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Erstmalig gab es an einer nationalen Ausstellung ein konfessionelles Programm und mit dem «SAFFA-Kirchlein» einen eigens dafür konzipierten Gottesdienstraum (SAFFA 1958, SozArch F Fd-0003-47)
Erstmalig gab es an einer nationalen Ausstellung ein konfessionelles Programm und mit dem "SAFFA-Kirchlein" einen eigens dafür konzipierten Gottesdienstraum (SAFFA 1958, SozArch F Fd-0003-47)

Buchempfehlungen der Bibliothek

Evelyne Zinsstag und Dolores Zoé Bertschinger: «Aufbruch ist eines, und Weitergehen ist etwas anderes». Frauenräume: von der Saffa 58 über das Tagungszentrum Boldern zum Frauen*Zentrum Zürich. Wettingen, 2020

Die zweite Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) 1958 in Zürich war nicht einfach «eine hübsche, bunte Schau mit viel traulich-fraulichem Drum und Dran». Die SAFFA 58 war auch der Gründungsort der ökumenischen Frauenbewegung in der Deutschschweiz. Von den Verflechtungen der kirchlichen und der säkularen Frauenbewegung einerseits und den Theologinnen Ruth Epting, Else Kähler und Marga Bührig andererseits handelt der erste Teil dieses Buches.

Das «SAFFA-Kirchlein» war ein Frauenraum, in dem religiöse Frauen eine neue Formensprache für sich entdeckten. Diese Erfahrungen entwickelten Marga Bührig und Else Kähler am Evangelischen Tagungszentrum Boldern weiter, wo sie mit jüngeren Frauen in Austausch traten. Der Frauenbewegung als einer «Tradition der Frauen» und dem intergenerationellen Gespräch, wie es heute im Frauen*Zentrum gepflegt wird, ist der zweite Teil des Buches gewidmet.

Rebecca Hesse [et al.]: Aus erster Hand. Gehörlose, Gebärdensprache und Gehörlosenpädagogik in der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert. Zürich, 2020

Gehörlose galten im 19. und 20. Jahrhundert lange als «Behinderte». Zu ihren Eigenheiten gehörte die Gebärdensprache, eine Ausdrucksform, die sie vom Rest der Gesellschaft trennte. Heute verstehen sich Gehörlose als «kulturelle Minderheit». Ihre Identität gründet zu einem wesentlichen Teil auf der Gebärdensprache. Gehörlosigkeit pauschal als Behinderung abzustempeln, lehnen sie ab.

Das neu erschienene Buch beleuchtet die wechselhafte Geschichte der Gehörlosen in der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen die Orte, an denen sich die hörende Gesellschaft und die Gehörlosengemeinde begegneten, insbesondere die Taubstummenanstalten und späteren Sprachheilschulen, die bis in die 1980er Jahre nach der Lautsprachmethode unterrichteten. Die Studie stützt sich auf breite Archivbestände und zahlreiche Interviews.

Jacques Picard, Angela Bhend (Hrsg.): Jüdischer Kulturraum Aargau. Baden/Zürich, 2020

Im aargauischen Surbtal zeugt ein reiches Kulturerbe von der jüdischen Geschichte der beiden Dörfer Endingen und Lengnau. Im 18. Jahrhundert war die jüdische Bevölkerung der Schweiz gezwungen, in diesen beiden Gemeinden zu leben. Im Lauf des 19. Jahrhunderts errangen die Schweizer Jüdinnen und Juden nach und nach die gleichen Rechte wie ihre nichtjüdischen Landsleute. Der gesellschaftliche Wandel führte zu einer Abwanderung in Schweizer Städte und ins Ausland.

So weist der jüdische Kulturraum Aargau über sich hinaus in die Welt. Das reich bebilderte Buch schildert auf eindringliche Art die Geschichte und Gegenwart des jüdischen Aargaus, die in weiten Teilen eine Geschichte der Jüdinnen und Juden in der Schweiz ist. Über 40 Autorinnen und Autoren legen Zeugnis ab vom jüdischen Alltag, der Emanzipation, den Bedrohungen in schwerer Zeit, aber ebenso vom Erfolg der Schweizer Jüdinnen und Juden weltweit.

7. Januar 2021Susanne Brügger zurück