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Jahresbericht 2016 des Schweizerischen Sozialarchivs

Das Wichtigste in Kürze

Sport ist ein integraler Bestandteil der modernen Gesellschaft und kann mit seinen zahlreichen kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Bezügen als Spiegel des sozialen Wandels gelten. So transportiert er nicht nur Körperbilder und eine Wettbewerbsphilosophie, sondern er spielte in der modernen Geschichte auch Rollen etwa als Träger politischer Propaganda, massenmedialisiertes Geschäft, Reproduktionsraum von Geschlechterstereotypen und gesellschaftlichen Ungleichheiten, Objekt weltanschaulich definierter Vergemeinschaftungsformen oder Medium der Einschliessung, aber auch Ausgrenzung. Dass der Sport in den Beständen des Schweizerischen Sozialarchivs mit seinen Themenschwerpunkten auf dem gesellschaftlichen Wandel und sozialen Bewegungen prominent vertreten ist, liegt deshalb auf der Hand. Aus aktuellen Anlässen war das Thema Sport im vergangenen Jahr auch mehrfach Gegenstand von Veranstaltungen im Sozialarchiv. Die Illustrationen des vorliegenden Jahresberichts verdeutlichen am Beispiel des Sports die Vielfalt und soziokulturelle Relevanz der im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung verzeichneten Sammlungen des Sozialarchivs.

Das Angebot an analogen, digitalen und audiovisuellen Quellen, wissenschaftlicher und grauer Literatur zu den Schwerpunktthemen des Sozialarchivs hat im Berichtsjahr wiederum deutlich zugenommen. Im Archiv wurde eine Reihe interessanter Bestände übernommen, verzeichnet und zugänglich gemacht. Auch die Angebote der Abteilungen Bibliothek und Dokumentation wurden ausgebaut. Als neue Dienstleistung werden seit Ende Januar 2016 genuin elektronisch publizierte Dokumente elektronisch archiviert und als „Digitale Schriften“ in der Datenbank Sachdokumentation erschlossen und online zur Verfügung gestellt. Mit der Neuprogrammierung der globalen Volltext-Suche wurde die Möglichkeit der parallelen Recherche in den Beständen verschiedener Abteilungen des Sozialarchivs erheblich verbessert. Das umfangreiche Angebot an Dokumenten und Dienstleistungen wurde intensiv genutzt. Die Ausleihe hat gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen. Im Mai 2016 wurde der Lesesaal einer sanften Renovation unterzogen und den gewandelten Bedürfnissen der Benutzerinnen und Benutzer angepasst. Neben einer teilweisen Erneuerung des Mobiliars wurde eine funktionale Differenzierung der Raumaufteilung vorgenommen, die nun neben Einzelarbeitsplätzen einen Gruppenarbeitsraum, eine Zeitungslounge und einen grosszügigen Recherchebereich umfasst.

Einen hohen Stellenwert hatten wiederum die Vermittlungsaktivitäten und die Öffentlichkeitsarbeit. Die Reihe „Gast im Sozialarchiv“ wurde mit dem Historiker Dr. Erich Keller und dem Thema „Popmusik, Archiv, Geschichte“ erfolgreich fortgesetzt. Die Veranstaltungen der Reihe stiessen auf ein grosses Publikumsinteresse und hatten ein beachtliches Medienecho. Auf eine gute Resonanz trafen auch die öffentlichen Präsentationen und Buchvernissagen, der Facebook-Auftritt und die Führungen für Studierende aller Stufen. Der 2015 gestartete elektronische Newsletter beliefert mittlerweile fast 2‘000 Adressen mit Informationen rund um das Sozialarchiv. Als neue Dienstleistung wurde im Herbst 2016 auf unserer Website eine Liste mit Themenideen für studentische Arbeiten und den dazu relevanten Quellenbeständen des Sozialarchivs aufgeschaltet. Der Fonds „Forschung Ellen Rifkin Hill“ förderte im Berichtsjahr fünf Promotions- und zwei PostDoc-Vorhaben an schweizerischen Hochschulen.

Das Schweizerische Sozialarchiv dankt allen, die es 2016 unterstützt haben: den Behörden, den Vereinsmitgliedern, den Partnerinstitutionen und -vereinigungen, den Benutzerinnen und Benutzern sowie allen Personen und Organisationen, die uns Schenkungen und Leihgaben anvertraut haben. Ein besonderer Dank geht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

> Vollständiger Jahresbericht 2016 als PDF-Dokument (834 KB)

21. Mai 2017 zurück