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Graue Online-Dokumente: Neues Angebot der Sachdokumentation

Die digitale Revolution betrifft sämtliche Lebensbereiche, und spätestens seit Anbruch des 21. Jahrhunderts haben auch die klassische Broschüre auf Papier, das analoge Flugblatt und der handliche Flyer Konkurrenz durch neue elektronische Informationsformate bekommen. In den letzten fünfzehn Jahren haben dann digitale Online-Dokumente gegenüber herkömmlichen Print-Publikationen zusehends an Terrain gewonnen: Die Information über elektronische Kanäle wurde immer günstiger und das damit adressierte Publikum wuchs markant. Parteien, NGOs, Gewerkschaften, Think-tanks, soziale und politische Bewegungen, Bürgerinitiativen, Abstimmungskomitees etc. publizieren und mobilisieren deshalb heutzutage parallel und komplementär: Viele Broschüren und Flugschriften existieren sowohl in gedruckter als auch in elektronischer Form, manche Dokumente nur als Print, andere jedoch ausschliesslich elektronisch.

Für eine Gedächtnisinstitution wie das Sozialarchiv bedeutet dieser mediale Wandel, dass die Abteilung Dokumentation ihre Sammelstrategie und Speichertechnik den neuen Informationsmedien anpassen musste. Publikationen, die nur elektronisch erscheinen, wurden in den letzten gut zehn Jahren als Übergangslösung auf Papier ausgedruckt und in dieser Form archiviert. Es war aber immer klar, dass es das Ziel sein muss, diese Dokumente in ihrer originären Form zu sammeln und zu archivieren – also elektronisch. Nach einer längeren Projekt- und Entwicklungsphase ist es nun seit Februar 2016 soweit: Im Sozialarchiv können originär elektronische Dokumente im PDF-Format abgespeichert und langzeitarchiviert werden. Die Erschliessung mit Metadaten geschieht entsprechend ebenfalls elektronisch, der Zugang für die Benutzenden erfolgt online über die bereits bestehende Datenbank Sachdokumentation.

Neben den Schachteln mit gedruckten Broschüren/Flugschriften und den Schachteln mit Zeitungsausschnitten gibt es in der Datenbank Sachdokumentation neu also eine dritte Rubrik „Digitale Schriften“ (DS). Darin werden die zu einem Thema gesammelten elektronischen Dokumente gelistet.

  • Zur schnelleren Identifikation der PDF sind von den erfassten Metadaten Urheberschaft und Titel (oder, falls nicht vorhanden, eine aussagekräftige Beschreibung) aufgeführt.
  • In zwei weiteren Kolonnen stehen die Signatur der einzelnen Schriften sowie deren Datierung (Jahr plus – falls bekannt – Monat und Tag).
  • Damit die wachsenden Listen der Digitalen Schriften nicht unübersichtlich werden, lassen sie sich mit einem Zeitraumregler sowie mit einer Suche nach Begriffen filtern.
  • Bei Klick auf Titel/Beschreibung (rot als Link gekennzeichnet) öffnet sich die Detailansicht des Dokuments mit allen dazugehörigen Metadaten links und einer Browser-Vorschau auf das PDF rechts.
  • Beim Download wird vor das Dokument standardmässig ein Deckblatt gehängt, welches das bezogene PDF identifiziert (mit Signatur und Permalink) und Hinweise zu den Nutzungsbestimmungen und zur Zitierweise enthält.

Neu sammelt und archiviert die Dokumentation des Sozialarchivs also ebenfalls parallel und komplementär: einerseits wie bisher gedruckte Broschüren und Flugschriften (Quellenschriften/QS) und andererseits elektronische Dokumente in Form von PDF (Digitale Schriften/DS). Dies gilt beispielsweise auch für die politische Propaganda im Zusammenhang mit eidgenössischen Volksabstimmungen, die sämtlich in der Datenbank Sachdokumentation einzeln ausgewiesen werden. Um sowohl die digitalen als auch die analogen Schriften zu einer Abstimmungsvorlage zu konsultieren, bestellen Benutzer/innen wie bisher online die entsprechende(n) Schachtel(n) in den Lesesaal. Mit einem Klick auf die gewünschte Abstimmung in den Zusatz-Informationen zur Schachtel öffnet sich zusätzlich eine Liste der Digitalen Dokumente zu dieser/diesen eidgenössischen Vorlage/n.

Damit ist das Sozialarchiv bei der Überlieferungssicherung von digitalen Dokumenten sozialer Bewegungen und politischer Organisationen wieder einen Schritt weiter, und wir freuen uns, wenn das neue Angebot grauer Online-Dokumente – vorerst beschränkt auf Dokumente im PDF-Format – auch den Bedürfnissen der Benutzenden entgegenkommt. Es bleibt jedoch nicht zu vergessen, dass viel interessante und brisante Information nach wie vor in den physisch aufbewahrten Quellen schlummert – auch da gibt es immer noch viel zu entdecken!

13. Juli 2016Ulrike Schelling zurück