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Neu im Schweizerischen Sozialarchiv: „Webarchiv Schweiz“

Websites spielen heute in der politischen Kommunikation eine wichtige Rolle. Organisationen stellen auf ihren Websites viele Informationen bereit, die jedoch schnell wieder verschwinden, da Websites sich dauernd verändern. Aus diesem Grund bezieht das Sozialarchiv Websites aktiv in seinen Sammel- und Überlieferungsauftrag ein.
2008 hat es mit dem Sammeln einer repräsentativen Auswahl von Websites von Parteien, Gewerkschaften, NGOs, Vereinen und Verbänden, Bürgerinitiativen und sozialen Bewegungen begonnen. Neben den Websites von Organisationen werden auch Websites von Kampagnen (z.B. "Recht ohne Grenzen: Kampagne für Menschenrechte") und Ereignissen (z.B. Streiks, Europride09) gesammelt. Nicht berücksichtigt werden Websites von Einzelpersonen, da dies die Kapazität des Sozialarchivs weit übersteigen würde.
Ende 2013 zählte unsere Sammlung rund 140 Websites. Der Sammelschwerpunkt liegt auf den sozialen Bewegungen sowie sozial- und gesellschaftspolitischen Themen. Gut vertreten sind die Umweltbewegung, die Solidaritätsbewegung und die Schwulen- und Lesbenbewegung sowie die Gewerkschaften und Parteien. Dazu kommen Websites von Bewegungen und Organisationen, die aktuell Menschenrechte, Stadtentwicklung und kulturelle Freiräume, Globalisierung und Migration thematisieren. Eine Website wird jährlich einmal "geharvestet" ("gesammelt"), das Harvesting einer Website wird jedes Jahr wiederholt.

"Webarchiv Schweiz"

Das Schweizerische Sozialarchiv arbeitet beim "Webarchiv Schweiz" mit. Das "Webarchiv Schweiz" entsteht durch die Kooperation der Schweizerischen Nationalbibliothek mit den Kantonsbibliotheken und verschiedenen Spezialbibliotheken. Das Ziel besteht darin, gemeinsam die relevanten Websites der Schweiz zu sammeln, dauerhaft zu archivieren und zur Verfügung zu stellen. Ende 2013 befanden sich 4’083 URLs und 6’440 archivierte Zeitschnitte im digitalen Langzeitarchiv der Schweizerischen Nationalbibliothek.

Zugriff

Aus urheberrechtlichen Gründen bleibt der Zugriff auf die archivierten Websites eingeschränkt. Sie sind nur an speziell eingerichteten Infostationen in den am "Webarchiv Schweiz" beteiligten Bibliotheken einsehbar. An diesen Infostationen wird das Kopieren von Informationen aus den Websites durch eine Software verhindert.

Das Beste an der Infostation ist, dass mit dieser Lösung neben dem "Webarchiv Schweiz" auch die Tonarchivalien der Schweizer Nationalphonothek und die Memobase, das Informationsportal von Memoriav, zugänglich sind.

Unsere Infostation ist ab Sommer im Lesesaal des Sozialarchivs in Betrieb.

4. Juni 2014Anita Ulrich zurück