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Menschenkette um die Henrichshütte am 23. April 1987
Menschenkette um die Henrichshütte am 23. April 1987

Buchempfehlungen der Bibliothek

Udo Böhm (Hrsg.): 100 Hüttenleben – Arbeiterportraits von Astrid Kirschey. Essen, 2017

In Hattingen steht das ehemalige Hüttenwerk Henrichshütte, das 1987 stillgelegt wurde und heute als Industriemuseum Zeugnis von der Industriekultur im Ruhrgebiet ablegt. Gegen die Stilllegung formierte sich damals grosser Widerstand: Am 23. April 1987 bildeten 5‘000 Arbeiter und Arbeiterinnen, aber auch BewohnerInnen von Hattingen eine Menschenkette, um dagegen zu demonstrieren. Der Hüttenkampf ging trotzdem verloren.
Dreissig Jahre danach hat der Förderverein des Museums 100 ehemalige Hüttenwerker und Hüttenwerkerinnen zu den damaligen Ereignissen befragt (dem Buch liegt eine DVD mit den Interviews bei) und von der Fotografin Astrid Kirschey porträtieren lassen.

Kate Evans: Threads – from the refugee crisis. London, 2017

In der französischen Hafenstadt Calais entstand 2015 ein Flüchtlingslager, das bald den wenig schmeichelhaften Namen „Dschungel von Calais“ bekam. Das Lager war bis im August 2016, als es schliesslich geschlossen wurde, für Tausende Migranten und Migrantinnen ein unfreiwilliger Aufenthaltsort, denn diese wollten eigentlich weiter durch den Eurotunnel nach Grossbritannien.
Die britische Comic-Künstlerin Kate Evans hat sich damals ein Bild vor Ort gemacht und ihre Erlebnisse zu einem eindrücklichen Comic verarbeitet.
> Mehr Infos zum Comic auf der Website von Kate Evans

Andreas Tscherigg: Krankenbesuche verboten! Die Spanische Grippe 1918/19 und die kantonalen Sanitätsbehörden in Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Liestal, 2016

Die Studie von Andreas Tscherigg widmet sich einem bislang in der Geschichtsschreibung der Region Basel nur marginal betrachteten Thema: der Spanischen Grippe von 1918/19. Beleuchtet wird der Umgang der kantonalen Sanitätsbehörden in den beiden Basler Halbkantonen mit der bislang heftigsten Grippepandemie. Die vielen Erkrankungen, der grosse Anteil der jungen Toten und die Massnahmen gegen die Seuche hielten die Behörden bis ins Frühjahr 1919 in Atem.
Massnahmen gegen die Grippe umfassten Empfehlungen zur persönlichen Reinlichkeit, „Grippeferien“ in den Schulen oder allgemeine Versammlungsverbote. Auch die Schwierigkeiten der Behörden bei der Grippebekämpfung werden thematisiert: Ob die Einrichtung von Notspitälern, der Mangel an Ärzten und Pflegepersonal oder die Nichtbeachtung von Massregeln durch die Bevölkerung – die Herausforderungen durch die Spanische Grippe waren ebenso vielfältig wie die in der Presse angepriesenen Wundermittel.

26. August 2017Susanne Brügger zurück