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Von Umweltabgaben und Schneckenbekämpfung

Zu Beginn der 1970er Jahre wurde der Umweltschutz in der Schweiz zum Thema. Doch erst ein gutes Jahrzehnt später konnten sich die vielen heterogenen Gruppierungen, auf deren Fahnen "Umwelt" stand, mit der neu formierten Grünen Partei mehr politisches Gehör verschaffen.

In den 1980er und 1990er Jahren wurde dem Thema mehr und mehr Aufmerksamkeit geschenkt, und es kamen stets neue Facetten hinzu. In unseren Broschüren-/Flugblatt-Dossiers schlug sich das schon früh in Unterteilungen nieder, die den damaligen politischen Kernpunkten entsprachen. So entstanden etwa Dossiers zum Gewässerschutz, zur Abfallbewirtschaftung oder zur Luftreinhaltung. Daneben gab es Dossiers mit dem schönen Titel "Umweltschutz allgemein", die zunehmend ein Sammelsurium neuerer Themen enthielten. Dieser Bestand wurde neu gesichtet und präsentiert sich frisch geordnet und in drei Themen gegliedert: Ökologie, Umweltpolitik und Klimawandel. Dank dieser profilierten Neueinteilung gestaltet sich die Suche nach einem spezifischen Inhalt nun einfach und effizient. Suchte man früher umweltpolitische Dokumente, konnte es schnell passieren, dass aus einer geschätzten Viertelstunde Recherchezeit mehr als eine Stunde wurde. Mit der Neueinteilung kommen umweltpolitisch Interessierte nun auf direktestem Weg auf ihre Kosten. Eine Znünipause reicht aus, um sich mittels der Quellensammlung des Sozialarchivs auf den neusten umweltpolitischen Stand zu bringen.
Doch nicht nur Umweltpolitik bieten die Dossiers, sondern auch alle Klimagipfel von Rio über Kyoto bis Kopenhagen sind bestens repräsentiert. Daneben widerspiegeln die Dokumente auch die Umwelterziehung im Wandel der Zeit: Wurde 1976 den Haushalten noch einfach eine Broschüre zugeschickt, wie Herr und Frau Schweizer zu Hause Umweltschutz betreiben sollten, so scheut der Zürcher Stadtrat seit Beginn des neuen Jahrtausends keinen Aufwand mehr: Jahr für Jahr stellt er Umwelttage auf die Beine, um die Bevölkerung umwelterzieherisch auf den richtigen Weg zu leiten. In der Broschüre von anno dazumal fand etwa das Thema Schädlingsbekämpfung auf einer halben Seite Platz: "Schneckenkörner vergiften Igel und Vögel. Ein eingegrabener Yoghurtbecher mit Bier gefüllt, lockt Schnecken an, ohne andere Tiere zu gefährden", wurde da kurz und bündig gelehrt. Rund vierzig Jahre später, an den Zürcher Umwelttagen 2009, gab es eine sechsstündige Veranstaltung zum Thema Schädlinge.

Die Umwelt hat die Menschen schon vor vierzig Jahren beschäftigt und wird seit einigen Jahren kontinuierlich immer weiter oben auf der politischen Agenda platziert. Kein Zweifel: das Thema verdient es auch in Zukunft, dokumentarisch umfassend begleitet zu werden.

3. Juli 2010Madeleine Fritschi / Barbara Fässler zurück