Jahresbericht 2011: Das Wichtigste in Kürze

Die Bilder in diesem Jahresbericht stammen aus verschiedenen Beständen der Abteilung Bild + Ton. Altbekannte Energieträger wie Holz und Wasser, aber auch moderne Techniken wie Kern- und Sonnenenergie kommen als Ressource und energiepolitische Konfliktzonen ins Bild.

Die koordinierte Sammeltätigkeit aller Abteilungen brachte markante Neuzugänge zu einem breiten Spektrum sozialer und politischer Bewegungen ins Sozialarchiv. Dazu zählen das Archiv von Greenpeace und der Nachlass des Umweltpioniers Konradin Kreuzer (1921-2010) sowie das Stiftungsarchiv von Pro Senectute Schweiz. Im Archiv spannte sich der Bogen vom Arbeitersport über die Solidaritätsbewegungen bis zu den religiösen Sozialisten. Wertvolle Ergänzungen waren zum Thema "Generationenbeziehungen" zu verzeichnen. Das Archiv Bild + Ton übernahm den Fotografennachlass von Arnold Thiel, einem Mitglied der Zürcher Amateurfotografen. Die Filme des Arbeiter-Touring-Bundes (ATB) und die Fotos des Gemeinnützigen Frauenvereins Zürich (GFZ) zu Kinderbetreuung und Haushaltführung wurden erschlossen. Dank dieser Überlieferung können wir uns ein Bild davon machen, wie man sich Mitte der 1930er Jahre auf Wanderfahrt begab oder Kleinkindererziehung in Krippen gestaltete. Die Abteilung Dokumentation erstellte Dossiers zu den eidgenössischen und kantonalzürcherischen Wahlen und zu den verschiedenen 2011 lancierten Initiativen. Im Berichtsjahr wurden die Manifestationen und Aktionen verschiedener sozialer Bewegungen von internationalen Ereignissen geprägt. "Occupy Paradeplatz" oder die globalisierungskritische Kampagne "Recht ohne Grenzen" machen den transnationalen Wirkungsradius vieler neuer sozialer Bewegungen deutlich. Dieser Aspekt wurde bei der Neuerwerbung von Monografien ebenfalls berücksichtigt. Von Akteuren im Sammelbereich des Sozialarchivs sammelt und archiviert die Periodika-Abteilung nicht zuletzt Hunderte von Zeitschriftentiteln mit hohem Quellenwert.

Die Vermittlung der Sammlungen und die Kommunikation mit den Benutzenden standen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Zum ersten Mal seit 2006 nahm die Zahl der Heimausleihen leicht ab, die Nutzung der Spezialbestände – Archivalien, Bilddokumente, Sachdossiers mit Broschüren und Zeitungsausschnitten, Periodika – blieb konstant. Sie machte einen Fünftel aller Ausleihen aus. Mit Veranstaltungen zum Thema "Kommunikation sozialer Bewegungen" führte das Sozialarchiv 2011 die Reihe "Gast im Sozialarchiv" fort.

Das Sozialarchiv hat das Sichtbarmachen der Bestände und eine bessere Zugänglichkeit zu seinem vordringlichen Anliegen gemacht. Die Fortschritte lassen sich sehen. Mit dem Abschluss der Rekatalogisierung des Zeitschriftenbestandes sind wir 2011 dem Ziel einer orts- und zeitunabhängigen Recherche einen grossen Schritt näher gekommen. Die nächste Etappe, die Rekatalogisierung der Berichtsliteratur, wurde unverzüglich in Angriff genommen. Im Sommer 2011 startete das Projekt Sachdokumentation, bereits 2012 wollen wir den Benutzenden den Gesamtbestand der Dossiers mit den Broschüren, Flugblättern und Zeitungsausschnitten online präsentieren. Das übergeordnete Ziel, den gesamten Bestand des Sozialarchivs seit seinen Anfängen 1906 online zugänglich zu machen, ist in greifbare Nähe gerückt.

Zugänglichkeit und Benutzungskomfort wurden durch verschiedene Neuerungen bei den Rechercheangeboten auf dem Web optimiert. Das Archivverzeichnis und die Datenbank Bild + Ton erfuhren im Berichtsjahr ein Redesign: Alle Bestände sind thematischen Gruppen zugeordnet, Suchfunktionalitäten wurden intuitiver gestaltet. Dank Suchmaschinenoptimierung wurden die Archivbestände im Web besser sichtbar gemacht, Video- und Tondokumente können online wiedergegeben werden.

Die Anzahl digitaler Dokumente hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Dazu zählen seit Längerem die elektronischen Zeitschriften, die Pressedokumentation "PresseDox" im Lesesaal und die Digitalisate von Fotos, Filmen und Videos. Die Sammlung von über hundert Websites und die Digitalisierung von Zeitschriften bilden neuere Schwerpunkte. 2011 wurden die ersten Archivdokumente, die dem Sozialarchiv in digitaler Form abgeliefert wurden, in das Archivverzeichnis eingebunden; sie können direkt aus dem Online-Archivfindmittel aufgerufen werden. Diese ersten Schritte in Richtung digitales Sozialarchiv boten Gelegenheit, wertvolle Erfahrungen zu sammeln, und lehrten uns, das Sozialarchiv von den Inhalten und nicht vom Medium her zu denken und konsequent an der Nutzung zu orientieren.

Die Förderung von Forschungsarbeiten aus dem Fonds "Ellen Rifkin Hill" zeitigte erfreuliche Ergebnisse. Mehrere Dissertationen, Publikationen und Archivprojekte wurden abgeschlossen.

Das Schweizerische Sozialarchiv dankt allen, die es 2011 unterstützt haben: den Behörden, den Vereinsmitgliedern, den Kooperationspartnern sowie allen Personen, die uns Schenkungen und Leihgaben anvertraut haben. Ein besonderer Dank geht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Jahresbericht 2011 als PDF-Dokument (1'226 KB)

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