundheitswesen; Sozialhygiene: Schweiz
  • KS 610/8 Medizin: Ärzte /-innen: Schweiz
  • KS 610/10 Ärzte /-innen; Apotheken; Arzneimittel: Ausland
  • KS 610/12 Präventivmedizin & Gesundheitserziehung; Erste Hilfe
  • KS 610/13+14 Alternative Medizin; Naturheilkunde
  • KS 610/27 Krebs
  • KS 610/28 Medizin: Krankheiten
  • KS 610/29 Ansteckende Krankheiten; Seuchenbekämpfung: Allg.
  • KS 610/30 Ansteckende Krankheiten; Seuchenbekämpfung: Cholera
  • KS 610/31 Ansteckende Krankheiten; Seuchenbekämpfung: Pocken
  • KS 610/32 Ansteckende Krankheiten; Seuchenbekämpfung: Grippe; Diphterie; Kinderlähmung; Typhus
  • KS 610/33 Tuberkulose: International & Ausland
  • KS 610/34+35 Tuberkulose: Schweiz: Allg.
  • KS 610/36 Tuberkulose-Kommission der Stadt Zürich
  • KS 610/37 Tuberkulose: Schweiz: Verschiedene Vereinigungen
  • KS 610/38 Tuberkulose: Schweiz: Sanatorien; Walderholungsstätten
  • KS 610/39+40 Tuberkulosebekämpfung: Schweiz: Gesetzgebung
  • QS 61.1 Krankenkassen, Krankenversicherungen
  • QS 64.0 Medizin
  • QS 64.0 *8 Medizin: Krankheiten
  • QS 64.0 *72 Krebs
  • QS 64.0 *73 Aids
  • QS 64.0 Z Weltgesundheitsorganisation (WHO)
  • QS 64.7 Krankenpflege; Spitex, Hauspflege
  • QS 64.7 *M Medizinische Berufe (ausser Ärzte /-innen & Pflegeberufe)
  • QS 64.8 Spitalwesen: Spitäler, Krankenhäuser, Kliniken
  • QS 64.9 Gesundheitspolitik; Öffentliches Gesundheitswesen
  • ZA 61.1 Krankenkassen, Krankenversicherungen
  • ZA 64.0 *1 Medizin; medizinische Forschung: Allg.
  • ZA 64.0 *2 Medizin: Ärzte /-innen
  • ZA 64.0 *3 Alternative Medizin; Naturheilkunde
  • ZA 64.0 *7 Präventivmedizin & Gesundheitserziehung
  • ZA 64.0 *21 Ärztestreiks
  • ZA 64.0 *22 Ärztemangel; Ärzteüberschuss
  • ZA 64.0 *23 Ärztliches Versagen
  • ZA 64.0 *24 Arztgeheimnis; Patientenrechte und Schutz der Patienten /-innen
  • ZA 64.0 *71 Tuberkulose
  • ZA 64.0 *72 Krebs
  • ZA 64.0 *73 Aids
  • ZA 64.0 *74 Infektionskrankheiten, Seuchen, Epidemien bei Menschen
  • ZA 64.0 *75 Geschlechtskrankheiten
  • ZA 64.0 Z Weltgesundheitsorganisation (WHO)
  • ZA 64.5 *2 Rauchen: medizinische Folgen
  • ZA 64.7 *1 Krankenpflege: Allg.
  • ZA 64.7 *11 Spitex, Hauspflege
  • ZA 64.8 *1 Kliniken: Spitäler der Stadt Zürich
  • ZA 64.8 *2 Kliniken: Spitäler des Kantons Zürich
  • ZA 64.8 *3 Kliniken: Spitäler der übrigen Kantone
  • ZA 64.8 *4 Kliniken, Spitäler: Privatkliniken
  • ZA 64.8 *5 Kliniken, Spitäler: Polikliniken
  • ZA 64.8 *7 Spitalkostenentwicklung; Spitalfinanzierung
  • ZA 64.9 *1 Gesundheitspolitik; Öffentlicher Gesundheitsdienst: Schweiz
  • ZA 64.9 *71 Gesundheitspolitik; Öffentlicher Gesundheitsdienst: Grossbritannie
  • ZA 64.9 *72 Gesundheitspolitik; Öffentlicher Gesundheitsdienst: Bundesrepublik Deutschland
  • ZA 64.9 *73 Gesundheitspolitik; Öffentlicher Gesundheitsdienst: übriges Europa
  • ZA 64.9 *74 Gesundheitspolitik; Öffentlicher Gesundheitsdienst: ausserhalb Europas
  • DS 191 Akademien der Wissenschaften: Schweiz Gesundheit und globaler Wandel in einer vernetzten Welt
  • DS 315 Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS): Liberalisierungen sind keine Lösung für die dringlichen Fragen im Gesundheitsbereich
  • DS 536 Economiesuisse: So wird die Spitalfinanzierung ein Vollerfolg
  • DS 550 Schweizerzeit: Jährlich Zehntausende Gratispatienten mehr
  • DS 615 Komitee 2x Nein zur Spitalprivatisierung: 7 gute Gründe für ein Nein zur Spitalprivatisierung am 21. Mai 2017
  • DS 626 Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS): Teurer Wettbewerb – Für ein starkes öffentliches Gesundheitswesen
  • DS 913 FDP.Die Liberalen: Qualitätswettbewerb für eine gesunde Schweiz
  • DS 988 SGB-Frauenkommission: Yes we care! Faire Arbeitsbedingungen und Zugang für alle
  • DS 1075 Lilienberg Unternehmerforum: Weg zu einer transparenteren Medizin
  • DS 1127 Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz (CVP): Kampf den hohen Gesundheitskosten!
  • DS 1268 Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz (CVP) : Initiative „Für tiefere Prämien – Kostenbremse im Gesundheitswesen“
  • DS 1421 Economiesuisse: Wirtschaft bringt Gesundheit
  • DS 1428 BMJ Open: Effects of health and social care spending constraints on mortality in England: a time trend analysis
  • DS 1596 Bundesamt für Gesundheit (BAG): Hochbetagte Menschen mit Mehrfacherkrankungen – Typische Fallbeispiele aus der geriatrischen Praxis
  • DS 1753 Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB): Gesundheit muss für alle bezahlbar sein
  • DS 1790 Greenpeace Schweiz: Klimawandelbedingte Zunahme von Hitzeereignissen und deren Folgen für die Gesundheit in der Schweiz und in Europa
  • DS 1792 Greenpeace Schweiz: Factsheet: Gesundheit und Klima
  • DS 1864 FDP.Die Liberalen: Neuer Schwung für das Schweizer Gesundheitswesen
  • DS 2475 Grüne Partei der Schweiz (GPS): Covid-19 – Forderungen der Grünen
  • DS 2478 Avenir Suisse: Wirtschaftspolitische Antworten auf die Corona-Krise
  • DS 2479 Solinetz: Dringend: Menschen aus den Rückkehrzentren wegen Corona-Virus in dezentralen Unterkünften unterbringen
  • DS 2481 Avenir Suisse: Volkswirtschaftliche Auswirkungen eines umfassenden Shutdown
  • DS 2482 Schweizerische JungsozialistInnen (JUSO): Liebe Nachbar*innen
  • DS 2483 Liberales Institut: Perspektiven zur Pandemie und der Weltwirtschaft
  • DS 2484 Grüne Partei der Schweiz (GPS): COVID-19: Grüne Sozial- und Gesundheitspolitik
  • DS 2487 Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH): COVID-19: Dringliche Massnahmen im Asylbereich
  • DS 2488 Anlaufstelle für Sans-Papiers Basel: Sans-Papiers haben Rechte – auch in der Krise!
  • DS 2489 Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS): Empfehlungen zur Sozialhilfe während Epidemie-Massnahmen
  • DS 2491 Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB): Corona-Virus: Antworten auf Fragen zu Arbeitsrecht/Kurzarbeit
  • DS 2492 Universität Zürich, Department of Economics: Coronavirus – Testen und Einfrieren: Eine Überlebensstrategie für die Schweizer Volkswirtschaft
  • DS 2493 SP Frauen*: Kinderbetreuung in Zeiten von Corona
  • DS 2494 Avenir Suisse: Mehr Freiheiten für die Unternehmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie
  • DS 2495 Plattform „Zivilgesellschaft in Asyl-Bundeszentren“: Offener dringlicher Brief: Umsetzung der BAG-Empfehlungen im Asylwesen$
  • DS 2496 Solinetz: Minimale Selbständigkeit bei der Versorgung mit dem Grundbedarf ermöglichen; Nothilfegeld wieder auszahlen; Internetzugang ermöglichen
  • DS 2497 Lilienberg Unternehmerforum: Von Viren, Lunten, Pulverfässern und Flächenfeuern
  • DS 2498 Schweizerische Volkspartei (SVP): Schutz der Bevölkerung unter Minimierung der wirtschaftlichen Schäden: Strategie für die Schweiz nach dem 19. April 2020
  • DS 2499 Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH): Argumentarium der SFH zu Grenzschliessungen und Asylgesuchen an der Grenze
  • DS 2500 Liberales Institut: Warum die Globalisierung die Gefahren einer Pandemie reduziert
  • DS 2501 Liberales Institut: Freie Märkte als beste Resilienz-Strategie
  • DS 2502 Starke Volksschule Zürich Newsletter vom 29.3.2020
  • DS 2503 Schweizerzeit: Abstand halten – vor falschen Freunden
  • DS 2504 AvenirSocial: Corona – alles anders und alle solidarisch? Die Sicht der Sozialen Arbeit
  • DS 2506 Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften/Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin: Covid-19-Pandemie: Triage von intensivmedizinischen Behandlungen bei Ressourcenknappheit
  • DS 2507 Schweizerzeit: 1. April im Bundesamt für Gesundheit
  • DS 2508 Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD): Spitalpersonal: Offener Brief an den Bundesrat
  • DS 2509 Amnesty International et al.: Joint civil society statement: States use of digital surveillance technologies to fight pandemic must respect human rights
  • DS 2512 Bundesamt für Gesundheit (BAG) Neues Coronavirus – So schützen wir uns
  • DS 2513 Grüne Partei der Schweiz (GPS): Kein Sonderstatus für den Flugverkehr!
  • DS 2514 Grüne Partei der Schweiz (GPS): COVID-19: Schweizer Landwirtschaft – Massnahmen-Plan von Meret Schneider, Nationalrätin ZH
  • DS 2515 Schweizerische Volkspartei (SVP): Die verfassungsmässige Ordnung ist wiederherzustellen und weitere finanzielle Verpflichtungen sind vom Parlament zu beschliessen
  • DS 2516 Grüne Partei der Schweiz (GPS): Grounding: Kein Abheben ohne neue Spielregeln. Klima und Menschen first!
  • DS 2517 AGILE.CH: Corona-Pandemie – Die Rechte der Menschen mit Behinderungen gelten auch in Krisenzeiten
  • DS 2519 Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS): Coronavirus-Pandemie: Drei-Pfeiler-Strategie zur Bewältigung der Krise
  • DS 2520 Schweizerzeit: Die Stunde der Klassenkämpfer
  • DS 2521 Starke Volksschule Zürich: Newsletter vom 12.4.2020
  • DS 2522 Liberales Institut: Gibt es eine Alternative zum Staatsversagen in einer Pandemie?
  • DS 2523 Liberales Institut: Gesundheit oder Wirtschaft: Der ethische Konflikt, der keiner ist
  • DS 2524 Avenir Suisse: Fahrplan für den Corona-Exit
  • DS 2525 Grüne Partei der Schweiz (GPS): Bericht zu einem Impuls- und Resilienzprogramm nach der COVID-19-Krise
  • DS 2526 FDP.Die Liberalen: Mit Kraft aus der Krise
  • DS 2527 Sucht Schweiz: Covid-19-Pandemie und illegale Drogen: Lagebeurteilung, Szenarien und Empfehlungen
  • DS 2528 Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS): Solidarisch gegen die Krise
  • DS 2529 Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS) Solidarisch gegen die Krise
  • DS 2530 Schweizerzeit: Die Stunde der Geldverteiler
  • DS 2531 AvenirSocial, ATD Vierte Welt et al.: Die Krise trifft armutsbetroffene Menschen doppelt: Jetzt und langfristig gemeinsam handeln!
  • DS 2533 Junge Grüne Schweiz: Offener Brief an den Bundesrat – Wohnen

Bibliothek

  • Altendorfer, Laura-Maria: Influencer in der digitalen Gesundheitskommunikation: Instagramer, YouTuber und Co. zwischen Qualität, Ethik und Professionalisierung. Baden-Baden 2019, erwartet
  • Arbenz, Martha: Tuberkulose und Wohnverhältnisse in der Stadt Bern: Erhebungen bei offentuberkulösen Patienten der Fürsorgestelle. Zürich 1945, Hg 1017
  • Beigbeder, Yves: The World Health Organization: Achievements and failures. London 2018, 138351
  • Bergdolt, Klaus: Der Schwarze Tod in Europa: Die Grosse Pest und das Ende des Mittelalters. München 1994, 96991
  • Bergdolt, Klaus: Die Pest und die Juden: Mythen, Fakten, Topoi, in: Aschkenas 29 (2019). S. 43-62, D 5391
  • Caduff, Carlo: The pandemic perhaps: Dramatic events in a public culture of danger. Oakland 2015, 132352
  • Condrau, Flurin: Soziale Ungleichheit vor der Cholera und ihre Wahrnehmung durch Zürichs Ärzteschaft (1850–1870), in: Medizin, Gesellschaft und Geschichte 12 (1993). S. 75-99, D 5367
  • Condrau, Flurin: Cholera und sozialer Wandel: Die Schweiz als Beispiel, in: Vögele, Jörg (Hg.): Stadt, Krankheit und Tod: Geschichte der städtischen Gesundheitsverhältnisse während der epidemiologischen Transition (vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert). Berlin. 2000. S. 189-208, 107448
  • Davis, Mike: Vogelgrippe: Zur gesellschaftlichen Produktion von Epidemien. Berlin 2005, 115146
  • Evans, Richard J.: Death in Hamburg: Society and politics in the cholera years 1830–1910. Oxford 1987, 86490
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  • Gestrich, Andreas et al. (Hg.): Poverty and sickness in modern Europe: Narratives of the sick poor, 1780–1938. London 2012, 127923
  • Hähner-Rombach, Sylvelyn (Hg.): Alltag in der Krankenpflege: Geschichte und Gegenwart. Stuttgart 2009, 121789
  • Hatje, Frank: Leben und Sterben im Zeitalter der Pest: Basel im 15. bis 17. Jahrhundert. Basel 1992, 94259
  • Hitzer, Bettina: Krebs fühlen: Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Stuttgart 2020, erwartet
  • Honigsbaum, Mark: A history of the great influenza pandemics: Death, panic and hysteria, 1830–1920. London 2014, 130232
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  • Kaufmann, Andréa: Luft zum Leben: Die Geschichte der Lungenliga Zürich. Zürich 2008, Gr 12134
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  • Letsch, Walter R.: Die Pest in Zürich im 16. Jahrhundert, in: Zürcher Taschenbuch N.F. 136 (2016). S. 99-122, D 6171
  • Leven, Karl-Heinz: Geschichte der Medizin: Von der Antike bis zur Gegenwart. München 2017, 138753
  • Lüthi, Daniel: Begegnungen mit dem Gesundheitswesen: 32 Porträts in Text und Bild. 2 Bde. Basel 2013-2016, 128743
  • Meier, Mischa (Hg.): Pest: Die Geschichte eines Menschheitstraumas. Stuttgart 2005, 115352
  • Minder, Veronika: Seuche und Gesellschaft: Drei Beispiele: Eine Betrachtung über den Umgang des Menschen mit Pest, Tuberkulose, Aids. Basel 1988, Gr 6788
  • Mörgeli, Christoph: Wenn der Tod umgeht: Die Grippeepidemie von 1918 forderte mehr Opfer als der Erste Weltkrieg: In der Schweiz lähmte sie das öffentliche Leben und beschwor eine politische Krise herauf, in: NZZ Folio 11 (1995). S. 31-39, D 4639
  • Oggier, Willy (Hg.): Gesundheitswesen Schweiz 2015–2017: Eine aktuelle Übersicht. Bern 2015, 132880
  • Ohne Dings kein Bums: 20 Jahre Aids-Arbeit in der Schweiz. Hg. Bundesamt für Gesundheit, Aids-Hilfe Schweiz, Schweizerisches Landesmuseum. Baden 2005, Gr 11520
  • Reichert, Martin: Die Kapsel: Aids in der Bundesrepublik. Berlin 2018, erwartet
  • Ruckstuhl, Brigitte und Elisabeth Ryter: Von der Seuchenpolizei zu Public Health: Öffentliche Gesundheit in der Schweiz seit 1750. Zürich 2017, Gr 14321
  • Rusterholz, Armin: „Das Sterben will nicht enden!“ Die „Spanische Grippe-Epidemie“ 1918/19 in der Schweizer Armee mit besonderer Berücksichtigung der Glarner Militäropfer. Glarus 2010, 123904
  • Salfellner, Harald: Die Spanische Grippe: Eine Geschichte der Pandemie von 1918. Haselbach 2018, 141366
  • Sarasin, Philipp et al. (Hg.): Bakteriologie und Moderne: Studien zur Biopolitik des Unsichtbaren 1870–1920. Frankfurt/M 2007, 117423
  • Schmid, Friedrich: Die Influenza in der Schweiz in den Jahren 1889–1894. Bern 1895, Gr 6395
  • Schmid, Friedrich: Gesundheitswesen / Hygiène publique. 2 Bde. Bern 1898-1906, A 2591/V8
  • Schürer, Christian: Der Traum von Heilung: Eine Geschichte der Höhenkur zur Behandlung der Lungentuberkulose. Baden 2017, 136052
  • Seibt, Constantin (Hg.): Positiv: Aids in der Schweiz. Basel 2018, 138378
  • Spinney, Laura: 1918 – die Welt im Fieber: Wie die Spanische Grippe die Gesellschaft veränderte. München 2018, 138130
  • Tscherrig, Andreas: Krankenbesuche verboten! Die Spanische Grippe 1918/19 und die kantonalen Sanitätsbehörden in Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Liestal 2016, 136846
  • Die Tuberkulose-Bekämpfung in der Schweiz: Der IV. Konferenz der Internationalen Vereinigung gegen die Tuberkulose, versammelt in Lausanne vom 5.-7. Aug. 1924, dargeboten von der Schweizerischen Vereinigung gegen die Tuberkulose. Lausanne 1924, 77980
  • Tümmers, Henning: AIDS: Autopsie einer Bedrohung im geteilten Deutschland. Göttingen 2017, 138345
  • Vasold, Manfred: Die Spanische Grippe: Die Seuche und der Erste Weltkrieg. Darmstadt 2009, 121867
  • Vögele, Jörg et al. (Hg.): Epidemien und Pandemien in historischer Perspektive. Wiesbaden 2016, erwartet
  • Widmer, Werner: Einführung in das Gesundheitswesen der Schweiz: Für Gesundheits- und Sozialberufe. Zürich 2016, Gr 14339
  • Witte, Wilfried: Tollkirschen und Quarantäne: Die Geschichte der spanischen Grippe. Berlin 2009, 120309
  • Zimmer, Thomas: Welt ohne Krankheit: Geschichte der internationalen Gesundheitspolitik 1940–1970. Göttingen 2017, 137318
  • Zürcher, Daniel: Privatarchivbestände zur Sozialgeschichte von HIV / Aids in der Schweiz. Basel 2015, Gr 13664

Periodika

  • AIDS-Forschung Schweiz, N 4396
  • AIDS Infothek: Das Magazin der AIDS Info Docu Schweiz, D 4513
  • Bulletin Bundesamt für Gesundheit, N 4291
  • Gegen die Tuberkulose / Blätter gegen die Tuberkulose / Tuberkulose und Lungenkrankheiten, N 157
  • Jahresbericht AIDS-Hilfe Schweiz, K 874
  • Jahresbericht Zürcher AIDS-Hilfe, K 933
  • Jahresbericht Zürcher Kantonale Liga gegen die Tuberkulose und Lungenkrankheiten, K 287