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Kassiererin in der Migros, ca. 1990 (SozArch F 5030-Fc-0279)
Kassiererin in der Migros, ca. 1990 (SozArch F 5030-Fc-0279)

Buchempfehlungen der Bibliothek

Elisabeth Joris, Rita Schmid (Hrsg.): Damit der Laden läuft. Ein kritischer Blick in die scheinbar vertraute Welt des Detailhandels. Erfahrungen, Expert_innenwissen, Erhebungen. Zürich, 2019

Die Broschüre «Damit der Laden läuft» präsentiert in geraffter Form die Ergebnisse einer Studie des Berner «Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung» (IZFG). Der Bericht gibt erstmals eine vertiefte Übersicht zu Entwicklung und Strukturwandel des Detailhandels und ermöglicht Einblicke in die Erfahrung der Angestellten.
2018 beschäftigte der Schweizer Detailhandel 307’000 Personen, wovon rund zwei Drittel Frauen waren. Viele davon arbeiten in unsicheren Teilzeitanstellungen und sind Überstunden und Lohnungleichheit unterworfen. Neben statistischen Auswertungen kommen im Bericht betroffene Angestellte zu Wort und geben Einblick in eine Arbeitswelt, welche mehr Wertschätzung verdient hat.

Link zum Forschungsbericht:
https://www.stiftung-frauenarbeit.ch/upload/Forschungsbericht_IZFG.pdf

Balz Spörri, René Staubli, Benno Tuchschmid: Die Schweizer KZ-Häftlinge. Vergessene Opfer des Dritten Reichs. Basel, 2019

Selbst unter Historikerinnen und Historikern ist kaum bekannt, dass während des Dritten Reichs mindestens 391 Schweizerinnen und Schweizer in Konzentrationslagern inhaftiert waren. Viele von ihnen wurden umgebracht. Unter den Opfern waren Männer, Frauen und Kinder – Juden, Sozialisten, Homosexuelle, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Widerstandskämpfer… Die Schweizer Behörden hätten viele vor dem Tod bewahren können. Warum taten sie es nicht?
75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeiten die Autoren erstmals die Geschichte der Schweizer KZ-Häftlinge auf. Basierend auf Akten, Briefen, historischen Dokumenten und Gesprächen mit Angehörigen sind zudem zehn Porträts von Schweizer KZ-Häftlingen entstanden. Sie stehen stellvertretend für die vielen Schweizer Opfer nationalsozialistischer Verfolgung, die in diesem Buch erstmals in einer Liste namentlich aufgeführt werden.

Emanuel La Roche: Im Dorf vor der Stadt: die Baugenossenschaft Neubühl, 1929-2000. Zürich, 2019

Erbaut in den Jahren 1930 bis 1932, gilt die Werkbundsiedlung «Neubühl» in Zürich Wollishofen als wichtigstes Wohnensemble der Schweiz der Zwischenkriegszeit. Seit 2010 unter Denkmalschutz, ist dieses herausragende Beispiel des Neuen Bauens, das sogar von Pablo Picasso besichtigt wurde, architekturhistorisch gut erforscht, doch fehlte bislang eine Darstellung der Baugenossenschaft.
Das «Neubühl» verstand sich immer als eine ideelle Gemeinschaft, die nicht nur günstigen Wohnraum schaffen und verwalten wollte, sondern auch Wert auf aktives Zusammenleben der Menschen legte. Die Publikation zeigt, wie deren Ansprüche mit der Realität in Konflikt gerieten, welche alltäglichen Probleme sich aus dieser Spannung ergaben und wie man versuchte, diese zu lösen.
Spezielles Augenmerk richtet der Autor auf die zahlreichen politischen Flüchtlinge, die zwischen 1933 und 1945 in der Siedlung Unterschlupf fanden, darunter beispielsweise die deutsche Pädagogikprofessorin und Frauenrechtlerin Anna Siemsen.

Vom Sozialarchiv benutzte Quellen:
Ar 20: Archiv Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH (Aktenserie «Emigranten 1933-1945»)
F 5092: Nachlass Gerold Meyer

13. Januar 2020Susanne Brügger zurück