Jahresbericht 2010: Das Wichtigste in Kürze

Die Bilder in diesem Jahresbericht stammen aus dem Bestand der Winterhilfe Schweiz, der zu den markanten Neuzugängen im Jahr 2010 gehört. Dazu zählen auch der Bildbestand des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks (SAH), der verschollen geglaubte Nachlass von Herman Greulich, weiter die Archive der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft und des Gemeinnützigen Frauenvereins Zürichs oder die Geschenkbibliothek des Vereins netzwerk-verdingt. Zusammen mit den Neuerwerbungen von Monografien, Zeitschriften, Broschüren und Flugblättern tragen sie dazu bei, das Schweizerische Sozialarchiv als Ort des Wissens über die soziale Frage und die sozialen Bewegungen zu profilieren. Im Berichtsjahr hat die Anzahl digitaler Dokumente – elektronische Zeitschriften, Websites, Digitalisate audiovisueller Dokumente – deutlich zugenommen.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten standen auch 2010 die Vermittlung der Sammlungen und die Kommunikation mit den Benutzenden. Es freut uns, dass die Ausleihzahlen 2010 nochmals leicht gestiegen sind, und dies trotz der erschwerten Bedingungen während des Umbaus des Theaters Stadelhofen. In der Benutzung und Vermittlung wurden 2010 verschiedene Akzente gesetzt: Die Nutzung vor Ort wurde durch die Erneuerung der Lesesaalbestände attraktiver gestaltet und die Online-Nutzung durch die anfangs 2010 aufgeschaltete Website entscheidend vereinfacht. Die französische Version der Website hat bereits dazu beigetragen, die Dienstleistungen des Sozialarchivs bei Forschenden aus der französischen Schweiz und aus dem Ausland breiter bekannt zu machen.

Neben den Kernaufgaben des Sammelns, Erschliessens, Bewahrens und Vermittelns sind das Sichtbarmachen der Bestände im Web und ihre optimale Zugänglichkeit die prioritären Anliegen des Sozialarchivs. An diesen Zielsetzungen wurde in verschiedenen Projekten gearbeitet:
Die Abteilung Bibliothek kam ihrem grossen Ziel, alle bisher nur auf Zettelkatalogen erschlossenen Bestände auch im Online-Katalog nachzuweisen, mit der weitgehend abgeschlossenen Rekatalogisierung des Zeitschriftenbestandes entscheidend näher. Dies motivierte die Abteilung, ein Vorprojekt für einen einheitlichen Web-Zugang zu den Dokumentationsbeständen der Kleinschriften, Flugblätter und Zeitungsausschnitte auszuarbeiten, damit in den nächsten Jahren alle Dokumente des Schweizerischen Sozialarchivs online recherchiert und bestellt werden können.
Nachdem sich das Sozialarchiv im Vorjahr in seiner Digitalisierungsstrategie für eine selektive Digitalisierung entschieden hatte, wurden 2010 die Zeitschrift "Neue Wege, Blätter für Religion und Sozialismus" und die Kleindokumente zur 68er-Bewegung digitalisiert. Die digitale Verfügbarkeit von forschungsrelevanten Dokumenten wird für die Forschenden immer wichtiger.
Die anfangs 2010 online gestellte neue Website hat den Benutzungskomfort ebenfalls massgeblich gesteigert. Das Vorhaben, Videos und Tondokumente im Web zu präsentieren und den Benutzenden eine einheitliche Suche über alle Bestände des Sozialarchivs zu ermöglichen, konnte im Berichtsjahr noch nicht verwirklicht werden.
Auf nationaler Ebene beteiligt sich das Sozialarchiv seit Längerem an Portalen (ArCHeco, arbeiterbewegung.ch). 2010 schloss sich das Sozialarchiv mit fünfzehn Bibliotheks- und Archivinstitutionen aus neun europäischen Ländern zusammen, um im Rahmen eines europäischen Forschungsprogramms die Bereitstellung von sozialgeschichtlich relevanten Inhalten – Bilder, Videos, Filme und Tondokumente aus der Abteilung Bild + Ton – auf internationalen Plattformen (Europeana, Labour History Index) vorzubereiten (Projekt HOPE – Heritage of the People’s Europe).

2010 hat das Sozialarchiv neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit beschritten. Ludi Fuchs, ehemaliger Stadtrat von Uster, war im Berichtsjahr Gast im Sozialarchiv und konzipierte eine gut besuchte Veranstaltungsreihe zum Thema "In weiten Räumen denken - Urbane Entwicklungen im Grossraum Zürich am Beispiel Uster".

Die Forschungstätigkeit des Fonds "Forschung Ellen Rifkin Hill" entwickelte sich sehr erfreulich. Seit 2008 sind zwanzig sehr verschieden angelegte Projekte gefördert worden, für die insgesamt Fr. 917‘250.- aufgewendet wurden. Thematische Schwerpunkte der geförderten Dissertationen waren die Geschichte der Arbeiterbewegung, die italienische Einwanderung und die Entwicklungspolitik der Schweiz.

Das Schweizerische Sozialarchiv dankt allen, die dazu beigetragen haben, dass 2010 zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr wurde: den Behörden, den Vereinsmitgliedern sowie allen Personen und Institutionen, die uns Schenkungen oder Leihgaben anvertraut haben. Ein besonderer Dank geht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die während der monatelangen Bauzeit im Hause Staub und Lärm geduldig ertragen haben.

Jahresbericht 2010 als PDF-Dokument (769 KB)

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