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Buchempfehlungen der Bibliothek

Andreas Wolfensberger: Winterthur – Stadt im Umbruch. Fotografien von 1960 bis 2017. Zürich, 2017

Der heute 76-jährige Fotograf Andreas Wolfensberger ist zwar in Wetzikon aufgewachsen, lebt aber seit 1975 in Winterthur. Bereits seine Diplomarbeit an der Kunstgewerbeschule Zürich befasste sich mit der Stadt Winterthur, und heute gilt Wolfensberger als eigentlicher visueller Chronist der Eulachstadt. Er dokumentierte mit der Kamera den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel – beispielsweise den langsamen, aber stetigen Niedergang der Giesserei Sulzer oder die Jugendunruhen in den 1980er Jahren. Auch fotografierte er immer wieder den Alltag der Winterthurerinnen und Winterthurer, hielt Stadtszenen sowie das scheinbar beiläufige Miteinander auf der Strasse fest.
Eine Auswahl dieser Fotosammlung ist nun im vorliegenden Buch erschienen. Nebst den Fotografien aus dem Zeitraum von 1960 bis 2017 sind Texte von fünf Autorinnen und Autoren enthalten, die den geschichtlichen Hintergrund zu fast sechzig Jahren Winterthur liefern.

Heinz Nigg: Rebel Video – Die Videobewegung der 1970er- und 1980er-Jahre. Zürich, 2017

Das unabhängige Videoschaffen und das internationale Phänomen der Jugendbewegungen in den 1970er und 1980er Jahren beeinflussten sich gegenseitig: Die jungen Aktivistinnen und Aktivisten entdeckten damals das Video als neues Medium, brachten Proteststimmungen zum Ausdruck und kämpften so um autonome kulturelle Freiräume.
„Rebel Video“ porträtiert in verschiedenen Beiträgen Protagonistinnen und Protagonisten der Aktivistenszenen von London, Basel, Bern, Lausanne und Zürich. Der Beitrag von Yves Niederhäuser von Memoriav beleuchtet die Entstehung der Sammlung „Stadt in Bewegung“, die in der Abteilung Bild + Ton des Sozialarchivs untergebracht ist und rund 100 digitalisierte Videobänder aus den 1970er und 1980er Jahren umfasst.
Das Buch erschien anlässlich der im Herbst 2017 im Landesmuseum Zürich gezeigten Ausstellung „Rebel Video. Die Videobewegung der 1970er- und 1980er-Jahre“; es wird ergänzt durch die Website www.rebelvideo.ch.

Peter Voegeli, Nikolaus Voegeli: Der Balkankönig und seine Familie – Eine andere Geschichte der Schweiz. Bern, 2017

Vater und Sohn Voegeli erzählen in „Der Balkankönig“ die Geschichte der eigenen Familie während der letzten 150 Jahre. Der Grossvater des heute 90-jährigen Nikolaus Voegeli war im 19. Jahrhundert von Glarus nach Belgrad ausgewandert – nicht etwa aus Not, sondern aus wirtschaftlichen Beweggründen und mit ordentlichem Pioniergeist! Mit seinem Bruder gründete er dort die Banque Serbo-Suisse, verkaufte serbischen Bauern Dreschmaschinen, modernisierte die dortige Eisenbahn und importierte Batiktücher aus der Glarner Heimat. Später gründeten die Brüder die serbische Agentur des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK). Die Brüder waren in Serbien derart erfolgreich, dass der eine gar den Spitznamen „Balkankönig“ erhielt.
Zusammen mit seinem Vater hat der SRF-Korrespondent Peter Voegeli die Familiengeschichte aufgezeichnet. Das Buch ist nicht nur eine Autobiografie, die allein auf Erinnerungen basiert, haben die Voegelis für ihre Recherchen doch auch Archivbestände ausgewertet sowie Sekundärliteratur und andere Zeitdokumente miteinbezogen.

4. Januar 2018Susanne Brügger zurück