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Das Sozialarchiv fördert neue spannende Forschungsprojekte

Durch eine Schenkung der 1999 verstorbenen Soziologin Ellen Rifkin Hill stehen dem Sozialarchiv Forschungsmittel für die Finanzierung von historischen, sozial- und kulturwissenschaftlichen Projekten zur Verfügung, die in einem engen Bezug zu den Quellenbeständen und den Fragestellungen des Sozialarchivs stehen. Dabei werden Studien zu einem bestimmten, mehrjährigen Schwerpunktthema wie auch thematisch frei gewählte Forschungsprojekte unterstützt. Aus dieser Forschungsförderung ist inzwischen eine ganze Reihe von Publikationen hervorgegangen, von denen eine stattliche Zahl auf an Schweizer Universitäten abgeschlossenen Doktorarbeiten beruht.
 
Vergangene Themenschwerpunkte waren die Geschichte der  schweizerischen Arbeiterbewegung und die Bevölkerungspolitik. Die Ausschreibung 2014 hatte nun das Thema "Metamorphosen sozialer Sicherung" zum Gegenstand. Im Gegensatz zum Begriff "soziale Sicherheit", der auf Versicherungssysteme und staatliche Risikoabsicherungsstrategien verweist, bleibt die Formulierung "soziale Sicherung" bewusst offen und bezieht unterschiedliche Akteure und ihre Solidaritätsvorstellungen mit ein. Neben politischen Parteien, Wirtschaftsverbänden und NGOs geraten so auch Gegenbewegungen und Selbsthilfeorganisationen ins Blickfeld. Mit der Analyse von "Metamorphosen" wird die historische Dimension der Sicherungsproblematik angesprochen, insbesondere die multipolaren Auseinandersetzungen darüber, was Sicherheit überhaupt ist und welcher Stellenwert ihr zukommt.

Die Ausschreibung ist auf gute Resonanz gestossen. Die Forschungskommission des Fonds "Ellen Rifkin Hill" konnte, gestützt auch auf Gutachten externer Expert/-innen, den folgenden sieben Projekten Förderungsbeiträge zusprechen:

Schwerpunktthema "Metamorphosen sozialer Sicherung":

  • Katharina Morawietz (Universität Fribourg): Longo Maï: Konzepte und Umsetzung von nicht-staatlicher sozialer Sicherung und Solidarität
  • Carola Togni (Haute école de travail social et de la santé, Lausanne) : Les transformations de l’État social sous le regard du genre: Continuités et ruptures dans la non prise en compte par l’assurance chômage suisse du travail domestique, 1982-2002
  • Anina Zahn (Universität Basel): Selbstorganisation von Erwerbslosen in der Schweiz seit den 1970er Jahren bis heute: Politische Bewegung und individuelle Sicherungsnetzwerke
  • Daniel Zürcher (Universität Basel): Biosozialität unter Lebensgefahr. Die schweizerische Schwulenbewegung im Zeitalter von HIV/Aids (1980–2000)

Freie Projekte:

  • Erich Keller (Universität Zürich): Pinkus: Eine kommunistische Familie 1881-1996
  • Robert-Grimm-Gesellschaft: Zimmerwald und Kiental: Weltgeschichte im Kanton Bern
  • Collège du Travail, Genf : Numérisation, inventaire et mise en ligne des archives sonores
13. Januar 2015Christian Koller zurück