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»Wir sind keine Versuchskaninchen. Wehren wir uns!» Postkarte, Greenpeace (um 1997)
"Wir sind keine Versuchskaninchen. Wehren wir uns!" Postkarte, Greenpeace (um 1997)

Neu im Archiv: Akten von Greenpeace Schweiz

Seit 1984 kämpft Greenpeace Schweiz für Umweltanliegen – diskret und hartnäckig, aber öfters auch mit spektakulären bis umstrittenen Aktionen. 1986 ketteten sich ihre Aktivisten in Crans-Montana an Bäume, um gegen die Abholzung für die Ski-WM zu protestieren. Es folgten Transparent-Aktionen gegen die Blechlawine am Gotthard, Blockaden von Atomtransporten, Kühlturmbesteigungen beim AKW Leibstadt und Aktionen gegen Genmais-Versuche. Die meisten Greenpeace-Aktivitäten sind aber weniger medienwirksam. Sie bestehen aus Lobby-Arbeit, Unterstützung von Schwester-Organisationen (zum Beispiel Greenpeace Afrika beim Schutz der kongolesischen Regenwälder) oder gerichtlichen Verfahren (etwa zur umweltgerechten Sanierung der Chemie-Deponie von Bonfol JU). Im Rahmen des Projekts JugendSolar realisieren seit 1998 Jugendliche aus der Schweiz und aus dem Ausland die Montage von Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung und den Bau von Solarstromanlagen. Greenpeace Schweiz hat auch international Gewicht: Unter den 27 Greenpeace-Organisationen in 38 Ländern ist die Schweiz das fünftwichtigste Geberland.
Am 31. August dieses Jahres wurden die historischen Akten von Greenpeace Schweiz, von der Gründung des Schweizer Büros im Jahr 1984 bis ungefähr 1999, ins Sozialarchiv überführt. Vorhanden sind u.a. die Gremienakten (Stiftungsrat, Geschäftsleitung, Team), Korrespondenzen, Planungsdokumente sowie umfangreiche Kampagnenunterlagen. Speziell hervorzuheben sind die umfangreiche Drucksachensammlung (Zeitschriften, Broschüren, Flugblätter, Kampagnenmaterial) sowie der breit gefächerte Bestand an Bilddokumenten und audiovisuellen Medien: Plakate, Objekte (Kleber, Pins, Textilien), Fotografien, Videos und Filme.
Das Archiv von Greenpeace Schweiz wird zurzeit bearbeitet und kann ab Frühling 2012 im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen konsultiert werden.

9. November 2011Urs Kälin zurück